Boris Pistorius und Troels Lund Poulsen stehen nebeneinander während eines Statements.
© Bundeswehr/Christoph Kassette
KategorieSicherheitspolitik

Pistorius in Kopenhagen: Stärkung der deutsch-dänischen Zusammenarbeit

Für ein bilaterales Gespräch mit seinem dänischen Amtskollegen Troels Lund Poulsen war Verteidigungsminister Boris Pistorius am 30. Juni 2025 nach Dänemark gereist. Gegenstand der Gespräche war der Ausbau der deutsch-dänischen Zusammenarbeit, insbesondere im Bereich der maritimen Sicherheit. Dabei ging es auch um einzelne Kooperationsprojekte.

Deutschland und Dänemark verbindet eine enge Beziehung, geprägt von gemeinsamen Werten und Interessen. Mit seinem Besuch unterstrich Verteidigungsminister Pistorius die Wichtigkeit der vertrauensvollen und verlässlichen Zusammenarbeit mit Dänemark. Beide Minister waren sich einig, diese in Zukunft weiter ausbauen zu wollen. Dabei will Deutschland sich auch im für Dänemark hochrelevanten Nordatlantik engagieren und Verantwortung in der Arktis übernehmen. Pistorius sieht darüber hinaus großes Potenzial für intensive Zusammenarbeit bei der Instandhaltung und Wartung sowie in Sachen Rüstungskooperationen.

Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius schaut lächelnd für eine Portraitaufnahme in die Kamera.
Wir müssen wachsam sein und wir müssen bereit sein. Nicht nur an der Ostflanke der NATONorth Atlantic Treaty Organization, sondern auch an ihrer wichtigen Nordflanke.
Verteidigungsminister Boris Pistorius Bundeswehr/Norman Jankowski

Fokus maritime Sicherheit

Nur wenige Tage vor dem Besuch war Dänemark als viertes Mitglied der maritimen Sicherheitspartnerschaft im Nordatlantik beigetreten. Pistorius und Poulsen zeichneten zusammen mit ihrem norwegischen Amtskollegen Tore Sandvik und Kanadas Verteidigungsminister Bill Blair am Rande des NATONorth Atlantic Treaty Organization-Gipfels 2025 in Den Haag eine entsprechende Erklärung. Die maritime Sicherheitspartnerschaft sei ein Schlüsselelement für Abschreckung und Verteidigung im nordatlantischen Raum und sichtbares Zeichen der Lastenteilung. Der Beitritt Dänemarks werde die Partnerschaft deutlich stärken, so Pistorius bei seinem Besuch in Kopenhagen. 

Schutz kritischer Unterwasserinfrastruktur in der Ostsee

Mit Blick auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine stellte Pistorius auch die Wichtigkeit des Schutzes kritischer Unterwasserinfrastruktur (CUICritical Undersea Infrastructure) im Ostseeraum heraus. Gebiete wie Bornholm, Gotland und die baltischen Staaten gewännen aufgrund ihrer Anbindung an Kaliningrad zunehmend an strategischer Bedeutung – ebenso die dänischen Meerengen.

Kritische Unterwasserinfrastruktur ist zunehmend hybriden Angriffen durch Sabotageakte und Störaktionen ausgesetzt. Gas- und Öl-Pipelines oder Unterseekabel garantieren jedoch Energieversorgung und Kommunikation einer Gesellschaft. Dänemark und Deutschland arbeiten seit Jahren gemeinsam an dem Schutz dieser kritischen Unterwasserinfrastruktur. Auch für Dänemark ist das Thema von zentraler Bedeutung.

Zum Schutz der Kabel und Pipelines in der Ostsee haben die NATONorth Atlantic Treaty Organization-Ostseeanrainerstaaten auf einem Treffen im finnischen Helsinki im Januar 2025 die Mission Baltic Sentry – die „Ostsee-Wache“ – ins Leben gerufen. Sie zählt zu den Maßnahmen erhöhter Wachsamkeit (eVAenhanced Vigilance Activities) der Bündnispartner an der Nord- und Ostflanke der NATONorth Atlantic Treaty Organization angesichts der russischen Aggression. Baltic Sentry sende ein klares Signal der Abschreckung und Einheit des Bündnisses, unterstrich der Minister in Kopenhagen: „Das ist Abschreckung durch Präsenz!“ Auch die Einrichtung der CTFCommander Task Force-Baltic und der Vorschlag Deutschlands und Norwegens zur Etablierung fünf regionaler CUICritical Undersea Infrastructure-Hubs zur Erstellung eines regionalen Lagebildes zielen auf die frühzeitige Erkennung und Abschreckung disruptiver hybrider Aktivitäten ab.

Die Nordflanke der NATONorth Atlantic Treaty Organization

Auch die Arktis war Gegenstand der Gespräche zwischen Pistorius und seinem dänischen Amtskollegen. Nicht zuletzt durch den Klimawandel und die sich daraus ergebenden ökonomischen Möglichkeiten gewinnt sie an sicherheitspolitischer Relevanz. Aber auch die zunehmende Militarisierung der Region durch Russland gibt Anlass zur Sorge.

Deutschland beabsichtigt, seine Beiträge zu Abschreckung und Verteidigung im hohen Norden und in der Arktis weiter auszubauen. Angestrebt sind Initiativen wie die maritime Sicherheitspartnerschaft, Rüstungskooperationen oder auch militärische Präsenz bei Übungen. Noch im Jahr 2025 wird Deutschland mit dem Einsatzgruppenversorger „Berlin“ eine nationale Präsenzfahrt in die Region unternehmen. Geplant sind Hafenaufenthalte und Übungen in Island, Grönland und Kanada. Erstmalig wird Deutschland auch an der kanadischen Arktisübung Nanook teilnehmen. Diese sichtbare Präsenz sei ihm wichtig, bestätigte Pistorius seinem Amtskollegen Poulsen. 

Pistorius sieht Potenzial in deutsch-dänischer Rüstungskooperation

Seien es die mobilen Einrichtungen der F-35 oder der Kampfpanzer Leopard – Dänemark und Deutschland arbeiten bereits in zahlreichen Projekten zusammen. Pistorius betonte in der dänischen Hauptstadt noch einmal: Interoperabilität und Austauschbarkeit seien der Schlüssel zum Erfolg. Jede weitere Kooperation sei ein Schritt hin zu mehr europäischer transatlantischer Lastenteilung.

Mit Blick auf die anstehende dänische EUEuropäische Union-Ratspräsidentschaft freut sich Pistorius auf Ideen und Initiativen. Das Programm der Präsidentschaft – Sicherheit und Verteidigung, Stärkung der Verteidigungsindustrie und Unterstützung der Ukraine – setze den richtigen Schwerpunkt. Pistorius appellierte: „Lassen Sie uns das Potenzial einer engen europäischen Zusammenarbeit optimal nutzen.“

von Lara Finke

Inhalte teilen via

Anfang Footer Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

Auf dieser Website nutzen wir Cookies und vergleichbare Funktionen zur Verarbeitung von Endgeräteinformationen und (anonymisierten) personenbezogenen Daten. Die Verarbeitung dient der Einbindung von Inhalten, externen Diensten und Elementen Dritter, der eigenverantwortlichen statistischen Analyse/Messung, der Einbindung sozialer Medien sowie der IT-Sicherheit. Je nach Funktion werden dabei Daten an Dritte weitergegeben und von diesen verarbeitet (Details siehe Datenschutzerklärung Punkt 4.c). Bei der Einbindung von sozialen Medien und interaktiver Elemente werden Daten auch durch die Anbieter (z.B. google) außerhalb des Rechtsraums der Europäischen Union gespeichert, dadurch kann trotz sorgfältiger Auswahl kein dem europäischen Datenschutzniveau gleichwertiges Schutzniveau sichergestellt werden. Sämtliche Einwilligungen sind freiwillig, für die Nutzung unserer Website nicht erforderlich und können jederzeit über den Link „Datenschutzeinstellungen anpassen“ in der Fußzeile unten widerrufen oder individuell eingestellt werden.

  • Logo Bundesministerium der Verteidigung

    Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

    Detaillierte Informationen zum Datenschutz finden Sie unter Datenschutzerklärung