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Das Wachbataillon – Ehrengarde der Bundeswehr

Keine andere Einheit der Bundeswehr ist so häufig auf Bildern zu sehen wie das Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung. Ob Staatsbesuch, Kranzniederlegung oder Großer Zapfenstreich, das Wachbataillon in Reih und Glied verleiht jedem Anlass einen feierlichen Charakter.

Soldaten stehen in einer Reihe

Das Wachbataillon ist angetreten (Quelle: Bundeswehr/Stollberg)Größere Abbildung anzeigen

Der rote Teppich ist ausgerollt und zu beiden Seiten stehen Soldaten am Flughafen Berlin Tegel. Als der Staatsgast seine Maschine verlässt, ertönen militärische Kommandos. Die Angetretenen reagieren wie ein Mann. Die Bundesrepublik Deutschland erweist regelmäßig offiziellen Besuchern militärische Ehren beispielsweise durch eine angetretene Formation aller drei Teilstreitkräfte als Ehrenbataillon.

Die verschiedenen Aufstellungen, Exerzierbewegungen und Formationsstärken richten sich nach nationalen Gepflogenheiten, Ausbildungstraditionen, dem protokollarischen Rang des Gastgebers und dem Anlass des Besuchs.

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Wem stehen militärische Ehren zu?

Neben den Gästen des Bundespräsidenten stehen auch denen des Bundeskanzlers, des Bundesverteidigungsministers, des Generalinspekteurs der Bundeswehr sowie allen Inspekteuren der Bundeswehr Ehrenformationen entsprechend ihres protokollarischen Ranges zu.

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Fahnenband von Königin Elisabeth II. von Großbritannien

Um das internationale Protokoll erfüllen zu können, wurde das Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung am 16.02.1957 in Rheinbach bei Bonn aufgestellt. Es ist somit eines der ältesten Truppenteile der Bundeswehr. Nach mehreren Umzügen ist das Bataillon heute in Berlin und Siegburg beheimatet. Der ehemalige Bundespräsident Heinrich Lübke übergab dem Wachbataillon 1965 als erstem Verband der Bundeswehr eine Truppenfahne als äußeres Zeichen gemeinsamer Pflichterfüllung im Dienst für Volk und Staat. Das erste Fahnenband wurde von Königin Elisabeth II. von Großbritannien als Symbol ihrer Anerkennung verliehen.

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Leitspruch „Semper Talis“

Der Ursprung des Bataillons reicht bis zur Zeit des Kurprinzen Friedrich und des Grafen Lottum im Jahr 1673 zurück. Unmittelbare Vorläufer des Wachbataillons sind das „1. Garde-Regiment zu Fuß“ und das „1. Bataillon des Infanterie-Regiments 9“. „Semper Talis“, was soviel bedeutet wie „Immer vortrefflich“, wurde als Leitspruch des Wachbataillons vom „1. Garde-Regiment zu Fuß“ übernommen.

Soldaten in Formation mit Fackeln

Einsatz der Soldaten des Wachbataillons beim Großen Zapfenstreich (Quelle: Bundeswehr/Grauwinkel)Größere Abbildung anzeigen

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Alle Uniformen in einem Bataillon

Das Bataillon besteht heute aus dem Bataillonsstab, einer Stabs- und Versorgungskompanie, sieben Protokollkompanien vier Wachkompanien des Heeres, zwei Luftwaffensicherungskompanien und einer Marinesicherungskompanie.

Zusätzlich gibt es noch eine Sicherungskompanie und eine Feldersatzkompanie, die jedoch im Frieden nicht aktiv ist. Insgesamt dienen beim Wachbataillon ca. 1.033 Soldaten, 713 Heeressoldaten, 232 von der Luftwaffe und 88 Marinesoldaten.

Zwei Drittel der Dienstzeit besteht aus protokollarischem Ehrendienst. Dieser umfasst sowohl die Ausbildung zum Protokollsoldaten als auch die Protokolleinsätze. Im Bataillon leisten Soldaten aller Teilstreitkräfte - Heer, Luftwaffe und Marine - ihren Dienst.

Mit Ausnahme des Kommandeurs und seines Stellvertreters sind alle Soldaten mit den Uniformen der drei Teilstreitkräfte ausgestattet, so dass immer alle drei Teilstreitkräfte repräsentiert werden können.

Voraussetzung für den Einsatz im Protokolldienst ist neben der vollen gesundheitlichen Tauglichkeit eine Körpergröße zwischen 1,75 und 2,00 Meter. Aufgrund der Gepflogenheiten des internationalen Protokolls ist das Tragen von Bärten und Brillen nicht zugelassen.

Jedoch ist das Tragen einer Brille kein Ausschlusskriterium für das Wachbataillon. Brillenträger können, wenn nötig, bei einem Einsatz Tageskontaktlinsen bekommen.

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Vom Ehrenposten bis zum Großen Zapfenstreich

Neben den üblichen Vorschriften für den Formaldienst gibt es für den Protokolldienst angepasste eigene, die „Semper“ und die „Talis“. In ihnen sind die Anforderungen an den Einzelnen, die Kleiderfragen, die einzelnen Griffe des Karabiner 98k, deren Tempo und die Einsatzformen, wie Ehrenposten oder Ehrenwache, genau beschrieben.

Der Ausbildungsgang unterscheidet sich wesentlich von anderen Einheiten. Von Anfang an stehen die vielfältigen Protokolleinsätze im Vordergrund. Nach einer Dienstzeit von drei Monaten wird die Protokollfertigkeit erreicht, sodass gängige Inhalte der Grundausbildung nachgeholt werden müssen.

Dann ist jeder Soldat in der Lage im Rahmen eines Flaggenkommandos, als Ehrenposten, als Ehrenwache, Ehrenspalier, im Rahmen einer Ehrenkompanie, eines Ehrenbataillons oder bei einem Großen Zapfenstreich das Gelernte anzuwenden.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Zentralredaktion


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