Soldaten laufen mit voller Ausrüstung und Waffen über eine Wiese
© Bundeswehr/Carl Schulze
KategorieStrategische Ausrichtung Bundeswehr

Grundlagendokumente zur strategischen Ausrichtung der Bundeswehr

Die Bundeswehr richtet sich mit Priorität auf ihren Kernauftrag aus: die Landes- und Bündnisverteidigung. Militärstrategie, Fähigkeiten und Aufstellung, die Reserve sowie der Personalaufwuchs werden an die Bedrohungslage angepasst. Zum Schutz des Landes und der Verbündeten muss die Bundeswehr abschreckungs- und verteidigungsfähig sein. Mit den Grundlagendokumenten zur strategischen Ausrichtung der Bundeswehr wird die neue sicherheitspolitische Rolle Deutschlands hervorgehoben. Deutschland übernimmt in der NATO eine Führungsrolle.

Aktuelles


Gesamtkonzeption der militärischen Verteidigung

Die Gesamtkonzeption der militärischen Verteidigung beschreibt, wie die Bundeswehr auf eine Bedrohung reagiert und welche Fähigkeiten sie dafür braucht. Die erste deutsche Militärstrategie und das Fähigkeitsprofil der Bundeswehr (Plan für die Streitkräfte) greifen dafür eng ineinander: Die Gesamtkonzeption erklärt Ziele, Mittel und Wege. Weil sie als geheim eingestuft sind, werden die Dokumente nur in Auszügen veröffentlicht.

Die Militärstrategie für die Bundeswehr skizziert die Bedrohungslage für Deutschland. Sie zeigt auf, dass die deutsche Gesellschaft in ihrer Gesamtheit bedroht ist. Staaten wie Russland gehen bereits heute unterhalb der Schwelle des Krieges vor. Deutschland muss sich auf die Entgrenzung des Krieges einstellen. Um sich und seine Verbündeten wirksam schützen zu können, muss sich die Bundeswehr zur stärksten konventionellen Armee in Europa entwickeln. Den Weg dahin zeigt der Plan für die Streitkräfte auf.

Die Gesamtkonzeption der militärischen Verteidigung ist hier abrufbar (PDF, 8,0 MB).

Deutschland gestaltet seine neue sicherheitspolitische Rolle. Es wird zusätzliche Lasten übernehmen und dabei gezielt konventionell-strategische Verantwortung für Europa tragen.
Gesamtkonzeption der militärischen Verteidigung
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Die neue Strategie der Reserve

Weil die veränderte sicherheitspolitische Lage es erfordert, hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius eine Überarbeitung der Strategie der Reserve beauftragt. Denn ohne eine leistungsfähige, einsatzbereite und schnell mobilisierbare Reserve könne die Bundeswehr ihren Kernauftrag, die Landes- und Bündnisverteidigung, nicht erfüllen. Sie sei ein wichtiger Bestandteil der Aufwuchs-, Mobilisierungs- und Durchhaltefähigkeit der deutschen Streitkräfte. Die Strategie der Reserve zielt nun auf eine deutliche Vergrößerung sowie eine engere Einbindung in die Truppe ab. Sie behandelt die „Neue Reserve“ als integralen Bestandteil der Streitkräfte. Von Schutz- und Sicherungsaufgaben bis hin zum Einsatz im Gefecht – die „Neue Reserve“ soll die aktive Truppe im gesamten Aufgabenspektrum verstärken.

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Personeller Aufwuchsplan Bundeswehr

Die personelle Stärke der Bundeswehr wird den aktuellen sicherheitspolitischen Erfordernissen angepasst. Der Personelle Aufwuchsplan der Bundeswehr beinhaltet sowohl den Aufwuchs des militärischen als auch davon abgeleitet des zivilen Personals. Auf dem Weg zur stärksten konventionellen Armee Europas soll die Bundeswehr von derzeit rund 186.000 Soldatinnen und Soldaten bis Mitte der 2030er-Jahre auf 260.000 Aktive anwachsen. Im gleichen Zeitraum ist ein paralleler Aufwuchs der Reserve von derzeit rund 70.000 Reservistinnen und Reservisten auf dann mindestens 200.000 Personen vorgesehen.

Gesetzlich fixierter Aufwuchspfad im Soldatengesetz

Das zum 1. Januar 2026 in Kraft getretene Wehrdienst-Modernisierungsgesetz legt in Paragraf 91 des Soldatengesetzes (SG) einen Aufwuchspfad fest, also konkrete quantitative und zeitliche Vorgaben für den militärischen Aufwuchs der Bundeswehr. Der personelle Aufwuchsplan der Bundeswehr operationalisiert die gesetzlichen Vorgaben sowie das Fähigkeitsprofil der Bundeswehr. Er definiert, wie die Streitkräfte, aber auch der zivile Anteil der Bundeswehr auf der Zeitachse sukzessive aufwachsen. Die Zielmarke von 260.000 aktiven Soldatinnen und Soldaten wird im Frieden als personelle Obergrenze betrachtet und ist Bestandteil der in der Erarbeitung befindlichen Verteidigungsplanung. Diese Gesamtzahl umfasst auch das sich in Ausbildung befindliche Personal sowie Soldatinnen und Soldaten, die außerhalb der Streitkräfte, etwa im Ministerium oder in Behörden des nachgeordneten Bereichs tätig sind.

Der Aufwuchs der aktiven Truppe steht aktuell dabei klar im Vordergrund. Er sieht, abgeleitet aus dem Fähigkeitsprofil der Bundeswehr, konkret drei Phasen vor: 

Zuerst folgt bis 2029 ein fokussierter Aufwuchs, der vor allem die Verteidigungsfähigkeit und personelle Einsatzbereitschaft schnell steigern soll. In der zweiten Phase folgt bis zum Jahr 2035 ein deutlicher Fähigkeitszuwachs in allen Dimensionen (Land, Luft, See, Cyber/Weltraum) entlang der NATO- und nationalen Fähigkeitsziele. Damit sollen die Verteidigungs- und Durchhaltefähigkeit weiter gestärkt und zugleich die im Soldatengesetz festgeschriebenen personellen Ziele erreicht werden. Am Ende dieser beiden Phasen steht das bekannte Ziel von 460.000 kampfbereiten Soldatinnen und Soldaten, zusammengesetzt aus 260.000 aktiven Soldatinnen und Soldaten und 200.000 Reservistinnen und Reservisten. In der dritten Phase steht als Fernziel bis zum Jahr 2039+ der Aufwuchs technologisch überlegener Streitkräfte im Vordergrund.

Zivilpersonal wächst entlang des militärischen Bedarfs

Der zivile Personalkörper der Bundeswehr muss im Zuge des Aufwuchses ebenfalls bedarfsorientiert wachsen. Der geplante personelle Aufwuchs orientiert sich strikt an den Bedürfnissen einer verteidigungsfähigen Bundeswehr, die in der Lage ist, ihrem Kernauftrag und ihren Bündnisverpflichtungen innerhalb der NATO nachzukommen. Er wird auf das bedarfsgerechte Mindestmaß begrenzt. Aufwuchs erfolgt primär dort, wo der Kernauftrag der aufwachsenden Streitkräfte unter Berücksichtigung des Fähigkeitsprofils unterstützt werden muss. Er wird unter anderem durch den Neuen Wehrdienst ermöglicht und durch verschiedene Attraktivitätsmaßnahmen flankiert. 


EMA26: Stoppschild für Bürokratie

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat am 19. März 2026 die Entbürokratisierungs- und Modernisierungsagenda EMA26 gebilligt. Die Agenda soll die Bundeswehr von unnötiger Bürokratie befreien, modernisieren, weiter digitalisieren und automatisieren sowie Resilienz und Innovationsfähigkeit stärken. Nun geht es in die Umsetzung.

Die Entbürokratisierungs- und Modernisierungsagenda für den Geschäftsbereich BMVg (EMA26) beinhaltet 153 Maßnahmen mit 580 konkreten Schritten. Die Agenda folgt – als ressortspezifisches Vorhaben – der Modernisierungsagenda der Bundesregierung und der Föderalen Modernisierungsagenda. Hier finden Sie die Entbürokratisierungs- und Modernisierungsagenda. (PDF, 6,2 MB)

Ziel der EMA26 ist es, Ressourcen freizusetzen, die dringend benötigt werden, um den Aufwuchs der Bundeswehr zu bewältigen. Dazu müssen neue, effiziente und leistungsfähige Strukturen aufgebaut werden, was Hand in Hand mit dem Abbau unnötiger Bürokratie geht.

Unnötiges wird abgeschafft

Aufgaben, die nicht unmittelbar der Landes- und Bündnisverteidigung dienen, werden überprüft, neu priorisiert oder abgeschafft. Die Anzahl der internen Vorschriften wird reduziert. Vorschriften, die abgelaufen sind, werden automatisch außer Kraft gesetzt, es sei denn, sie sind unbedingt notwendig. Verfahren werden vereinfacht und wo möglich verkürzt. Funktionen von Beauftragten werden kritisch hinterfragt, gebündelt oder abgeschafft. Melde- und Berichtspflichten werden konsequent reduziert. Was sich als unnötig erweist, wird abgeschafft.

Gute Führung und positive Fehlerkultur gegen Bürokratismus

Gute Menschenführung, die auf gegenseitigem Vertrauen basiert, und eine positive Fehlerkultur verhindern Absicherungsdenken, Überregulierung und damit unnötige Bürokratie. Kompetenzen der zivilen und militärischen Führungskräfte werden gestärkt, indem Themen wie zum Beispiel bürokratiearmes Denken und Handeln, Vertrauen, positive Fehlerkultur, kooperative Methoden und Managementmethoden in Aus- und Fortbildungen fokussiert werden. Ein begleitendes Vor-Ort-Führungscoaching wird zukünftig angeboten. Ein 360-Grad-Feedback für Führungskräfte ab Besoldungsebene A 16 wird zur Pflicht.

Digitalisierung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz als Alltagshelfer

Routineaufgaben werden weiter optimiert, digitalisiert und wo immer möglich automatisiert. Anträge werden in digitale Workflows überführt. Wichtige Dokumente und Nachweise sollen in der digitalen Brieftasche „Bw-Wallet“ verfügbar sein. Beschäftigte werden über eine zentrale App auf E-Mails, Kalender und andere Dienste zugreifen können. Sichere KI-Zugänge sollen Abläufe beschleunigen, die Beschäftigten unterstützen und entlasten. Die tägliche Arbeit, wie Textanalyse, Zusammenfassen von Dokumenten oder Entwürfe von Texten für Berichte und Vorlagen, soll durch KI-Funktionen unterstützt werden.

Resilienz und Innovationsfähigkeit als Garanten für die Zukunft

Stärkung der Methodenkompetenz der Beschäftigten, moderner und flexibler Arbeitsmethoden, der Resilienz der Organisation wie auch der Beschäftigten und die Förderung der Innovationsfähigkeit und des Ideenmanagements werden auf die Zukunftsfähigkeit der Bundeswehr einzahlen.


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