Soldat mit Gewehr im Gelände
© PAO-MNCNE/BENJAMIN SENKEL
KategorieVerteidigung

Korps Nordost: Sicherheit und Zusammenhalt

Das Multinationale Korps Nordost in Stettin ist Garant für die Sicherheit an der nordöstlichen Flanke der NATONorth Atlantic Treaty Organization. In den vergangenen vier Jahren hat es einen enormen Aufgaben- und Bedeutungszuwachs erfahren. Wir stellen die Dienststelle vor.

Aufwuchs

Mehrere Gefechtshelme mit verschiedenen Tarndruckmustern

Gemeinsam stärker.

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Es geht eng zu in den Büros des Multinationalen Korps Nordost. Rund 420 Soldaten aus 25 Nationen arbeiten in Stettin auf kleinstem Raum zusammen. Kein Wunder, das NATONorth Atlantic Treaty Organization-Hauptquartier in Polen hat in den vergangenen Jahren immer mehr an Aufgaben und Bedeutung hinzugewonnen. In der gleichen Zeit ist auch das Personal stetig aufgestockt worden.
Dem Korps wurde bei seiner Aufstellung 1999 durch die Rahmennationen Deutschland, Dänemark und Polen vor allem integrative Aufgaben zugesprochen. Dem neuen Mitgliedstaat Polen sollte der Wechsel in die Organisation und Prozesse der NATONorth Atlantic Treaty Organization erleichtert werden. Außerdem sollte das Korps den Rahmennationen Übungsgelegenheiten ermöglichen. Der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Bereitschaftsgrad lautete damals „Kategorie 9“, das heißt innerhalb von 180 Tagen musste das Korps im Ernstfall bereitstehen und einsatzfähig sein. 
2014 annektierte Russland die Krim, die Ukraine kämpft seitdem im Osten um ihre territoriale Integrität. Die Allianz überprüfte ihre Reaktionsfähigkeit und stellte erhebliche Defizite fest. Mit dem NATONorth Atlantic Treaty Organization-Gipfel 2014 in Wales begann für das Stettiner Korps eine neue Zeitrechnung. Ein wesentlicher Aspekt: Die Einrichtung sogenannter NATONorth Atlantic Treaty Organization Force Integration Units (NFIUNATO Force Integration Units).

Grafik zeigt NATO-Bataillone des Korps Nordost
© Bundeswehr

Augen und Ohren in der Region

Die NFIUs sind Verbindungskommandos in den östlichen NATONorth Atlantic Treaty Organization-Mitgliedstaaten mit rund 40 Dienstposten. Sechs der insgesamt acht NFIUs sind dem Korps unterstellt und in Estland, Lettland, Litauen, Polen, Ungarn und der Slowakei aufgestellt. Daneben gibt es noch zwei in Rumänien und Bulgarien.
Die NFIUs sind Augen und Ohren, sie nehmen Einflüsse auf und unterstützen die Stationierung alliierter Kräfte in den jeweiligen Ländern. Das umfasst die Very High Readiness Joint Task Force (VJTFVery High Readiness Joint Task Force ), weitere potenzielle Folgekräfte und die halbjährlich rotierenden Enhanced Forward Presence Battlegroups (EFPEnhanced Forward Presence BG). Darüber hinaus unterstützen sie auch andere alliierte Kräfte, die in der Region üben wollen.
Das Stettiner Korps verfügt durch die NFIUs über detaillierte Informationen zur politischen und wirtschaftlichen Lage sowie zur Infrastruktur der Länder. Es weiß um Übungsplätze, Häfen, Krankenhäuser, die militärische Nutzbarkeit von Straßen und Schienen. Das Korps kann Kräfte, die in die Region verlegen, und vorgesetzte Hauptquartiere mit einem genauen und stets aktuellen Lagebild unterstützen.

Schneller einsatzbereit

Panzer im Gelände

In gemeinsamen Übungen wie Saber Strike wird auch das Zusammenwirken des unterschiedlichen Großgeräts der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Staaten trainiert.

© PAO-MNCNE

Die Staats- und Regierungschef der NATONorth Atlantic Treaty Organization haben bei ihrem Treffen in Wales und beim Gipfel in Warschau 2016 dem Korps noch weitere Aufgaben übertragen. Es soll danach in der Lage sein, die Aufnahme und Stationierung der NATONorth Atlantic Treaty Organization Response Force (NRFNATO Response Force) inklusive der VJTFVery High Readiness Joint Task Force durchzuführen. Im Extremfall soll das Korps bis zu 40.000 Soldaten führen. Im Zuge der EFPEnhanced Forward Presence Battlegroups wurde dem Stettiner Korps auch die Führung des neu geschaffenen Multinationalen Divisionshauptquartiers im polnischen Elblag übertragen. Bei mehreren Großübungen in Nordosteuropa hat es bewiesen, dass es diese Aufgaben erfüllen kann.
Mehr Aufgaben bedeuten mehr Größe. Die Dienstposten haben sich seit den NATONorth Atlantic Treaty Organization-Gipfeln auf 420 verdoppelt. Hinzu kommen 150 Unterstützungskräfte der polnischen Streitkräfte, die die Liegenschaft in Stettin – die „Baltic Barracks“ – versorgen. Es brauchte neue Strukturen, neue ITInformationstechnik und einen erheblich gestiegenen Bereitschaftsgrad. 
Heute ist das Stettiner Korps mit ersten Teilen schon nach zwei bis drei Tagen einsetzbar. Weitere Einheiten, die die Kommandofähigkeit herstellen, werden in sieben Tagen bereitgestellt. Der Hauptgefechtsstand kann in 30 Tagen verlegen. Das alles dient einem übergeordeten Ziel: Einen Beitrag zur Sicherheit und Geschlossenheit der NATONorth Atlantic Treaty Organization an ihrer Ostflanke zu leisten. So lautet der Auftrag des Multinationalen Korps in Stettin – jetzt und in absehbarer Zukunft.

von Stefan Rentzsch

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