Boris Pistorius spricht mit seinem britischen Amtskollegen. Ein altes Gebäude ist im Hintergrund.
© Bundeswehr/Tom Twardy
KategorieAktuelles

Deutschland und Großbritannien: Militärkooperation im neuen Format

Boris Pistorius und sein britischer Amtskollege John Healey haben sich am 15. Mai 2025 mit ihren Delegationen in Berlin zum ersten Defence Ministerial Council (DMC) getroffen. Dabei wurden die Fortschritte der militärischen Zusammenarbeit auf Grundlage der Trinity-House-Vereinbarung beraten und weitere Ziele festgelegt.

Pistorius und sein britischer Amtskollege Healey hatten am 23. Oktober 2024 diese Vereinbarung in London unterzeichnet – und damit „die richtigen Weichen für die Vorhaben der Zukunft“ gestellt, so Minister Pistorius damals. Mit der Vereinbarung haben Deutschland und Großbritannien ihre strategische Partnerschaft noch weiter vertieft.

Denn ein besonderer Aspekt der Trinity-House-Vereinbarung ist die Schaffung neuer, strukturierter Kommunikations- und Koordinationsformate. Regelmäßige bilaterale Treffen – die bis auf Ministerebene ausgeweitet werden – ermöglichen einen kontinuierlichen Austausch und eine rasche Umsetzung konkreter Schlüsselprojekte. Diese neuen Gesprächsstrukturen sichern nicht nur die kurzfristige Reaktionsfähigkeit, sondern fördern auch den Aufbau langfristiger Initiativen.

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Gemeinsame Erklärung: Fortschritt der Trinity-House-Vereinbarung

Beim ersten deutsch-britischen Defence Ministerial Council haben beide Länder eine gemeinsame Erklärung zur Zusammenarbeit abgegeben.

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Von dem Treffen in London gehen nun konkrete Impulse für die weitere Militärkooperation aus. In einer gemeinsamen Erklärung haben Deutschland und Großbritannien die weiteren Ziele festgelegt:

Mit dem Defence Ministerial Council (DMC) fand nun das erste in der Vereinbarung vorgesehene Treffen auf Ministerebene statt. Dabei konnten sich Pistorius und Healy über die Fortschritte der Zusammenarbeit informieren und austauschen. Auf verschiedenen Ebenen haben seit dem Zustandekommen der Vereinbarung Konsultationen stattgefunden, es wurden Kooperationspotenziale identifiziert und Projekte angestoßen.

Strategische Partnerschaft auf neuem Level

Die Trinity-House-Vereinbarung ist ein bedeutender Meilenstein der deutsch-britischen Verteidigungskooperation, der in Zeiten wachsender sicherheitspolitischer Herausforderungen geschlossen wurde. Das Abkommen verfolgt mehrere zentrale Ziele, die auf eine umfassende Stärkung der militärischen Fähigkeiten abzielen. Zum einen sollen die operativen Kompetenzen in sämtlichen Dimensionen – Luft, Land, See, Weltraum und Cyber – ausgebaut werden. Hierbei stehen vor allem die Schließung bestehender Fähigkeitslücken, die Verbesserung der Interoperabilität der Streitkräfte und der Ausbau moderner Waffensysteme im Fokus. Insbesondere der Schutz der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Ostflanke spielt eine entscheidende Rolle, denn Deutschland und Großbritannien engagieren sich maßgeblich beim Schutz der Verbündeten im Baltikum – Deutschland in Litauen und Großbritannien in Estland.

Das heutige Treffen zeigt: Wir vereinbaren nicht nur wichtige Projekte. Wir setzen auch gemeinsam um, und zwar schnell.
Verteidigungsminister Boris Pistorius

Ein weiterer Schwerpunkt der Vereinbarung liegt auf der Förderung der Verteidigungsindustrie und dem Transfer technologischen Know-hows. Durch gemeinsame Forschungsprojekte und Entwicklungsinitiativen sollen beide Länder ihre Innovationskraft zur Verbesserung ihrer militärischen Einsatzfähigkeit verstärken. Die Initiativen stehen zudem grundsätzlich auch anderen NATONorth Atlantic Treaty Organization- und EUEuropäische Union-Partnern offen, um den europäischen Pfeiler innerhalb des Bündnisses nachhaltig zu stärken. „Wir laden alle Partner ausdrücklich dazu ein, an unseren Projekten teilzunehmen“, betonte Minister Pistorius.

Hand in Hand bei der Ukraine-Unterstützung

Darüber hinaus haben die beiden Verteidigungsminister auch über die weitere Unterstützung der Ukraine in ihrem Verteidigungskampf gegen die russische Aggression gesprochen. Unter dem gemeinsamen Vorsitz von Deutschland und Großbritannien koordinieren die westlichen Partner ihre militärische Unterstützung in der Ukraine-Kontaktgruppe (UDCGUkraine Defence Contact Group). Bei der ersten gemeinsamen UDCGUkraine Defence Contact Group im April seien rund 20 Milliarden Euro für die Ukraine mobilisiert worden, sagte Pistorius. „Gemeinsam mit Deutschland übernehmen wir eine Vorreiterrolle bei der Unterstützung der Ukraine, der Verteidigung der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Ostflanke und bei gemeinsamen Investitionen in Fähigkeiten der nächsten Generation“, so Healey zur deutsch-britischen Militärkooperation.

Ein weiterer Schwerpunkt der Gespräche war das anstehende NATONorth Atlantic Treaty Organization-Gipfeltreffen im Juni in Den Haag. Dann kommen die Staats- und Regierungsspitzen der Allianz zusammen, um Entscheidungen zur Abschreckung und Verteidigung des Bündnisses zu treffen. Am Freitag, dem 16. Mai 2025, sehen sich Pistorius und Healey in Rom bei einer Zusammenkunft der Group of Five. Die Verteidigungsminister von Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Polen stehen in diesem Format in einem engen und vertrauensvollen Austausch über die sicherheitspolitische Lage.

von Florian Manthey

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