Strategic C2 System for CSDP
Durch ein einheitliches Führungs- und Informationssystems soll die Fähigkeit zur Zusammenarbeit der eingesetzten Kräfte erhöht werden.
Ein Überblick über das PESCO-Projekt European Medical Command (EMC).
| Projektname | European Medical Command |
| Koordinator | Deutschland |
| Mitglieder | Belgien, Frankreich, Italien, Niederlande, Polen, Rumänien, Schweden, Slowakei, Spanien, Tschechien |
| Zeithorizont | Anfangsbefähigung seit September 2019, Vollbefähigung Ende 2021 |
European Medical Command (EMC) dient dem gemeinsamen und effizienten Management sanitätsdienstlicher Leistungen.
Innerhalb der PESCO-Initiative European Medical Command koordiniert Deutschland die Zusammenarbeit der Sanitätsdienste verschiedener europäischer Nationen. Wichtige Ziele: gemeinsame Fähigkeitsentwicklung, erhöhte Interoperabilität und schnellere …
Mit dem Projekt European Medical Command (EMC) wird ein einheitliches Koordinierungs- und womöglich späteres Führungselement für die Sanitätsdienste der beteiligten Streitkräfte aufgebaut. Durch die Schaffung einer zunächst nationalen deutschen Dienststelle mit multinationaler Beteiligung wird eine Fähigkeitslücke geschlossen: Es wird ein Koordinierungs- und Unterstützungselement für NATO- oder EU-Hauptquartiere und militärische Sanitätsdienste zur Fähigkeitsentwicklung und zur Erhöhung der Interoperabilität und Einsatzbereitschaft geschaffen. Das PESCO-Projekt EMC ist mit dem Multinational Medical Coordination Centre (MMCC) im Rahmennationen-Konzept der NATO verknüpft, das ebenfalls von Deutschland koordiniert wird. Über das MMCC sind auch Estland, Griechenland, Großbritannien, Litauen, Luxemburg, Norwegen und Ungarn eingebunden. Beide Vorhaben werden gemeinsam weiterentwickelt und stellen als MMCC/EMC ein Leuchtturmprojekt der militärischen Kooperation zwischen EU und NATO dar: Mit Erreichen der Vollbefähigung sollen EMC und MMCC nicht nur inhaltlich und strukturell, sondern auch begrifflich ineinander aufgehen.
An einem fiktiven Beispiel erklärt: In der Sahelregion südlich der Sahara bereitet sich eine Infektionskrankheit zu einer regionalen Epidemie aus. Die EU-Mitgliedstaaten entschließen sich, medizinische Hilfe zu leisten, um die Verbreitung der Krankheit einzudämmen und so eine weitere Destabilisierung der Region zu verhindern. Das EMC gewährleistet, dass die multinationalen Sanitätsdienstkräfte bei Vorbereitung und Durchführung ihres Einsatzes auf ein einheitliches Lagebild zurückgreifen könnten und ihnen damit sofort ein übersichtliches Situationsbild des gesamten Sahel zur Verfügung stehen würde. Das EMC kann daraufhin die Kräfte aus einer Hand schnell und mit der bedarfsgerechten, effizienten und interoperablen Ausstattung zu den Orten führen, wo der Unterstützungsbedarf am größten ist. Dies führt zu schnelleren und besser abgestimmten Sanitätsdienstleistungen und trägt im Krisenfall entscheidend dazu bei, in den betroffenen Staaten Leben zu retten und so die Situation zu stabilisieren.
von Claudia Rödel