Pistorius besucht Industriepartner OHB in Bremen
Im Mittelpunkt standen der Aufwuchs der Bundeswehr in der Dimension Weltraum, gemeinsame Fähigkeitsentwicklung und Rüstungsprojekte.
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Die Stärkung der Verteidigungsindustrie ist ein wichtiger Baustein für die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr. Bei einem Besuch des KNDS-Standorts in Kassel tauschte sich Verteidigungsminister Boris Pistorius mit Unternehmensleitung und Beschäftigten aus. Der Besuch des Ministers unterstreicht: Mit Drohnen allein gewinnt man keine Auseinandersetzung – Großgerät wird weiterhin gebraucht.
Bei seiner Truppen- und Industriebesuchsreise überzeugte sich Pistorius am Kasseler Standort der KNDS Deutschland von der Leistungsfähigkeit des Unternehmens aus der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Die KNDS-Gruppe entstand aus dem Zusammenschluss von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Staatsunternehmen Nexter. Jeweils 50 Prozent der Anteile halten die Wegmann-Gruppe und die Agence des Participations de l’État, eine Behörde des französischen Staates.
Der Minister betonte, KNDS Deutschland repräsentiere einen großen Teil der einheimischen Schlüsseltechnologie für gepanzerte und geschützte Fahrzeuge. Am Standort Kassel lägen sowohl technologische Kompetenzen als auch Produktionskapazitäten zur Herstellung des umfangreich benötigten Geräts für die Bundeswehr, insbesondere für das Heer. Hier fände auch die entscheidende Weiterentwicklung der bewährten Panzertechnologie zu zukunftsfähigen, innovativen Konzepten statt, indem der deutsche Maschinenbau mit Automatisierung und Vernetzung verschränkt werde.
Künftig komme es verstärkt darauf an, dass Drohnen und elektronische Einsatzmittel stärker in die bewährten Systeme eingebunden werden, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius während seines Besuches beim Rüstungsunternehmen KNDS.
„Es ist zu spüren, was hier für ein Aufbruchsgeist herrscht. Ich habe mit einigen Mitarbeitern in der Fertigung gesprochen, die, und das freut mich wirklich zu hören, voller Stolz sind auf die Arbeit, die sie hier machen“, sagte Pistorius. Hier befinde sich eine hochwertige Produktionsstraße mit viel Know-how, das über Jahrzehnte aufgebaut worden sei. „Dieses Know-how wollen wir sichern und halten“, sagte der Minister. Deutschland bräuchte weiterhin diesen Mut, der hier sichtbar sei, für Investitionen wie bei KNDS. „Und ja, gelegentlich hören wir ja in öffentlichen Diskussionen, im Krieg der Zukunft oder auch dem heutigen Krieg schon spielten nur noch Drohnen eine Rolle. Niemand brauche mehr Panzer, Panzerhaubitzen oder Schützenpanzer. Das ist weit gefehlt“, so Pistorius.
Tatsächlich sei die Wahrheit: Deutschland benötige beides. Es brauche einen gesunden Mix zwischen bemannten und unbemannten Systemen, sowohl zu Wasser, zur Luft als auch auf dem Boden. Es gehe zum Beispiel darum, auch in einer militärischen Auseinandersetzung Raum einnehmen zu können. Das sei das eine, aber eben diesen Raum dann auch zu halten, das andere. Deswegen komme es künftig verstärkt darauf an, dass Drohnen und elektronische Einsatzmittel stärker in die bewährten Systeme eingebunden würden. Daran arbeiteten alle mit Nachdruck und mit viel Erfolg.
Die deutsche Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sei ein Eckpfeiler für die Kriegstüchtigkeit nicht nur der Bundeswehr, sondern auch einer großen Zahl von Partnernationen. „Genau dafür steht nicht zuletzt der Standort Kassel und dafür danke ich Ihnen“, so der Minister. KNDS verfüge über die notwendigen Produktionskapazitäten, über eine exzellente Belegschaft in der Region mit drei Produktions- und einem Logistikstandort mit insgesamt zweieinhalbtausend Beschäftigten. „Das ist nicht nur für die deutsche Rüstungsindustrie und damit für die deutsche Verteidigungsfähigkeit und die Ausstattung der Bundeswehr relevant, sondern natürlich auch als Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor für die Region, betonte Pistorius.
Damit das so bleibe, habe sich die Bundesregierung entschieden, Anteile von KNDS zu erwerben – um sicherzustellen, dass das Know-how gesichert werde und dass Deutschland auf Augenhöhe mit seinen französischen Partnern in Zukunft weiter arbeiten könne.
Während seines Besuchs beim Rüstungsunternehmen KNDS sprach Verteidigungsminister Boris Pistorius auch mit Mitarbeitenden aus der Fertigung. Sie sind stolz auf ihr Unternehmen und dessen in Jahrzehnten aufgebautes Know-how.
KNDS ist ein wesentlicher Ausrüster der Bundeswehr. Die Produkte des Unternehmens reichen von luftverladbaren und hochgeschützten Radfahrzeugen über Aufklärungs-, Flugabwehr- und Artilleriesysteme bis hin zu Kampfpanzern, Schützenpanzern und Brückenlegesystemen. Zu den weithin bekanntesten wehrtechnischen Erzeugnissen zählen der Kampfpanzer Leopard 2, die Panzerhaubitze 2000, die Radhaubitze RCH 155 und das geschützte Transportfahrzeug Dingo. Hinzu kommen Führungs- und Informationssysteme sowie fernbedienbare Lafetten mit Aufklärungs- und Beobachtungseinrichtungen. Zudem besitzt KNDS Deutschland weitreichende Systemkompetenzen bei zivilen und militärischen Simulationen.
von Egbert Sass