Verteidigungsminister Pistorius durchschneidet ein grünes Band
© Bundeswehr/Michael Burgemeister
KategorieSicherheits- und Verteidigungsindustrie

Minister weiht bei Rüstungshersteller Hensoldt neues Werk ein

Boris Pistorius besucht Unternehmen der Verteidigungsindustrie und hat am 23. Juli 2026 bei Hensoldt im schwäbischen Oberkochen Station gemacht. Er betonte bei der Eröffnung weiterer Produktionskapazitäten des Unternehmens, es sei beeindruckend, was dort auf die Beine gestellt worden sei.

Der Vorstandsvorsitzende von Hensoldt, Oliver Dörre, begrüßte Verteidigungsminister Boris Pistorius, in „Optronik valley“, wie Dörre sagte. Präzision habe hier Tradition.  Mit dem neuen Werk erweitert das Unternehmen seine Produktionskapazitäten in den Sparten Optik, Optronik und Sensorik. In dieser Technologiesparte entstehe eine neue Klasse militärischer Systeme. 1600 neue Jobs würden bei Hensoldt geschaffen. Dörre unterstrich, Pistorius und die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr könnten sich auf sein Unternehmen verlassen.  

Pistorius unterstrich in seinem Pressestatement, „wir Deutschen“ neigten dazu, viel darüber zu meckern, dass es nicht vorangehe und vieles andere mehr. Aber Hensoldt zeige an diesem Standort, dass dieses Meckern unberechtigt sei.

Im Zuge seiner Industriebesuchsreise besichtigte Boris Pistorius die Ausweitung der Fertigung von Rüstungsgütern hochpräziser Optik, Optronik und Sensorik. Dabei betonte er den beeindruckenden Ausbau der Produktion in dieser Sparte.

Von großer Bedeutung für die Bundeswehr

Dieses Unternehmen tue genau das, was jetzt und genau in diesen Zeiten von der Rüstungsindustrie erwartet werde, unterstrich der Minister. Es gehe darum, im Rüstungsbereich unabhängiger zu werden und vor die Lage zu kommen. Von der deutschen Verteidigungsindustrie werde Premiumqualität erwartet.   
Hensoldt erhöhe die Produktionskapazitäten in einem für die Verteidigung sehr wichtigen Bereich. Und das Unternehmen steigere auch die Kapazitäten für Wartung und Instandsetzung. Pistorius fügte aber sehr klar hinzu, es werde noch mehr Kapazitäten brauchen, gerade bei Wartung und Instandsetzung.

Der Minister hat beim Besuch des Rüstungsherstellers Hensoldt betont, dass von der deutschen Verteidigungsindustrie Premiumqualität erwartet werde. Für Deutschland gehe es darum, im Rüstungsbereich unabhängiger zu werden und vor die Lage zu kommen.

Traditionsreiche Erfinderregion

Der Minister zeigte sich besonders beeindruckt über den Beitrag konkret aus dieser Erfinderregion, aus Oberkochen auf der Ostalb. „Es gibt ja Orte allenthalben, in Deutschland aber auch darüber hinaus, die für Erfindergeist, für Präzision, für technologischen Fortschritt stehen“, hob Pistorius hervor. Oberkochen sei ganz bestimmt in jeder Hinsicht ein Synonym für solche Orte. Hier werde seit weit mehr als einhundert Jahren Präzision hergestellt. „Hensoldt ist gefragt, Hensoldt ist ein wichtiger Player“, so Pistorius.

Der Minister zeigte sich erfreut darüber, dass Hensoldt die Produktionskapazitäten gerade an diesem Standort weiterentwickele. Das habe sehr viel Arbeit gemacht, sagte Pistorius nicht nur voller Anerkennung an den Vorstand gerichtet, sondern auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dahinter stecke mehr als nur eine unternehmerische Entscheidung. „Dahinter steckt eben auch ein Bekenntnis zu Deutschland und der Ostalb als Technologiestandort und Industriestandort“, so der Minister. Das sei wichtiger denn je, insbesondere auch für den hiesigen Rüstungsindustriestandort Deutschland. Es sei aber auch ganz unmittelbar ein Beitrag zur Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und der NATO.

Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius schaut lächelnd für eine Portraitaufnahme in die Kamera.
Die Präzision und die Qualität, die von hier kommt, ermöglicht unseren Streitkräften ihren Auftrag zu erfüllen.
Verteidigungsminister Boris Pistorius Bundeswehr/Norman Jankowski

An diesem Standort entstünden Produkte, auf welche die Bundeswehr, Deutschlands Partner in Europa und die NATO mehr denn je angewiesen seien. In diesem Kontext betonte Pistorius, Skalierbarkeit, Zuverlässigkeit und der Zeitpunkt, zu dem geliefert werde, seien für die Bundeswehr und ihre Partner von geradezu existenzieller Bedeutung. Deswegen sei er froh, mit Hensoldt einen so zuverlässigen Partner zu haben, sagte der Minister.

Rundgang durchs Werk

Bei seiner Werksbesichtigung informierte sich Boris Pistorius über diverse Produktsegmente des Unternehmens. Hier ging es unter anderem um Produkte für die Waffensysteme Puma (Lesen Sie hierzu auch: Schützenpanzer Puma), Schakal (Hierzu: Radschützenpanzer Schakal), Leopard 2 (Zum Thema: Kampfpanzer Leopard 2), Luchs 2 und Fennek (Lesen Sie hierzu: Spähwagen Fennek).

Konkret wird in Oberkochen nicht nur die Kommandantensicht für den Leopard 2, den Puma und den Schakal gefertigt, sondern auch die Periskope für deutsche U-Boote haben hier auf der Ostalb ihren Ursprung. Der Minister besichtigte daher auch die Seerohrproduktion. Darüber hinaus informierte er sich über die Fertigung für das luftgestützte Aufklärungssystem Pegasus (Hierzu: Aufklärungssystem Pegasus).

Beim Besuch der Firma Hensoldt hebt Verteidigungsminister Boris Pistorius die Bedeutung einer Rüstungsfertigung in Premiumqualität hervor. Diese habe für die Bundeswehr und ihre Partner in EU und NATO existenzielle Bedeutung.

Austausch mit der Belegschaft ist Pistorius wichtig

Der Minister nutzte seinen Besuch zum Austausch mit der Belegschaft des Unternehmens. An ihre Adresse sagte er, sein Dank gelte allen, die das an diesem Tag von Pistorius und dem Hensoldt-Vorstand eröffnete Werk geplant, gebaut und möglich gemacht hätten: den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Ingenieurinnen und Ingenieuren, den Handwerksbetrieben, den Planern, den Verantwortlichen des Unternehmens sowie den Partnern aus Kommune und Land.

„Ich weiß sehr wohl, dass das an guter Geschäftsführung hängt und an guter Organisation – aber ohne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die wissen, was sie tun, die gerne für dieses Unternehmen und für die Sache arbeiten, die also Verantwortung und Leidenschaft gleichzeitig spüren, wäre das alles nicht möglich“, so Pistorius.  

Deshalb richtete der Minister seinen ganz persönlichen Dank an die Belegschaft. Ihr, darunter auch Vertreter des Betriebsrats, Auszubildende und junge Menschen, die ein duales Studium absolvieren, sagte Pistorius: „Seien Sie stolz auf sich, ich bin es!“

von Jörg Fleischer

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