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Details der Einzelprojekte zur Neuausrichtung

Berlin, 22.06.2011.
In dieser Phase der Neuausrichtung der Bundeswehr geschehen die nächsten Schritte in Form von elf Einzelprojekten. Diese Projekte und ihre Leiter werden hier kurz skizziert.

Neuordnung der Streitkräfte

In diesem Einzelprojekt wird der Bereich der Streitkräfte neu organisiert mit:

  • einem Gesamtumfang – einschließlich der Reservisten – von bis zu 185.000 Soldaten (170.000 Berufs- und Zeitsoldaten + 5.000 Freiwillig Wehrdienstleistende + X weitere Freiwillig Wehrdienstleistende),
  • fünf eng aufeinander abgestimmten Teilstreitkräften/militärischen Organisationsbereichen mit jeweils einem Führungskommando unter Wegfall einer Führungsebene, Einsparung von Hierarchiebenen inklusive Reduzierung von Generals-/Admiralsdienstposten sowie deutlicher Kürzung des Zivilpersonals,
  • der Ausgestaltung der neuen Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Inspekteure,
  • der Einsatzführung und nationalen Operationsführung für alle Einsatzarten und den dazugehörigen Kommandobehörden,
  • Untersuchung/Ausgestaltung der Wahrnehmung streitkräftegemeinsamer Funktionen.

Das Einzelprojekt wird geleitet von Generalleutnant Norbert Finster.

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Stationierungskonzept

Zum Projekt Stationierungskonzept gehört die Erarbeitung, Billigung und Kommunikation des Stationierungskonzepts 2011. Im Zuge der Erarbeitung des Stationierungskonzepts erfolgt auch eine Bereinigung der unterschiedlichen Zählweisen von Standorten durch Schaffung einer durchgängigen Definition.

Die Entscheidung zur Stationierung aller zivilen und militärischen Organisationselement der gesamten Bundeswehr erfolgen im Herbst dieses Jahres.

Das Einzelprojekt wird ebenfalls von Generalleutnant Norbert Finster geleitet.

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Organisation BMVg

In diesem Einzelprojekt werden die Organisationsgrundlagen des Verteidigungsministeriums angepasst durch:

  • Konzentration des Ministeriums auf ministerielle Kernaufgaben,
  • Reduzierung der Aufbauorganisation des Ministeriums auf neun Abteilungen mit insgesamt rund 2.000 Dienstposten,
  • Organisatorische (Neu-)Zuweisung der ministeriellen Aufgabenwahrnehmung, Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten,
  • Neuregelung der Ablauforganisation des Ministeriums unter besonderer Berücksichtigung der neuen Abteilungsstruktur sowie der neuen Rolle des Generalinspekteurs,
  • Erstellung der Organisationsgrundlagen für die Zielstruktur des Verteidigungsministeriums.


Projektleiter dieses Einzelprojekts ist Ministerialdirigent Christoph Reifferscheid.

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Personalmanagement / Nachwuchsgewinnung

Im Einzelprojekt Personalmanagement / Nachwuchsgewinnung geht es um die Schaffung einer den Erfordernissen der Bundeswehr angepassten bundeswehrgemeinsamen Personalgewinnungsorganisation und eines eigenen Organisationsbereiches „Personal“ mit gleichzeitiger Optimierung des Personalprozesses. Im Einzelnen ist unter anderem Folgendes vorgesehen:

  • Bündelung von fachlicher und organisatorischer Verantwortung,
  • Konsequente Verschränkung des militärischen und zivilen Personalmanagements,
  • Einrichtung eines bundeswehrgemeinsamen Personalamts,
  • Integration und Konzentration der Abrechnungsarten in Servicezentren (Besoldung, Entgelt, Beihilfe, unentgeltliche truppenärztliche Versorgung, Beschädigtenversorgung, Dienstzeitversorgung, Familienkasse, einigungsbedingte Sonderaufgaben).

Das Einzelprojekt wird geleitet von Generalleutnant Wolfgang Born.

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Reformbegleitprogramm

Im Einzelprojekt Reformbegleitprogramm wird an einer schnellen und sozialverträglichen Personalanpassung gearbeitet. Ferner werden die Voraussetzungen zur personellen Umsetzung des Reformprozesses auf der Basis der Entscheidungen zu Stationierung, Struktur und Organisation geschaffen und die für den personellen Ab- und Umbau erforderlichen gesetzgeberischen und sonstigen Initiativen erarbeitet.

Das Einzelprojekt wird ebenfalls von Generalleutnant Wolfgang Born geleitet.

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Bildungs- und Qualifizierungslandschaft

Die Bildungs- und Qualifizierungslandschaft der Bundeswehr wird in diesem Einzelprojekt lückenlos und zusammenhängend ausgestaltet („vom Hauptschüler zum Uni-Absolventen“).

Das Bildungsangebot wird mit folgenden Schwerpunkten neu ausgerichtet:

  • bundeswehrgemeinsame Führungskräfteentwicklung,
  • Potenzialausschöpfung in einem ungeteilten Personalkörper,
  • Verbesserung der Wiedereingliederung von Zeitsoldaten (u.a. durch allgemein anerkannte Qualifikationen),
  • erweiterte Durchlässigkeit der Laufbahnen.


Die Zuständigkeiten für schulische, berufliche (Zivilberufliche Aus- und Weiterbildung) und akademische Ausbildung werden in der Abteilung Personal konzentriert. Die Universitäten der Bundeswehr werden in den Organisationsbereich Personal eingegliedert und als Spitzensegment der Bildung und der Nachwuchswerbung /-gewinnung weiterentwickelt.
Geprüft wird ferner, inwieweit das Bildungsangebot für Außenstehende geöffnet werden kann.

Das Einzelprojekt wird geleitet von Generalleutnant Wolfgang Born.

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Rüstung, Nutzung, IT

Ziel dieses Einzelprojekts ist die Schaffung eines neuen – den gesamten Lebenszyklus des Materials umfassenden – Ausrüstungs- und Nutzungsmanagements (inklusive IT, Bekleidung und so weiter). Dabei sollen im relevanten zivilen und militärischen Ämterbereich bis zu 30 Prozent Personal (mindestens 20 Prozent) eingespart werden.

Es wird ein neuer einheitlicher Ausrüstungs-/Nutzungsprozess erarbeitet, der durch klare Verantwortlichkeiten verbunden mit eindeutigen Entscheidungskompetenzen und reduzierten Schnittstellen verbunden ist. Dazu wird eine Aufbauorganisation im Verteidigungsminsterium und im nachgeordneten Bereich geschaffen, in der die derzeit verteilten Aufgaben der Beschaffung und „Materialverantwortung für die Einsatzreife“ in einem zentralen Ausrüstungs-/Nutzungsamt mit Geschäftsbereich zusammengeführt werden. Zudem wird eine an die Strukturen und neuen Prozesse angepasste konzeptionelle Grundlage zur optimalen IT-Unterstützung der Ziele der Bundeswehr geschaffen.

Geleitet wird das Einzelprojekt von Ministerialdirektor Detlef Selhausen.

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Infrastruktur und Dienstleistungen

Im Bereich Infrastruktur und Dienstleistungen (IUD) werden die Strukturen angepasst und die Prozesse so optimiert, dass eine Personaleinsparung (bezogen auf den bisherigen Dienstpostenumfang in der Territorialen Wehrverwaltung gesamt) von rund 30 Prozent erreicht wird.

Hierzu sind folgende Maßnahmen vorgesehen:

  • Bündelung von Fach- und Organisationskompetenz auf allen Ebenen, Zusammenführung von Bedarfsträger und Bedarfsdecker, Straffung der Verfahren und Abläufe,
  • Zusammenführung von Verpflegung und bewirtschaftete Betreuung,
  • Prüfung der Anteile Eigenleistung und Fremdbeauftragung (Liegenschaftsbetrieb, Verpflegung, bewirtschaftete Betreuung),
  • Schaffung einer bundeswehrgemeinsamen Infrastruktur- und Verpflegungsorganisation,
  • Bündelung gesetzlicher Schutzaufgaben,
  • Fachliche und organisatorische Verantwortung für die zivile Einsatzunterstützung im Bereich IUD,
  • Aufgabe der dreistufigen Verwaltungsstruktur, Einrichtung einer Bundesoberbehörde sowie regionaler Kompetenzzentren für Baumanagement und für Travel Management,
  • Konzentration der auf Ortsebene zu erbringenden zivilen Unterstützungsleistungen in Bundeswehr-Dienstleistungszentren und
  • Stärkung der eigenverantwortlichen Aufgabenwahrnehmung im nachgeordneten Bereich.

Die Truppe wird durch Übernahme der Aufgaben militärischer Rechnungsführer (Dienstpostenneutral) und die fachliche/organisatorische Zusammenführung des Brandschutzdienstes (mit Übernahme der zivilen/militärischen Dienstposten) entlastet.

Projektleiterin dieses Einzelprojekts ist Ministerialdirektorin Alice Greyer-Wieninger.

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Überprüfung Rüstungs- und Beschaffungsvorhaben

Die Überprüfung der laufenden und geplanten Rüstungs- und Beschaffungsvorhaben erfolgt mit dem Ziel der Anpassung der Beschaffungsvorhaben an das neue Fähigkeitsprofil und einer frühestmöglichen Wirksamkeit der angestrebten Einsparungen im Haushalt.

Dieses Einzelprojekt wird von Vizeadmiral Manfred Nielson geleitet.

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Reservistenkonzeption

Zielsetzung des Einzelprojekts Reservistenkonzeption ist

  • die Weiterentwicklung und Anpassung des in Erarbeitung befindlichen Reservistenkonzepts an die neuen Aufgaben der Bundeswehr und der Streitkräftstruktur (3-Säulen-Modell,
  • die Einbindung aller interessierten Reservisten in die zukünftigen Aufgaben der Streitkräfte,
  • das Sicherstellen einer breiten Akzeptanz für den Dienst als Reservist bei der Bundeswehr (Reservisten und zivile Arbeitgeber) sowie
  • die Etablierung der Reservisten als zuverlässiges Bindeglied zwischen Bundeswehr und Gesellschaft.


Projektleiter dieses Einzelprojekts ist der stellvertretende Generalinspekteur der Bundeswehr Generalleutnant Günter Weiler.

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Steuerung und Controlling

Das Controlling in der Bundeswehr soll zukünftig eine zielorientierte Steuerung und ein funktionsfähiges Management Informationssystem (MIS) bieten, damit Führungskräfte bei der Steuerung unterstützt und relevante Informationen ebenengerecht für Führungsentscheidungen einfach und transparent dargestellt werden.

Ziel des Einzelprojekts Steuerung und Controlling ist:

  • die Konkretisierung der Steuerungslogik und des gemeinsamen Steuerungsverständnisses in der Bundeswehr,
  • die Ableitung eines Zielsystems BMVg/Bundeswehr, Definition der Kennzahlen und eines entsprechenden Berichtswesens sowie deren Zusammenführung in einem Fachkonzept MIS,
  • die Konzeption integrierte Steuerungs- und Controllingprozesse, Berichtsprozesse, Zielvereinbarung und Zielnachhaltung – insbesondere für den strategischen und operativen Planungsprozess,
  • die Statusaufnahme zu Informationsangebot und –bedarf für Entscheider in BMVg/Bundeswehr und zu technischer Datenverfügbarkeit,
  • die Formulierung eines Masterplans Controlling und
  • das Einbringen und Abstimmen der Steuerungs- und Controllingaspekte bei der Weiterentwicklung/Ausgestaltung der relevanten Prozesse im Zuge der Neuausrichtung und Konzeption des künftigen Prozessmanagements.


Geleitet wird dieses Einzelprojekt von Ministerialdirektor Paul Jansen.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Matthias Mantey


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