Deutschland und Frankreich stärken strategische Zusammenarbeit
Ergebnisse des Deutsch-Französischen Verteidigungs- und Sicherheitsrats in Nörvenich und Brühl am 16. und 17. Juli 2026.
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Verteidigungsminister Boris Pistorius hat am 17. Juli 2026 am Deutsch-Französischen Verteidigungs- und Sicherheitsrat (DFVSR) auf dem deutschen Luftwaffenstützpunkt in Nörvenich teilgenommen. Der Rat soll die deutsch-französischen Beziehungen in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik vertiefen und dient dem abgestimmten Vorgehen der beiden Staaten.
Deutschland und Frankreich sind enge Verbündete und Freunde. Im Zentrum ihrer Zusammenarbeit stehen die Bemühungen beider Länder um eine gemeinsame europäische Verteidigung und ein starkes Europa in einer starken NATO. Dazu stimmen sich Vertreterinnen und Vertreter der beiden Länder regelmäßig eng ab – beispielsweise beim Deutsch-Französischen Verteidigungs- und Sicherheitsrat (DFVSR) 2026 im Rahmen des Deutsch-Französischen Ministerrats.
Bei dem Treffen der Staats- und Regierungschefs sowie der Außen- und Verteidigungsministerinnen beziehungsweise -minister in Nörvenich und Brühl am 16. und 17. Juli 2026 ging es vor allem um eine Frage: Wie kann die deutsch-französische Zusammenarbeit weiter gestärkt werden? Einen Schwerpunkt bildeten wichtige strategische Fähigkeiten sowie Industrie- und Rüstungskooperationen. Der Rat hat sich unter anderem zu Kooperationsmöglichkeiten in den folgenden Bereichen ausgetauscht:
Verteidigungsminister Pistorius beim Deutsch-Französischen Verteidigungs- und Sicherheitsrat im Rahmen des Deutsch-Französischen Ministerrats am 16. und 17. Juli 2026 in Nörvenich und Brühl. Auch vor Ort: Deutsche und französische Kampfflugzeuge.
Am Vortag des DFVSR, dem 16. Juli 2026, flogen das französische Strategische Luftwaffenkommando und die deutsche Luftwaffe zudem ihre erste gemeinsame Übung im Rahmen des französischen Konzepts der Forward Deterrence („dissuasion avancée“) – allerdings ohne nukleare Bewaffnung. Zwei französische Rafale-Kampfflugzeuge und zwei deutsche Eurofighter führten gemeinsam mit einem französischen MRTT Phenix eine Luftbetankung durch. Anschließend flogen die Kampfflugzeuge spezifische Manöver und landeten gemeinsam auf dem Luftwaffenstützpunkt Nörvenich.
Die Übung markiert nicht nur den ersten operativen Schritt im Rahmen der bilateralen strategischen Zusammenarbeit, die Präsident Macron und Bundeskanzler Merz im März 2026 vereinbart hatten – sie trägt auch zur Verbesserung der Interoperabilität zwischen den französischen und deutschen Luftstreitkräften bei.
| Military Statement (englisch) |
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“On July 16th, the French Strategic Air Force command and the German Luftwaffe completed the first joint air activity in the context of the French concept of forward deterrence (“dissuasion avancée”). The activity did not involve nuclear weapons. Two French Rafale aircraft from Saint-Dizier airforce base and two German Eurofighter from Nörvenich airforce base joined a French MRTT Phenix for air to air refuelling. The fighters then proceeded for specific manoeuvers and landed together on Nörvenich airforce base that hosts the Franco-German Defense and Security Council on the 17th of July. This activity marks the first operational step within the framework of the bilateral strategic cooperation agreed upon by President Macron and Chancellor Merz in the Joint Declaration of March 2, 2026. In addition, this endeavour has also contributed to increase overall interoperability of French and German air forces.” |
Deutschland und Frankreich haben gemeinsame Ziele, die sie mitunter auf unterschiedlichen Wegen erreichen – überwiegend arbeiten die beiden Länder aber eng und konstruktiv zusammen. Auch in jüngster Vergangenheit haben beide Länder vieles auf den Weg gebracht:
Unter dem Titel „A more European NATO“ engagieren sich beide Nationen zudem in besonderem Maße für eine fairere Lastenteilung (Burdenshifting) im Bündnis, um als Europäer militärisch eigenständiger und handlungsfähiger zu werden. Mit der Rüstungsinitiative ELSA sollen kritische europäische Fähigkeitslücken bei Waffensystemen der Kategorie weitreichender Abstandswaffen (Deep Precision Strike) gemeinsam geschlossen werden. Und im Frühjahr 2025 haben Deutschland und Frankreich die Deutsch-Französische Brigade für das NATO Force Model, die Streitkräfteplanung der Allianz, gemeldet – ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Bündnisverteidigung.
von Lara Finke