Pistorius in Kanada: Maritime Sicherheitspartnerschaft stärken
Verteidigungsminister Boris Pistorius trifft sich mit seinen kanadischen und norwegischen Amtskollegen in Ottawa.
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Verteidigungsminister Boris Pistorius reist nach Island und Kanada, um mit den Verbündeten zu beraten, wie sich gemeinsam die Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit der NATO stärken lässt. Dabei geht es vor allem um die maritime Sicherheit der Allianz im Nordatlantik. Ein weiterer Schwerpunkt bei den Treffen ist die Intensivierung der Rüstungskooperation.
Deutschland kooperiert mit Island und Kanada vor allem bei NATO-Übungen, der Luftraumüberwachung, der maritimen Sicherheit und der militärischen Ausbildung. Island ist NATO-Mitglied ohne eigene Streitkräfte. Die Deutsche Luftwaffe beteiligt sich in Island an Luftraumüberwachungsaufgaben und NATO-Manövern wie Northern Viking. Island verfügt über strategisch wichtige Infrastrukturen für die kollektive Verteidigung im Nordatlantik.
Auch mit Kanada hat Deutschland eine bewährte sicherheits- und verteidigungspolitische Partnerschaft. Die Streitkräfte beider Länder nehmen regelmäßig an gemeinsamen Übungen und Ausbildungen teil. Vor allem an der NATO-Ostflanke gibt es einen vertrauensvollen Austausch: Hier koordinieren Deutschland, Kanada und Großbritannien die Maßnahmen zum Schutz des Baltikums gemeinsam mit Litauen, Estland und Lettland. Die sechs Länder stimmen sich dazu im sogenannten 3+3-Format ab.
Die GIUK-Lücke hat für die NATO strategische Bedeutung zur Sicherung der Nachschub- und Versorgungswege zwischen Nordamerika und Europa
Zur Stärkung der Sicherheit im Nordatlantik und der Arktis gibt es mit Kanada einen intensiven Austausch über maritime Fähigkeiten. Deshalb wird auch die Rüstungskooperation mit Kanada weiter vorangetrieben. Die Seegebiete im Nordatlantik – vor allem die GIUK-Lücke – sind für die Allianz von strategischer Bedeutung. Denn sie ermöglichen im Bündnisfall den logistischen Nachschub und Verstärkungen durch die Verbündeten USA und Kanada. Es geht also um den Schutz der Seerouten zwischen Nordamerika und Europa. Mit ihren Fregatten und U-Booten sowie mit den neuen Seefernaufklärern P-8A Poseidon, die bald zur Verfügung stehen, trägt die Deutsche Marine zur Lagebilderstellung im Nordatlantik bei.
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| Die GIUK-Lücke (Greenland Iceland United Kingdom Gap) zwischen Grönland, Island und Großbritannien ist ein strategisch wichtiger See- und Luftkorridor im Nordatlantik. Sie verbindet das Europäische Nordmeer mit dem offenen Atlantik und ist für die NATO entscheidend bei der Beobachtung maritimer Bewegungen und potenzieller Bedrohungen, insbesondere russischer U-Boote. Ihre Überwachung stärkt die Sicherung der NATO-Nachschubwege im Nordatlantikraum. |