Bundeswehrkrankenhaus Westerstede erhält fachärztliche Untersuchungsstelle für Gynäkologie
Westerstede, 10.09.2012.
Das Bundeswehrkrankenhaus Westerstede und die Ammerland-Klinik werden zukünftig auch im Fachgebiet Gynäkologie zusammenarbeiten. In einem Festakt im Bundeswehrkrankenhaus Westerstede wurde im Beisein des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister der Verteidigung Thomas Kossendey am 3. September ein entsprechender Kooperationsvertrag unterzeichnet.

Der Sanitätsdienst der Bundeswehr schafft damit erstmals eigene Behandlungsmöglichkeiten und Beratungskompetenz auf dem Gebiet der Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Der Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, Generaloberstabsarzt Dr. Ingo Patschke unterzeichnete zusammen mit dem Hauptgeschäftsführer der Ammerlandklinik, Dr. Michael Wuttke, den Vertrag.
Im Vertrag wird der Aufbau einer fachärztlichen Untersuchungsstelle im Bundeswehrkrankenhaus Westerstede vereinbart, in der Soldatinnen ambulant behandelt werden können. Räumlich wird diese an die Ambulanz der Ammerland-Klinik angebunden sein. Stationäre Aufnahmen sollen in der Ammerland-Klinik erfolgen. „Mit dem medizinischen Angebot ist ein wichtiger Schritt für die Behandlung und Begutachtung von Soldatinnen getan
“, erklärte der Chefarzt des Bundeswehrkrankenhaus Westerstede, Oberstarzt Dr. Christoph Rubbert, in seiner Begrüßungsrede.

Die Vertragsunterzeichnung stellt einen weiteren Schritt für die Vertiefung der Kooperation zwischen der Ammerland-Klinik und dem Bundeswehrkrankenhaus Westerstede dar, von dem beide Partner bislang ausgesprochen profitieren. Die Ammerländer Frauenklinik umfasst alle Bereiche der Gynäkologie. Da der Sanitätsdienst der Bundeswehr derzeit noch über keine Fachärzte für Gynäkologie verfügt, sollen zunächst Fachärzte der Ammerland-Klinik in einer Übergangsphase in der Fachuntersuchungsstelle arbeiten.
Insoweit wies Staatssekretär Kossendey auf den dritten zentralen Punkt der Zusammenarbeit hin: „Wir nutzen die umfassende Weiterbildungsbefugnis der Ammerland-Klinik, um parallel zur ambulanten und stationären Behandlung unsere eigenen Sanitätsoffiziere zu Fachärzten für Frauenheilkunde und Geburtshilfe zu qualifizieren.
“ Dadurch wird im Rahmen der unentgeltlichen truppenärztlichen Versorgung künftig das Leistungsangebot des Sanitätsdienstes für die mittlerweile rund 18.000 Soldatinnen ergänzt und damit „ein wichtiges Signal für die Streitkräfte und die Bundeswehr insgesamt gesetzt
“, so Staatssekretär Kossendey.
Hintergrund des Kooperationsvertrags ist eine Empfehlung des Wehrmedizinischen Beirats vom 19. November 2010. Dieser hatte angesichts des zunehmenden Anteils weiblicher Soldaten die Schaffung eigener fachärztlicher Kompetenz auf dem Gebiet der Gynäkologie im Sanitätsdienst der Bundeswehr für erforderlich erachtet. In einer Chefarztrunde hatten sich daraufhin die Chefärzte der Bundeswehrkrankenhäuser Berlin, Hamburg und Westerstede darauf verständigt, dass im Bundeswehrkrankenhaus Westerstede die erste fachärztliche Untersuchungsstelle Gynäkologie eingerichtet werden soll.
Bereits seit dem Juni 2008 kooperieren das Bundeswehrkrankenhaus Westerstede und die Ammerland-Klinik erfolgreich im modernen Klinikzentrum Westerstede. Der gemeinsame Betrieb von Infrastruktur, Operationssälen und medizinischem Gerät bietet Soldatinnen und Soldaten sowie zivilen Patientinnen und Patienten eine Behandlung mit modernsten Operationsverfahren.
