Strategic C2 System for CSDP
Durch ein einheitliches Führungs- und Informationssystems soll die Fähigkeit zur Zusammenarbeit der eingesetzten Kräfte erhöht werden.
Ziele des PESCO-Projekts sind die Entwicklung, der Aufbau und der Betrieb eines multinationalen Cyber and Information Domain (CID) Coordination Centre (CIDCC) als ständiges multinationales militärisches Element für die Europäische Union, um Erkenntnisse und Informationen aus dem Cyber- und Informationsraum auszutauschen und auszuwerten.
| Projektname | Cyber and Information Domain Coordination Centre (CIDCC) |
| Koordinator | Deutschland |
| Mitglieder | Frankreich, Niederlande, Ungarn |
| Beobachter | Belgien, Estland, Griechenland, Italien, Österreich, Polen, Portugal, Slowakei, Spanien, Tschechien, Zypern und Irland. |
| Zeithorizont | Erstbefähigung ab 2023 / 2026 Projektabschluss und Einsatzbereitschaft |
Was ist die Absicht dieses PESCO Projekts?
Der Cyber- und Informationsraum (CIR) wird auch für die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) der Europäischen Union immer wichtiger. Deshalb beabsichtigen die Projektpartner Frankreich, Niederlande und Ungarn gemeinsam mit Deutschland als Projektkoordinator, der EU ein Cyber- and Information Domain Coordination Centre (CIDCC) zur Verfügung zu stellen. Dieses PESCO-Projekt soll als initiales Koordinierungselement EU-geführte militärische Operationen und Missionen unterstützen, indem es Informationen und Erkenntnisse aus dem Cyber- und Informationsraum zusammenführt, auswertet und dann in den militärischen Planungs- und Führungsprozess einbringt.
Die Projektpartner stellen dazu gemeinsam mit weiteren interessierten EU-Mitgliedsstaaten ab Oktober 2023 die erforderlichen Ressourcen und Informationen für den Betrieb einer ersten Ausbaustufe des CIDCC bereit. Bis spätestens 2026 soll das Projekt abgeschlossen und in ein „EU CIDCC“ überführt werden. Nach dem Ende der Projektphase kann das CIDCC gemeinschaftlich weiterentwickelt werden.
Wir werden unsere Kapazitäten im Bereich Cyberaufklärung ausbauen, um unsere Cyberresilienz zu verbessern, indem wir unter anderem unsere zivilen und militärischen GSVP-Missionen und -Operationen sowie unsere Streitkräfte wirksam unterstützen.
Warum ist dieses PESCO Projekt erforderlich?
Der von der EU im Frühjahr 2022 beschlossene Strategische Kompass für Sicherheit und Verteidigung bekräftigt, dass der Cyber- und Informationsraum – insbesondere durch die zunehmende Abhängigkeit von digitalen Technologien – zum Schauplatz eines strategischen Wettbewerbs geworden ist. In einer globalen und vernetzten Welt muss die EU deshalb auch im CIR handlungsfähig sein. Die Projektpartner hatten bereits früh erkannt, welche Bedeutung dem Cyber- und Informationsraum auch als militärischem Handlungsraum zukommt, und arbeiten seit November 2019 an Konzeption und Umsetzung des CIDCC. Der Angriff Russlands auf die Ukraine und die Bedeutung des Cyberraums in diesem Krieg unterstreichen, wie wichtig es ist, dass Europa auch auf dem digitalen Gefechtsfeld agieren kann. Mit dem im Mai 2022 gebilligten „EU Concept on Cyber Defence for EU-led Military Operations and Missions“ haben die Mitgliedstaaten der EU diesen Bedarf bestätigt. Das Konzept fordert den Aufbau einer militärischen CIDCC-Fähigkeit für die EU und umreißt dessen inhaltliche Aufgaben.
Welchen Mehrwert bringt das CIDCC?
Als Schnittstelle für den Austausch von relevanten Erkenntnissen baut das CIDCC Arbeitsbeziehungen zu EU-eigenen Stellen sowie zu vergleichbaren Fähigkeitszentren oder bedeutsamen Kontaktstellen in den EU-Mitgliedstaaten auf und erfasst bereitgestellte Informationen. Als Auswertestelle erstellt das CIDCC eigene Analysebeiträge zur Lage im CIR und bringt als Beratungselement konkrete Handlungsempfehlungen für die Planung und Durchführung von militärischen Operationen und Missionen ein. Für diese Aufgabe stehen die drei Schlagworte „Connect, Compound, Contribute“ (Verbinden, Zusammensetzen und Beitragen). Sie beschreiben die Kernkompetenzen des geplanten CIDCC.
von Redaktion der Bundeswehr / Kommando CIR