25-Millionen-Euro-Vorlagen
Bei allen Bundeswehr-Beschaffungen, die teurer als 25 Millionen Euro sind, muss der Haushaltsausschuss des Bundestages vorab zustimmen.
Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat sechs weiteren Entwicklungs- und Beschaffungsprojekten mit einem Gesamtvolumen von rund 810 Millionen Euro zugestimmt. Neben Loitering Munition – zunächst für die Panzerbrigade 45 in Litauen vorgesehen – geht es um die Verbesserung des Hubschraubers NH90. Weiterhin werden zusätzliche Wärmebild-Beobachtungsgeräte für die Truppe bestellt.
Die Haushälter stimmten dem Abschluss eines Vertrags zur Herstellung der Instandhaltungsbereitschaft des Sonarsystems im Bordhubschrauber NH90 zu. Dieser wird beispielsweise auf Fregatten eingesetzt, sein Sonarsystem dient der Aufklärung unter Wasser.
Ebenfalls genehmigt wurde ein Vertrag über die Entwicklung zusätzlicher Verbesserungen des Navigationssystems des NH90. Darin werden auch die Fähigkeiten zum Elektronischen Kampf und zur Satellitenkommunikation erweitert.
Bewilligt hat das Parlament am 25. Februar 2026 den Abschluss von Rahmenvereinbarungen inklusive Festbeauftragungsanteilen mit zwei Herstellern. Beide Verträge dienen der Beschaffung von Loitering Munition mittlerer Reichweite nebst Ausbildungsmitteln sowie weiterer Peripherie und Dokumentation. Loitering Munition kann in Entfernung zum eigentlichen Einsatzort gestartet werden und wird aus der Ferne geführt. Sie fliegt, gestützt durch verschiedene Arten der Navigation, ins Zielgebiet, wo sie das durch den Nutzer vorgegebene Ziel bekämpft. Sie ist treffsicher, relativ kostengünstig und kann, in entsprechender Anzahl eingesetzt, die feindliche Flugabwehr oder andere Schutzmechanismen überfordern. Zudem ermöglicht sie aufgrund ihrer Reichweite die abstandsfähige Bekämpfung des Gegners.
Die Loitering Munition soll in so genannten „Aufklärungs- und Wirkverbünden“ eingesetzt werden. KIKünstliche Intelligenz-unterstützt vernetzt ein solcher Verbund die Aufklärung von Zielen mit deren Bekämpfung. So entsteht ein digitales „Nervensystem“, das Ziele erkennt und Informationen ohne Zeitverzug an den menschlichen Bediener weitergibt. Mit den Systemen soll in einem ersten Schritt die Panzerbrigade 45 in Litauen ausgerüstet werden. Die KIKünstliche Intelligenz wird von der Bundeswehr entwickelt und betrieben.
Das Parlament genehmigte den Abruf weiterer Wärmebild-Beobachtungsgeräte aus einer bestehenden Rahmenvereinbarung. Vorgesehen ist die Technik mit großer Reichweite insbesondere für Kräfte, die abgesessen von Kampffahrzeugen operieren. Die Geräte vereinen unterschiedliche Funktionen. Mit ihnen kann die Truppe Distanzen bestimmen, ihre eigene Position und die Lage von Zielen ermitteln. Solche Geräte wurden bereits bei der Bundeswehr eingeführt. Soldatinnen und Soldaten sind also schon daran ausgebildet und die Infrastruktur für Lieferung und Instandsetzung ist bereits vorhanden.
Der Haushaltsausschuss gab grünes Licht für die deutsche Beteiligung an der Nachbesserung des Lenkflugkörpers Evolved Seasparrow Missile Block 2. Er schützt Schiffe vor Angriffen aus der Luft. Im Zuge des jetzt genehmigten Vorhabens sollen technische Lösungen untersucht und entwickelt werden, um den Flugkörper weiter zu verbessern. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden in die Aus- und Umrüstung des Lenkflugkörperbestandes einfließen sowie in die laufende Lenkflugkörperproduktion eingebracht. Das Luftziel-Lenkflugkörper-Projekt NATONorth Atlantic Treaty Organization Seasparrow basiert auf einer internationalen Kooperation. Aktuell sind zwölf Nationen Partner im Konsortium.
von Egbert Sass