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Verteidigungsministerium veröffentlicht Militärische Luftfahrtstrategie

Berlin, 19.01.2016.
Mehr Transparenz in der Dimension Luft: Erstmals hat das Verteidigungsministerium eine Militärische Luftfahrtstrategie erarbeitet, die die zivile Luftfahrtstrategie der Bundesregierung ergänzt. Die Militärische Luftfahrtstrategie definiert, über welche Fähigkeiten die Bundeswehr verfügen muss und welche optional sind. Damit einhergehend werden Schwerpunkte für die Ausrichtung der deutschen Rüstungspolitik identifiziert.

Zwei Eurofighter beim Ausstoß von Infrarottäuschkörpern

Der Eurofighter – von Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien in Gemeinschaftsproduktion entwickelt und gebaut. (Quelle: Bundeswehr/Metternich)Größere Abbildung anzeigen

Die unter der Federführung von Rüstungsstaatssekretärin Katrin Suder erstellte Militärische Luftfahrtstrategie ist Teil der Luftfahrtstrategie der Bundesregierung von 2014. Die Militärische Luftfahrtstrategie richtet sich an die interessierte Öffentlichkeit in Parlament, Industrie und Interessenvertretungen sowie Bundeswehr-Interne Adressaten. „Sie ist transparent, und wir machen sehr klar, was wir an Bedarf und Anforderungen haben“, so die Staatssekretärin.

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Zeitliche Dimension

Strategisch bedeutsam ist die Luftfahrt schon wegen der zu berücksichtigenden zeitlichen Dimensionen: Aufgrund der Komplexität der Systeme vergehen Jahre, nicht selten Jahrzehnte, von der Entscheidung bis zur Auslieferung an die Truppe. In den vergangenen 20 Jahren wurden mit dem Eurofighter, dem Transportflugzeug A400M oder dem Hubschrauber NH90 bereits wegweisende Entscheidungen getroffen.

Die Bundeswehr verfügt aber auch über Waffensysteme, die innerhalb der kommenden zehn Jahre das Ende ihrer Nutzungsdauer erreichen werden, unter anderem der schwere Transporthubschrauber CH53. Indem die Militärische Luftfahrtstrategie Fähigkeiten priorisiert, identifiziert sie den aktuellen und künftigen Handlungsbedarf.

Klar ist, dass die Entwicklung hochkomplexer Waffensysteme - zum Beispiel ein neues Kampfflugzeug (Next Generation Weapon System) - nicht mehr im nationalen Alleingang möglich ist. Seit vielen Jahren arbeitet Deutschland in der militärischen Forschung und Entwicklung – vor allem im Bereich Luftfahrt – sehr eng mit internationalen Partnern zusammen. Erfahrungen zeigen jedoch, dass diese internationalen Kooperationen einer Neuausrichtung bedürfen.

NH90 bei Landung

Der NH90 stellt das größte jemals in der Europäische Union aufgelegte Militärhubschrauberprogramm dar. (Quelle: Bundeswehr/Schubert)Größere Abbildung anzeigen

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Lead-Nation-Prinzip

Angelehnt an das Framework-Nations-Concept der NATO sollte laut der Militärischen Luftfahrtstrategie ein Land die Führungsrolle für ein Projekt übernehmen. Das müsste nicht zwingend die Nation sein, die die meisten Stückzahlen bestellt, es könnte auch das Einbringen von Schlüsseltechnologien maßgebend sein.

Es geht vor allem um die Prozessführerschaft. „Wir müssen stärker auf individuelle Wünsche verzichten und uns auf ein Set an Anforderungen verständigen“, erklärt Staatssekretärin Suder. Das Motto für dieses Lead-Nation-Prinzip lautet: Souveränitätsverzicht im Kleinen für Souveränitätsgewinn im Großen. Ziel ist es, multinationale Kooperationen für Luftfahrzeuge weiter auszubauen.

So hat Deutschland die Führungsrolle zur Entwicklung einer waffenfähigen Aufklärungs-Drohne übernommen. Die Militärische Luftfahrtstrategie erkennt in der Technologie der unbemannten Systeme (UAS) eine Schlüsselkompetenz, die durch maßgebliche industrielle Beiträge aus Deutschland geprägt werden sollte.

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Orientierung für die Rüstungsindustrie

Die neuen strategischen Linien bieten der Rüstungsindustrie eine Orientierung für ihre Ausrichtung. Schließlich sind fast 100 Firmen der wehrtechnischen Luftfahrtindustrie am Standort Deutschland – mit über 22.000 Mitarbeitern – für die Versorgungssicherheit der deutschen Luftstreitkräfte mit verantwortlich. Die aus dem Dialog zwischen Verteidigungsministerium und der Rüstungsindustrie gewonnen Empfehlungen sollen in eine militärische Technologie-Roadmap des BMVg einfließen und ressortgemeinsam eingebracht werden.

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Stand vom: 02.06.16 | Autor: Florian Manthey


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