Sie sind hier: Startseite > Sicherheitspolitik > Internationale Organisationen > Die Vereinte Nationen > Deutschlands militärischer Beitrag 

Deutschlands militärischer Beitrag

Deutschland beteiligt sich bei der Konfliktprävention wie auch bei multinationalen Friedensmissionen der Vereinten Nationen aktiv und in großem Umfang. Dazu gehören auch Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die im Rahmen von peacekeeping und peacebuilding für die Verteinten Nationen im Einsatz sind.

Angetretene Marinesoldaten mit Flagge der UNIFIL Mission

Bundeswehr im Auftrag der Vereinten Nationen (Quelle: Bundesregierung/Bergmann)Größere Abbildung anzeigen

nach oben

UNIFIL: Vor der Küste des Libanons

Nach dem Krieg zwischen Israel und dem Libanon im Sommer 2006 stellte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen fest, dass die Situation vor Ort eine Gefährdung der internationalen Sicherheit darstellt. Daraufhin wurde das UNIFIL-Mandat von 1978, welches ursprünglich nur den Einsatz von Landstreitkräften vorsah, um maritime Kräfte erweitert. Neben der Kontrolle der Seewege beteiligt sich Deutschland auch an der Ausbildung der libanesischen Marine. Ziel ist es, die libanesischen Streitkräfte zu befähigen, die Seewege eigenständig zu kontrollieren.

nach oben

UNAMID: Waffenstillstand im Sudan

Die Bundeswehr unterstützt die Friedensmission UNAMID (African Union/United Nations Hybrid Operation in Darfur) mit bis zu 50 Soldaten, vor allem Militärbeobachtern. Der Einsatz dient der Überwachung des Waffenstillstandes und dem Schutz der Bevölkerung in der Krisenregion des afrikanischen Landes Sudan. Eine Ausweitung der Friedensmission war notwendig geworden, da keine Verbesserung der humanitären Situation und Sicherheitslage erzielt wurde.

Die Bundeswehr leistet dabei einen dauerhaften Beitrag bei der Schaffung von Sicherheit für den wirtschaftlichen und politischen Wiederaufbau. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und der Friedens- und Sicherheitsrat der Afrikanischen Union trafen die Entscheidung für UNAMID im Einklang mit der sudanesischen Regierung. Der Bundestag stimmte der Beteiligung an UNAMID erstmals im November 2007 zu.

nach oben

UNMISS: Frieden für Südsudan

Der Südsudan hat am 9. Juli 2011 seine Unabhängigkeit erklärt. Die staatliche Verwaltung und die wirtschaftliche und soziale Infrastruktur in Südsudan sind bisher nicht in ausreichendem Maße vorhanden. Ihr Aufbau bedarf intensiver Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft.

Kernauftrag der von den Vereinten Nationen geführten Friedensmission in Südsudan ist die Unterstützung beim Staats- und Institutionsaufbau, bei der weiteren friedlichen Entwicklung in Südsudan und beim Schutz von Zivilisten. Die Bundeswehrmandat des Deutschen Bundestages umfasst bis zu 50 Soldaten.

nach oben

MINUSMA: Unterstützung für Mali

Die Bundeswehr beteiligt sich an der Multidimensionalen Integrierten Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali (MINUSMA) auf Grundlage der Resolution 2100 (2013) des UN-Sicherheitsrates vom 25. April 2013. Neben dem Bereitstellen von Lufttransportkapazitäten nimmt das im Senegal stationierte deutsche Kontingent auch Führungs-, Verbindungs-, Beratungs- und Unterstützungsaufgaben innerhalb der Mission wahr. Darüber hinaus wird der VN-Einsatz durch die Bereitstellung einer Luftbetankungsfähigkeit für französische Kräfte unterstützt.

nach oben

MINURSO: Militärbeobachter in der Westsahara

Aufgabe der Mission des Nations Unies pour l’organisation d’un référendum au Sahara occidental, kurz MINURSO, in der Westsahara ist es, den Waffenstillstand zwischen dem Königreich Marokko und der „Befreiungsbewegung“ Frente Polisario zu überwachen. Die Frente Polisario hatte nach dem Rückzug der Kolonialmacht Spanien im Jahre 1976 die Demokratische Arabische Republik Sahara (DARS) ausgerufen. Die Westsahara wird heute jedoch zu 80 Prozent von Marokko kontrolliert.

Mit der UN-Mission wird ein Referendum über den Status der Westsahara angestrebt. Der Beschluss des Bundeskabinetts erlaubt, bis zu vier unbewaffnete Militärbeobachter zu entsenden. Die Dauer des Einsatzes hängt vom Mandat des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen ab, das bis zum 30. April 2014 läuft.

nach oben

UNAMA: Im Schatten von ISAF

Die United Nations Assitance Mission in Afghanistan (UNAMA) wurde am 28. März 2002 vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit der Resolution 1401 gegründet. Ihre Aufgabe ist es, afghanische Institutionen bei der Umsetzung der Bonner Beschlüsse zu unterstützen – beispielsweise auf den Gebieten Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Gleichberechtigung. Ziel ist es, die Stellung der inländischen Einrichtungen zu stärken: UNAMA will sich selbst langfristig überflüssig machen.

nach oben

UNMIL: Hilfe für Liberia

Ziel der Mission ist der Schutz von Zivilisten und die Unterstützung humanitärer Hilfeleistung. Außerdem stehen die Soldaten der liberischen Regierung bei deren Bestrebungen zur Seite, die Justiz- und Sicherheitsorgane zu reformieren sowie die Wahrung der Menschenrechte zu garantieren. Die rechtliche Grundlage für die Mission ist die UN-Resolution 1509.

nach oben

Ausbildung

Das VN-Ausbildungszentrum der Bundeswehr in Hammelburg bereitet militärische Einsatzkontingente vor und bildet regelmäßig internationale Militärbeobachter sowie ziviles Personal aus.

Die Führungsakademie der Bundeswehr steht Offizieren aus den Mitgliedstaaten der vereinten Nationen zur Teilnahme am „United Nations Staff Officer Course“ (UNSOC) offen.

Mit erheblichen finanziellen Mitteln und technischen Beratern aus Deutschland wurde der Aufbau des „Kofi Annan Peacekeeping Training Centre“ in Ghana realisiert, das die Fähigkeit von afrikanischen Regionalorgansiationen zur Peacekeeping-Ausbildung auch in räumlicher Nähe zu zahlreichen aktuellen Operationen stärkt.

nach oben


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 22.10.15 | Autor: Zentralredaktion der Bundeswehr


http://www.bmvg.de/portal/poc/bmvg?uri=ci%3Abw.bmvg.sicherheitspolitik.internationale_organisationen.vereinte_nationen.deutschlands_militaerischer_beitrag