Mehrere Soldaten im Gespräch und beim Rundgang an einem Umschlagplatz wo militärische Güter am LogHub abgefertigt werden.
© Bundeswehr/Roland Alpers
KategoriePESCO

Interview zu PESCOPermanent Structured Cooperation: Effizienz durch gemeinsame Logistik in der EUEuropäische Union

Das Logistikkommando der Bundeswehr ist innerhalb der Bundeswehr verantwortlich für die Umsetzung des deutschen Anteils im PESCOPermanent Structured Cooperation-Projekt „Network of LogHubsLogistic Hubs in Europe and Support to Operations“. Dessen Kommandeur, Generalmajor Volker Thomas, erklärt im Interview die Bedeutung dieses Projektes.

1) Welchen Mehrwert hat das Projekt für die Bundeswehr und für die Streitkräfte Europas?

Porträt von Generalmajor Thomas Pfungstadt
© Bundeswehr/Roland Alpers

Die projektteilnehmenden Nationen wollen die Bereitstellung logistischer Leistungen im engen Schulterschluss besser koordinieren, vereinfachen und beschleunigen. Dabei geht es im Kern um gemeinsame Logistik für gemeinsame Operationen und die effizientere Nutzung von Transport- und Verlegemitteln.

2) Haben Sie dafür ein Beispiel?

Die Erfordernisse einer Battlegroup der Europäischen Union oder einer VJTFVery High Readiness Joint Task Force -Rotation der NATONorth Atlantic Treaty Organization sind gute Beispiele. In der Verlegephase liegt der Mehrwert des Netzwerks von LogHubsLogistic Hubs in der frühzeitigen Bündelung der zu verlegendenden Kräfte bzw. der zu verlegenden Versorgungsgüter an einem Ort. Im Ergebnis können die benötigten Verlegemittel, also zum Beispiel Container, auf allen Verkehrsträgern gemeinsam disponiert und genutzt werden. Damit ergeben sich höhere Reaktionsgeschwindigkeiten, kürzere Verlegedauer und damit ein potentiell geringerer Aufwand durch bessere Auslastung strategischer Transportmittel. Dieses Beispiel lässt sich auf Übungen, Einsatzgleiche Verpflichtungen oder die Versorgung der Truppe in Einsätzen übertragen.

3) Wenn Sie das Projekt in wenigen Sätzen beschreiben müssten, wie würden diese lauten?

Mit dem Projekt werden wir ein europäisches Netzwerk aus logistischen Knotenpunkten etablieren, das ein Gerüst logistischer Unterstützungsleistungen auf eine robuste Basis stellt. Das Spektrum für die multinationale Nutzung des Netzwerkes ist breit angelegt, von gemeinsamer Verlegung zum Beispiel bei einsatzgleichen Verpflichtungen im Baltikum, über Übungen der VJTFVery High Readiness Joint Task Force und EUEuropäische Union Battlegroup, die Folgeversorgung in unseren Einsätzen bis hin zu Hafenbetriebsleistungen am Mittelmeer.

4) Was sind die Herausforderungen des Projektes?

Wir haben uns gemeinsam mit unseren Partnern in dem traditionell sehr national geprägten Handlungsfeld der Logistik ambitionierte Ziele und Zeitlinien gesetzt. So soll das gesamte Netzwerk und damit auch der deutsche Beitrag bereits 2020 Anfangsfähigkeiten zur Bereitstellung, Kommissionierung und Versendung von Versorgungsgütern und Gerät und bis 2024 die volle Einsatzbereitschaft und damit wo sinnvoll auch die Vorausstationierung von Versorgungsgütern und Gerät erreichen.

5) Was erhoffen Sie sich von dem Projekt?

Logistik ist kein Selbstzweck, daher soll das Projekt pragmatische Ansätze und konkreten Nutzen für die logistische Unterstützung der Truppe bieten. Unter den aktuellen sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen trägt eine zweckmäßige, gemeinsame Logistik und enge multinationale Zusammenarbeit ihren Anteil zu einer glaubwürdigen Abschreckung und der Bündnissolidarität bei.

von PIZ SKB

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