Soldaten knien auf der Wiese über einer Karte und einem Kompass.
© Bundeswehr/Marco Dorow
KategoriePersonal

Agenda Ausbildung: Eine Zwischenbilanz

„Wir bilden gut aus! Die Leistungen unserer Frauen und Männer bestätigen dies eindrucksvoll“, hatte Generalinspekteur Eberhard Zorn bei seiner Bestandsaufnahme vor zwei Jahren festgestellt.

Allerdings muss die Ausbildung in den Streitkräften fortwährend weiterentwickelt werden: Wegen aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen wie der stärkeren Betonung der Landes- und Bündnisverteidigung, wegen des Aufwuchses der Bundeswehr, aber auch wegen gesellschaftlicher Trends wie der Digitalisierung.

Zukunftsfeste Ausbildung der Streitkräfte

Die Ausbildung der Streitkräfte ist zu modernisieren und zukunftsfest zu gestalten, so der Auftrag des Generalinspekteurs bei der Anweisung der Agenda Ausbildung im August 2018. Soldatinnen und Soldaten sind bestmöglich auszubilden und für ihren Auftrag zu qualifizieren. So stehen jederzeit einsatzbereite Streitkräfte bereit. Die Ausbildung wird methodisch geschickt, motivierend, wertschätzend sowie praktisch ausgerichtet, so die damaligen Vorgaben. Zwei Jahre danach ist es Zeit für eine Zwischenbilanz: Wie geht es mit der Agenda Ausbildung voran?

Weiterentwickelte Ausbildungskultur

Die Ausbildungskultur wurde auf Basis der Grundsätze der Inneren Führung weiterentwickelt. Mit neuen Leitsätzen für Ausbilderinnen und Ausbilder und innovativen Methoden in Ausbildung und Lehre konnten bereits Erfolge erzielt werden. Die militärische Ausbildung wird fordernd, aber nicht überfordernd gestaltet. Sie setzt an den vorhandenen Fähigkeiten der Auszubildenden an und entwickelt ihre individuellen Potenziale weiter. So wird das Selbstvertrauen und die Eigenständigkeit der Auszubildenden gestärkt. Zudem wurden die Gestaltungsspielräume der Ausbilderinnen und Ausbilder vergrößert. Dabei wird mit Fehlern konstruktiv umgegangen.

Handeln wollen, Handeln können

Ziel der militärischen Ausbildung ist die Handlungssicherheit der Soldatinnen und Soldaten. Nur so können sie auf dem Gefechtsfeld bestehen. Kompetenzorientierung in der Ausbildung stellt das Anwenden von Wissen und nicht die Vermittlung von theoretischen Kenntnissen in den Vordergrund. Die kompetenzorientierte Ausbildung (KOAkompetenzorientierte Ausbildung) ergänzt die bisherigen Ausbildungswege daher um einen noch stärkeren Bezug zur Praxis, um alltägliche wie unerwartete Situationen auch unter Belastung sicher bewältigen zu können. KOAkompetenzorientierte Ausbildung ermöglicht es nicht nur, Herausforderungen selbstständig zu meistern, sondern stellt darüber hinaus die Einsatzbereitschaft der Soldatinnen und Soldaten ins Zentrum ihrer Ausbildung.

Prägung in der Truppe

Die Ausbildung der angehenden Heeresoffiziere wurde zum August dieses Jahres dezentralisiert und gestrafft, um der Verschulung entgegenzuwirken. Wissen wird gezielt und aufgabenorientiert vermittelt. Der Führungsnachwuchs wird anschließend so schnell wie möglich in der Truppe eingesetzt, um eine Bindung an seine militärische Heimat in den Streitkräften zu bewirken. Die Unteroffizier- und Feldwebelausbildung wird ab 2022 in gleicher Weise organisiert. Zeitgleich wird die gesamte lehrgangsgebundene Ausbildung auf die kompetenzorientierte Ausbildung umgestellt.  

Umstellung der Grundausbildung

Die Grundausbildung des Heeres wurde schon zum Mai 2019 auf die neuen Anforderungen ausgerichtet. Die Rekrutinnen und Rekruten sollen noch praxis- und einsatzorientierter agieren, die Anforderungen an ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten weiter gesteigert werden. Auch die Ausbildung der Reserve wurde im Einklang mit der Strategie der Reserve bedarfsgerecht modifiziert: Sie wird modular strukturiert und orientiert sich enger an den individuellen Bedürfnissen der Reservistendienstleistenden.

Qualifizierung für zivile Aufgabenfelder

Im Fokus der Agenda stehen auch die Ausbildung für zivile Aufgabenfelder sowie die personalstrategische Weiterentwicklung von Bildung und Qualifizierung in der Bundeswehr.  Verschiedene Maßnahmen dieses Handlungsfeldes bilden wichtige Schwerpunkte ab. Unter anderem sind Lehrgangsangebote zur Führungskräftefortbildung und Steigerung der Digitalisierungsbefähigung darauf ausgerichtet, die zivile Bildung und Qualifizierung – Grundlage für die Entwicklung des Personals – an die Herausforderungen der Arbeitswelt anzupassen.

Weitreichende Anpassungen

Das Verteidigungsministerium hat mit der Agenda Ausbildung weitreichende Anpassungen eingeleitet, damit die Streitkräfte die Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft bewältigen können. Viele Maßnahmen haben Wirkung gezeigt und die Einsatzbereitschaft der Truppe verbessert. Nun gilt es, die Ausbildung beständig zu verbessern. Entwicklungen, Erfahrungen und neue Impulse werden aufgenommen. Sie werden auf eine mögliche Umsetzung in der Ausbildung der Streitkräfte hin bewertet, ohne bewährte Pfade zu verlassen oder sich neuen Pfaden zu verschließen.

von Hubertus Lammersen

Mehr zum Thema

Inhalte teilen via

Anfang Footer Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

Auf dieser Website nutzen wir Cookies und vergleichbare Funktionen zur Verarbeitung von Endgeräteinformationen und (anonymisierten) personenbezogenen Daten. Die Verarbeitung dient der Einbindung von Inhalten, externen Diensten und Elementen Dritter, der eigenverantwortlichen statistischen Analyse/Messung, der Einbindung sozialer Medien sowie der IT-Sicherheit. Je nach Funktion werden dabei Daten an Dritte weitergegeben und von diesen verarbeitet (Details siehe Datenschutzerklärung Punkt 4.c). Bei der Einbindung von sozialen Medien und interaktiver Elemente werden Daten auch durch die Anbieter (z.B. google) außerhalb des Rechtsraums der Europäischen Union gespeichert, dadurch kann trotz sorgfältiger Auswahl kein dem europäischen Datenschutzniveau gleichwertiges Schutzniveau sichergestellt werden. Sämtliche Einwilligungen sind freiwillig, für die Nutzung unserer Website nicht erforderlich und können jederzeit über den Link „Datenschutzeinstellungen anpassen“ in der Fußzeile unten widerrufen oder individuell eingestellt werden.

  • Logo Bundesministerium der Verteidigung

    Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

    Detaillierte Informationen zum Datenschutz finden Sie unter Datenschutzerklärung