Risiko-Region wird zum Pulverfass

Das westafrikanische Land Mali stellt die internationale Gemeinschaft seit dem Putsch 2012 vor eine große Herausforderung. Die Handlungsunfähigkeit der Zentralregierung in Bamako einerseits und der bewaffnete Konflikt im Norden andererseits brachte das Land in einen Zustand innerer Auflösung.

Die Sicherheitslage im Norden Malis ist derzeit komplex. Viele bewaffnete Gruppierungen verfolgen unterschiedliche Interessen. Rebellen, Milizen, Warlords, Terroristen und die organisierte Kriminalität bestimmen den Alltag. Hinzu kommt die fehlende beziehungsweise fragile Staatlichkeit von Ländern der Sahelzone – und damit eine Begünstigung des Waffenschmuggels in der Region. Der illegale Waffenhandel ist insbesondere in Nordmali weitverbreitet.

Verschiedene Waffenarten

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen gibt es in Westafrika mehr als sieben Millionen Kleinwaffen: Revolver und Selbstladepistolen, Gewehre, Maschinenpistolen, Sturmgewehre und leichte Maschinengewehre sowie Antipersonenlandminen. Hinzu kommen schwere Maschinengewehre, Mörsergeschosse, Handgranaten, Granatwerfer, tragbare Flug- und Panzerabwehrgeschütze und tragbare Raketenwerfer. 

Im westafrikanischen Wüstenstaat Mali sind extremistische Gruppen, Separatisten und kriminelle Organisationen mit Waffen jeder Art ausgerüstet. Nach einem VNVereinte Nationen-Bericht von 2013 wurden bei durchgeführten Operationen gegen die „Bewegung für Einheit und Dschihad sowie Al-Qaida“ mehr als 13 Tonnen Waffen und Sprengstoffe in der Region Gao sichergestellt – darunter auch viele Raketen und Einrichtungen zur Herstellung von improvisierten Sprengstoffen.

Viele Waffen liegen auf einem Tisch
© Reuters/Thomas Mukoya

Woher kommen die Waffen?

In Mali ist der Privatbesitz von Waffen sowie die regionale Kontrolle zwar gesetzlich geregelt, in der Realität aber existiert ein großer Schwarzmarkt für veraltete und gestohlene Waffen. Korruption und organisierte Gewalt vereinfachen zusätzlich den Zugang zu Waffen.

In der Region ist ein Netzwerk aus Schmugglern und Staatsbeamten entstanden. Dieses Netzwerk profitiert davon, dass viele Staatsgrenzen von Tuareg-Gruppierungen kontrolliert werden. Die Schmuggler setzen für ihren illegalen Handel durch die Sahara und die Sahelzone häufig Geländewagenkonvois ein. Zahlreiche Konvois liefern Waffen und Munition an die Rebellen in Nordmali. Von Libyen aus wird das Material – manchmal auf vorherige Bestellung – nach Mali transportiert.

Viele Tuareg kämpften im Bürgerkrieg in Libyen 2011 aufseiten der Gaddafi-Regierung. Diese militärisch ausgebildeten Gruppen kehrten nach dem Bürgerkrieg nach Nordmali zurück und brachten ihre militärische Ausrüstung und Kampferfahrung mit. Im Jahr 2014 kämpften die Rebellen in Nordmali in der Stadt Kidal gegen malische Regierungstruppen. Dabei erbeuteten sie mehrere Tonnen Waffen und Munition aus malischen Armeebeständen.

Internationales Engagement zur Stabilisierung Malis

Mali ist inzwischen mit illegalen Waffen überschwemmt. Zur Stabilisierung der Region ist es wichtig, dass Mali die staatliche Kontrolle über sein gesamtes Staatsgebiet wiedererlangt. Streitkräfte und Polizisten der Vereinten Nationen, der Europäischen Union und der Afrikanischen Union unterstützen daher Malis Streitkräfte bei der Ausbildung und Stabilisierung des Landes. Die Bundeswehr beteiligt sich sowohl an der Ausbildungsmission EUTMEuropean Union Training Mission Mali als auch an der VNVereinte Nationen-geführten Mission MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali.

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