Die wahren Massenvernichtungswaffen

Bereits in der Vergangenheit tobten bewaffnete Kämpfe in der Elfenbeinküste, Guinea-Bissau, Liberia, Mali, im Niger, in Senegal, Sierra Leone und Togo. Auch hier sorgten indirekt Kleinwaffen für Tod und Verderben, wenn etwa der Zugang zu medizinischer Versorgung, Nahrungsmitteln, Wasser oder Unterkunft fehlte. Nicht umsonst gelten Kleinwaffen daher als die wahren Massenvernichtungswaffen. Ihre große Zahl, die enorme Verbreitung, ihre Langlebigkeit und die einfache Bedienung machen sie so gefährlich.

Import-Boom afrikanischer Staaten

Ungeachtet dieser Gefahren verzeichnen viele afrikanische Staaten einen Boom bei der Einfuhr von Kleinwaffen. Im Jahr 2013 kam Marokko auf 13,4 Millionen Importe, die Elfenbeinküste auf 12,3 Millionen und Namibia auf 9,1 Millionen. Auch weite Teile der Zivilbevölkerung sind auf dem afrikanischen Kontinent im Besitz von Kleinwaffen. Im Jahr 2006 kamen im Sudan 459 Kleinwaffen auf 10.000 Einwohner, in Somalia 801 und in Angola sogar 1.474. Das bedeutet, dass dort mehr als jeder Siebte im Schnitt eine Waffe besitzt.

Engagement gegen gefährliche Instabilität

Afrikanische Männer mit Speeren in den Händen stehen nebeneinander.

Instabilität

Die größte Herausforderung sind fragile Staaten. Sie begünstigen Krisen, Kriege, Terror, Kriminalität, Flucht und Radikalisierung.

Dies ist eine fatale Entwicklung, denn die illegale Verbreitung von Kleinwaffen und Munition sowie deren unsichere Lagerung zählen zu den Hauptfaktoren für die gefährliche Instabilität auf dem afrikanischen Kontinent.

Daher engagiert sich Deutschland auch bilateral vielfältig in der Kleinwaffenkontrolle und leistet so einen aktiven Beitrag zur Krisenprävention im Rahmen seiner Afrikapolitik. Einen besonderen Schwerpunkt bildet hierbei Subsahara-Afrika. Neben Projekten im Bereich Disarmament, Demobilisation and Reintegration stehen dort Trainingsprogramme zur Verbesserung der Verwaltung und Sicherung öffentlicher Lagerbestände im Vordergrund.

Hilfe aus Deutschland, Eigeninitiative in Westafrika

Gerade in Gebieten, in denen erst kürzlich die Waffen verstummt sind, trägt dieses Engagement zur Stabilisierung bei. So hat sich Deutschland in Libyen schon früh nach den Kampfhandlungen engagiert und im Jahr 2011 den Aufbau der nationalen Behörde zur Beseitigung von Kampfmittelresten in Libyen finanziert. Anschließend hat dort die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit von 2012 bis 2017 ein langfristiges Programm zum Kapazitätsaufbau unterstützt. Auch in der Elfenbeinküste führt die GIZGesellschaft für internationale Zusammenarbeit im Auftrag des Auswärtigen Amts ein ganzheitliches Projekt der Kleinwaffenkontrolle durch.

Gleichzeitig haben afrikanische Staaten und Regionen bereits Eigeninitiative gezeigt. In Westafrika etwa, wo einer Studie zufolge sieben Millionen Kleinwaffen in Umlauf sind, hat die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft eine Konvention verabschiedet, die die Mitgliedsstaaten weitgehend verpflichtet, weder Kleinwaffen zu produzieren noch zu importieren.

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