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Freiwilliger Wehrdienst: Bewerberzahlen über den Erwartungen

Berlin, 20.01.2012.
Mehr als 8.000 Freiwillige habe die Bundeswehr bisher gewinnen können, bilanzierte Verteidigungsminister Thomas de Maizière im Interview mit der Nachrichtenagentur dapd. Grundsätzlich habe sich der Dienst bislang bewährt. Er wurde nach der Aussetzung der Wehrpflicht vor einem halben Jahr, am 1. Juli 2011, eingeführt.

De Maizière mit freiwillig Wehrdienstleistendem, links ein Soldat, dahinter die Eltern
Besser als erwartet kommt der freiwillige Wehrdienst an (Quelle: Bundeswehr/Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Die Erfahrungen aus sechs Monaten seien „deutlich weniger schlimm als befürchtet“, so der Minister. So lägen die Bewerberzahlen über den Erwartungen, allerdings sei auch die Abbrecherquote „höher als prognostiziert“, sagte de Maizière. Gut ein Viertel der Freiwilligen, die zum erstmaligen Einberufungstermin am 1. Juli 2011 ihren Dienst angetreten haben, ist inzwischen nicht mehr dabei. Ein längerfristiger Trend lasse sich aber noch nicht ableiten.

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Urteil der Gesellschaft von Bedeutung

Im Januar haben 2.800 Freiwillige ihren Dienst in den Streitkräften angetreten. Ob der freiwillige Wehrdienst letztlich ein Erfolg werde, hänge zur Hälfte „auch davon ab, dass die Gesellschaft das auch gut findet“, betonte der Minister. Natürlich müssten die Bedingungen in den Streitkräften attraktiv sein, die Zeit von bis zu 23 Monaten müsse auch für den Bewerber sinnvoll sein. Aber das sei nur eine Seite der Medaille. „Wenn die Bundeswehr der Gesellschaft die offene Hand ausstreckt, dann muss sie auch von der Gesellschaft genommen werden.“

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Dienst ist kein Zuckerschlecken

De Maizière rief die jungen Leute auf, einen Freiwilligendienst ernsthaft in Betracht zu ziehen – nicht nur bei der Bundeswehr. „ich finde, dass es 18-jährigen jungen Männern und jungen Frauen gut zu Gesicht steht, nach der Schule nicht als erstes an ihre Karriere zu denken“, sagte er. Mit solchen Diensten könnten sie zeigen, dass man auch etwas für andere tun kann, „auch für unser Land“.

Natürlich sei ein Freiwilligendienst „kein Zuckerschlecken“, sagte er. „Chillen oder ‚Work and Travel‘ sind vielleicht bequemer, als nachts durch den Wald zu laufen oder im Hospiz einen alten sterbenden Patienten zu waschen. Das soll man genauso benennen“, ergänzte er. Es sei eben „ein Dienst – und er ist auch mühsam. Aber die Erfahrungen sind, glaube ich, im guten Sinne prägend für den jungen Mann oder die junge Frau.“

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Stand vom: 20.01.12 | Autor: Heike Pauli

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