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NATO: Führungsrolle an Afghanen übergeben

Brüssel, 03.02.2012.
Die NATO will die Kampfeinsätze in Afghanistan zügig an die einheimischen Sicherheitskräfte übergeben. Der Militäreinsatz werde bis Ende 2014 fortgesetzt, stellte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen beim Treffen der NATO-Verteidigungsminister bei Beratungen am 2. Februar in Brüssel klar. Aber schon Ende 2013 solle die Führungsrolle in allen Provinzen an die Afghanen übergeben werden.

Rasmussen und de Maizière

Beratungen in Brüssel zum Vorgehen in Afghanistan (Quelle: dpa/Wamand)Größere Abbildung anzeigen

Die NATO-Soldaten werden „vom Fahrersitz auf den Beifahrersitz“ rutschen, sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière. Es bleibe bei der von allen NATO-Staaten gemeinsam getragenen Strategie, „dass wir die Mission bis Ende 2014 durchführen“. Für den schrittweisen Abzug „brauchen wir eine angemessene Truppenstärke auch deutscher Soldaten, um die Übergabe in Verantwortung seriös zu organisieren“, so de Maiziere.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta hatte die Parole auf dem Hinflug nach Europa ausgegeben: „Hoffentlich können wir Mitte oder Ende 2013 einen Übergang von der Kampfrolle zur Ausbildung, Beratung und Unterstützung schaffen“, sagte er Reportern im Flugzeug. „Das heißt nicht, dass wir nicht mehr kampfbereit wären. Sondern, dass wir nicht länger in der offiziellen Kampfrolle sind wie jetzt.“

Auf ihrer Sitzung entschieden die NATO-Verteidigungsminister auch, die Kommandozentrale für den geplanten NATO-Raketenschild auf der US-Airbase im pfälzischen Ramstein einzurichten. Der Schild soll schrittweise bis 2020 aufgebaut werden.

De Maizière begrüßt die Entscheidung. Deutschland könne sich vorstellen, seine „Patriot“-Raketen als Teil dieses Abwehrsystems zur Verfügung zu stellen, sagte er am Rande eines Treffens. Der Minister unterstrich, dass der Raketenschild sich nicht gegen Russland richte. „Es geht um eine in Europa stationierte Raketenabwehr gegen Bedrohungen aus dem Nahen Osten, insbesondere des Irans.“ Er bekräftigte in diesem Zusammenhang die Einladung der NATO an Russland, bei dem Abwehrsystem mitzuwirken.

Bei dem Raketenschild geht es nicht um den Aufbau komplett neuer Strukturen. Es geht primär darum, bisherige Abwehrfähigkeiten der einzelnen NATO-Mitgliedsstaaten unter gemeinsamer Führung zusammenzulegen und zu vereinheitlichen.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: aktuell. Zeitung für die Bundeswehr


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