Kaja Kallas und Boris Pistorius stehen nebeneinander.
© BMVgBundesministerium der Verteidigung/Steve Eibe
KategorieEU

Ukraine-Unterstützung im Fokus: Pistorius trifft Kallas

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat am 13. Januar 2026 die Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, im Berliner Bendlerblock empfangen. Schwerpunkte des Treffens waren die europäische Ukraine-Unterstützung sowie die Sicherheitslage in der Arktis.

Die EUEuropäische Union steht fest an der Seite der Ukraine und ihrer Bevölkerung und wird dem Land und den Menschen weiterhin so lange und so intensiv wie nötig politische, finanzielle, wirtschaftliche, humanitäre und militärische Hilfe leisten. Der Umfang der militärischen Unterstützung der EUEuropäische Union beläuft sich bisher auf insgesamt rund 70 Milliarden Euro. Darüber hinaus hat der Europäische Rat im Dezember 2025 beschlossen, der Ukraine für die Jahre 2026 und 2027 weitere Finanzierungsunterstützung in Höhe von 90 Milliarden Euro zukommen zu lassen. Pistorius begrüßte diesen Beschluss ausdrücklich: „Mit diesen Krediten können wir der Ukraine wirksam helfen“. Deutschland werde in diesem Jahr 11,5 Milliarden Euro für die Ukraine-Unterstützung zur Verfügung stellen. „Wir unterstützen die Ukraine und erhöhen die Kosten für Russland“, sagte die Außenbeauftragte Kallas. Neben den finanziellen Hilfen für die Ukraine sollen auch die Sanktionen demnächst ausgeweitet werden, kündigte sie an.

Obwohl über eine mögliche Waffenruhe verhandelt wird, ziele Putin mit massiven Luftangriffen weiterhin bewusst auf die ukrainische Infrastruktur, so Minister Pistorius. Dieses Vorgehen zeige seine Menschenverachtung. Hilfen zur Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung bilden deshalb den Schwerpunkt des deutschen Engagements.

Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius schaut lächelnd für eine Portraitaufnahme in die Kamera.
Für uns gilt: Berlin lässt Kyjiw nicht im Stich.
Verteidigungsminister Boris Pistorius Bundeswehr/Norman Jankowski

Weiterentwicklung der Zusammenarbeit

Die Kooperation mit der Ukraine geht aber über Hilfsleistungen hinaus. Dabei soll auch das Innovationspotenzial der ukrainischen Verteidigungsindustrie genutzt werden – insbesondere in Bereichen wie KIKünstliche Intelligenz und Drohnentechnik. Junge dynamische ukrainische Unternehmen können Europa dazu anregen, seine Verteidigungsfähigkeit zu verbessern, was wiederum die europäische Wettbewerbsfähigkeit steigern wird. Die EUEuropäische Union hat daher eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Zusammenarbeit mit der Ukraine in der Rüstung zu vertiefen. So wurde zum Beispiel auch ein EUEuropäische Union-Innovationsbüro für Verteidigung zur Intensivierung der Kooperation in Kyjiw eröffnet.

Deutschland ist bereits entsprechende Vereinbarungen mit der ukrainischen Verteidigungsindustrie eingegangen. Dazu gehören zum Beispiel direkte Investitionen in die ukrainische Rüstungsindustrie, um dort ungenutzte Kapazitäten zu aktivieren und die Industrie vor Ort mit ihrem Know-how einzubinden. „Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht“, so Minister Pistorius.

Verlässliche und dauerhafte Garantie

Mit Blick auf die Ukraine-Unterstützung haben Pistorius und Kallas auch die Beschlüsse der „Koalition der Willigen“ aus der vergangenen Woche in Paris beraten. Dort wurden Grundlinien für die Absicherung eines möglichen Waffenstillstands vereinbart. Die Teilnehmenden einigten sich auf Monitoring-Mechanismen, militärisches Engagement sowie auf die enge Abstimmung mit den USA. Die EUEuropäische Union soll vor allem beim Wiederaufbau und bei der Koordination europäischer Beiträge eine zentrale Rolle spielen. Deutschland signalisierte politische, finanzielle und eine mögliche militärische Beteiligung an Monitoring- und Sicherungsaufgaben – vorbehaltlich parlamentarischer Entscheidungen. „Wir wollen vorbereitet sein“, so Pistorius, auch wenn vom russischen Präsidenten derzeit keine Verhandlungsbereitschaft ausgehe. „Ziel ist eine verlässliche und eine dauerhafte Garantie.“ Dies geschehe in enger Absprache mit der NATONorth Atlantic Treaty Organization.

Engagement in der Arktis und im Nordatlantik

Pistorius und Kallas haben bei ihrem Treffen auch die Sicherheitslage im Hohen Norden erörtert. „Russland remilitarisiert die Arktis“, erklärte der Minister. Im Nordatlantik befindet sich die sogenannte GIUKGreenland Iceland United Kingdom Gap-Lücke, welche die atlantischen Engstellen zwischen Grönland, Island und dem Vereinigten Königreich bezeichnet. Sie ist ein strategisch wichtiges Gebiet mit Seerouten zwischen Europa und Nordamerika. Pistorius verwies in diesem Zusammenhang auf die Sicherheitspartnerschaft mit Dänemark, Norwegen und Kanada zur Sicherung der Seewege im Nordatlantik. „Deutschland intensiviert seine Anstrengungen in der Region“, kündigte der Minister an. Zum Schutz der Region werde es in nächster Zeit weitere Gespräche mit den Verbündeten geben. Die territoriale Integrität Dänemarks und Grönlands stehe dabei außer Frage.

„Ich möchte Deutschland danken für seine Führungsrolle bei der europäischen Verteidigung“, sagte Kallas zum Abschluss des Treffens. „Kein anderes Land in Europa gibt mehr Geld für Verteidigung aus“, betonte die EUEuropäische Union-Außenbeauftragte. So sei Deutschland zum Beispiel mit der Brigade Litauen das „Rückgrat der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Präsenz“ in dem baltischen Land. Zudem leiste Deutschland in Europa die meiste Unterstützung für die Ukraine.

von Florian Manthey

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