U-Boot-Klasse 212A
Dank Brennstoffzellen der modernste, leiseste U-Boots-Typ der Welt.
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Verteidigungsminister Boris Pistorius hat Bundeskanzler Friedrich Merz am 12. und 13. März 2026 nach Norwegen begleitet. In Andøya standen unter anderem Treffen mit Norwegens Premierminister Jonas Gahr Støre sowie Verteidigungsminister Tore O. Sandvik auf der Agenda des Ministers. Ein Besuch der Militärübung Cold Response in Bardufoss, an dem auch Vertreterinnen und Vertreter aus Kanada teilnahmen, rundete das Programm ab.
Die deutsch-norwegische Partnerschaft zeichnet sich durch intensive Übungskooperationen und die enge Zusammenarbeit in den Bereichen Rüstung und Fähigkeitsentwicklung sowie bei der Ukraine-Unterstützung aus. Sie fußt insbesondere auf einer gemeinsamen Bedrohungswahrnehmung. Vor allem mit Blick auf die Lage im Hohen Norden, im Nordatlantik und in der Arktis schätzen sich Norwegen und Deutschland als wichtige Partner. Die Zeichnung des deutsch-norwegischen Verteidigungsabkommens HANSA am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz 2026 verdeutlichte das und legte den Grundstein für eine noch intensivere Zusammenarbeit – vor allem in den Bereichen weltraumgestützte Aufklärung und maritime Sicherheit, aber auch in Form von gemeinsamen Einsätzen und Rüstungsprojekten.
Ein gemeinsames Zukunftsprojekt ist die deutsch-norwegische Weltraumkooperation. Norwegen sei aufgrund seiner Einrichtungen und langjährigen Erfahrung zentraler Partner in der Dimension Weltraum für Deutschland, unterstrich Minister Pistorius während eines Besuchs im Space Port Andøya. Das Andøya Space Centre (ASC) auf der gleichnamigen norwegischen Insel dient als strategisches Tor zum Weltraum, das eine unabhängige europäische Startkapazität für Kleinsatelliten ermöglicht. Die deutsch-norwegische Kooperation verringert die Abhängigkeit von außereuropäischen Startplätzen sowie dem oft ausgelasteten europäischen Weltraumbahnhof in Kourou.
Andøya, so der Minister, sei nur ein Beispiel der engen Zusammenarbeit im Weltraum, die er gern weiter ausbauen wolle – beispielsweise mit einer gemeinsamen Satellitenkonstellation zur bildgebenden Aufklärung. Es gehe darum, auch in dieser innovativen und sich schnell entwickelnden Dimension gemeinsam Fähigkeiten aufzubauen und deren Resilienz mitzudenken, unterstrich Pistorius mit Verweis auf die erste Weltraumsicherheitsstrategie der Bundesregierung. Die norwegische und die deutsche Industrie trieben bereits jetzt gemeinsame Technologieprojekte im Weltraumsektor voran.
Im Zentrum der Gespräche in Norwegen stand die angestrebte Kooperation mit Kanada im U-Boot-Projekt U212 CDCommon Design. So fand in Andøya auch ein Gespräch mit Kanadas Premierminister Mark Carney statt. Kanada will bis 2035 Ersatz für vier U-Boote beschaffen. Das deutsch-norwegische Angebot für eine mögliche kanadische Beteiligung an der U-Boot-Kooperation U212 CDCommon Design wurde am 2. März 2026 in Ottawa an Kanada übergeben. Man habe bereits alle Voraussetzungen geschaffen, damit Kanada als gleichberechtigter Partner dem U-Boot Projekt beitreten könne, unterstrich Pistorius in Norwegen.
| Das U-Boot-Projekt U212 CDCommon Design (Common Design) ist eine deutsch-norwegische Kooperation zur Beschaffung von U-Booten. Sie basieren auf der Klasse 212A, sind aber deutlich größer (etwa 73 Meter lang), leiser und mit verbesserter Sensorik sowie verbessertem Antrieb ausgestattet. Die U-Boote der Klasse 212A sind die modernsten der Welt. Ihre Hauptaufgabe ist es, Ziele über und unter Wasser zu bekämpfen. Auch Aufklärung und der Einsatz von Kampfschwimmern gehören zum Einsatzgebiet. Deutschland und Norwegen haben jeweils sechs dieser U-Boote bestellt. Das Projekt leistet einen wertvollen Beitrag zur Stärkung der Verteidigungs- und Abschreckungsfähigkeiten der NATONorth Atlantic Treaty Organization. |
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In Norwegen hob Pistorius die Vorteile einer gemeinsamen U-Bootflotte für die maritime Sicherheit des Nordatlantiks noch einmal hervor. Nur durch Interoperabilität, gemeinsame Wartung und Ausbildung könne nachhaltig die Sicherheit dort garantiert und über Jahrzehnte hinweg gestaltet werden, so der Minister. Eine Ausweitung der Zusammenarbeit auf Kanada begrüße er im Sinne der gemeinsamen Maritimen Sicherheitspartnerschaft ausdrücklich. Pistorius drückte zudem seine Freude über die Stückzahlerhöhung Norwegens von vier auf sechs der U-Boote aus – auch dies sei ein starkes Signal an Kanada.
Russland, und hier insbesondere russische U-Boote, stellten eine konkrete Bedrohung dar, der die Partner gemeinsam begegnen müssten, so der Minister. Eine gemeinsame hochmoderne U-Bootflotte mit hoher Verfügbarkeit sei ein wichtiger Sicherheitsgarant und schrecke glaubwürdig ab.
Auch die Teilnahme von Kräften der Bundeswehr an der Übung Cold Response 2026 als Teil der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Aktivität Arctic Sentry ist Zeichen des deutschen Engagements im Hohen Norden. Die schmelzende Arktis legt neue Seewege in Richtung des NATONorth Atlantic Treaty Organization-Bündnisgebiets frei, die nun noch besser als bislang geschützt werden müssen. Seit dem 13. Februar 2026 führt die NATONorth Atlantic Treaty Organization daher die ehanced Vigilance Activity (eVAenhanced Vigilance Activities) Arctic Sentry durch. Ziele sind vor allem die dauerhaft erhöhte Präsenz in der Region sowie ein verbessertes Lagebild.
Gemeinsam mit der kanadischen Delegation besuchten Pistorius und sein norwegischer Amtskollege Sandvic die Übung Cold Response, bei der unter anderem die deutsche U35 im Einsatz war – ein U-Boot der Klasse 212A, auf der die neue gemeinsame Klasse 212 CDCommon Design basiert. Cold Response 2026 ist das größte norwegische Militärmanöver des Jahres und soll die Einsatzbereitschaft der Bündnispartner stärken. Deutschland nimmt als einer der zentralen NATONorth Atlantic Treaty Organization-Partner mit rund 1.800 Soldatinnen und Soldaten teil. Die Übung findet unter extremen arktischen Bedingungen statt.
von Lara Finke