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© Bundeswehr/Torsten Kraatz
KategorieFriedenssicherung

Gemeinsam für den Frieden

Tauber am Rednerpult

Der Parlamentarische Staatssekretär Tauber bei der Feierstunde zum Tag des Peacekeepers und der Preisverleihung.

© Bundeswehr/Torsten Kraatz

Sie retten Flüchtlinge im Mittelmeer, bilden Polizisten aus und helfen beim Aufbau einer unabhängigen Justiz: Deutschland schickt seit Jahren sogenannte Peacekeeper oder Friedenswahrer in die Krisenregionen der Welt, um für Sicherheit und Frieden zu sorgen. Die Soldaten, Polizisten und zivilen Experten leisten gemeinsam wichtige Arbeit – für die Menschen vor Ort und für ihr Land. Am Dienstag wurden neun von ihnen stellvertretend für alle Peacekeeper aus Deutschland ausgezeichnet.

Drei Ministerien beteiligt

Die Auszeichnung wird gemeinsam durch das Verteidigungsministerium, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat verliehen. Dieses Jahr wurde die Feierstunde vom Innenministerium ausgerichtet. Mehr als 200 Gäste waren nach Berlin-Moabit gekommen, die Delegation des BMVgBundesministerium der Verteidigung wurde vom Parlamentarischen Staatssekretär Peter Tauber angeführt.

Peacekeeper als Botschafter und Vorbilder

Tauber überreichte die gläserne Peacekeeper-Trophäe an Obermaat Christian Pink, Oberfeldwebel Theresa Lindloff und Hauptmann Carolin Kiefer. „Auch wenn der Wesenszweck von Streitkräften der Kampf ist, haben sie gezeigt, wofür man auch kämpfen kann: Für den Frieden“, sagte der Staatssekretär.

Dem Frieden in der Welt zu dienen, sei einer der Aufträge des Grundgesetzes und gute Tradition deutscher Politik. Die USA hätten der Welt im letzten Jahrhundert das „Angebot der Freiheit“ unterbreitet, heute stünde Europa für das „Angebot des Friedens“, so Tauber. „Auf das, was sie tun, können sie stolz sein. Als Peacekeeper sind sie Botschafter, Aushängeschilder und Vorbilder zugleich.“

Er selber habe sich vergangenen Monat bei einem Besuch der MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali-Mission in Mali von der Arbeit der deutschen Friedenswahrer überzeugt, sagte Tauber. „Dort zu sehen, wie Soldaten, Polizisten und Zivilisten gemeinsam an einem Strang ziehen: Das ist etwas, was Mut macht.“

Deutsche Peacekeeper als „global player“

Preis Tag des Peacekeepers

Der Preis.

© Bundesinnenministerium

Obermaat Pink war mit der Fregatte Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen der EUEuropäische Union-Operation SOPHIA für mehrere Monate im Mittelmeer unterwegs, als Fahrer eines Schnellboots war er an der Rettung hunderter Menschen beteiligt. Hauptmann Kiefer vermittelte als Führerin eines mobilen Trainingsteams Kenntnisse in Logistik und Mechatronik an die Peshmerga im Nordirak. „Am Anfang haben sie schon die Stirn gerunzelt, weil ich eine Frau bin“ sagte die Maschinenbauingenieurin. „Aber meine Leistungen haben sie überzeugt – und die Uniform hat auch geholfen.“

Oberfeldwebel Lindloff war mit dem Einsatzkontingent der Mission Counter DAESH von März bis Mai in Jordanien. Dort wertete sie die Aufklärungsbilder der Bundeswehrtornados aus, um den Kampf gegen den Islamischen Staat in Syrien zu unterstützen. „Es war ein guter Einsatz“, sagte Lindloff. „Die multinationale Zusammenarbeit hat gut funktioniert, und unsere Arbeit wurde sehr geschätzt.“ Am Ende sei es aber auch schön gewesen, wieder wohlbehalten nach Hause zu kommen.

Erklärt: Peacekeeping

Die Bundeswehr beteiligt sich seit den 1990er Jahren an multinationalen Friedensmissionen in Krisenregionen. Die Soldaten leisten humanitäre Hilfe vor Ort und tragen zur Konfliktprävention und zur Krisenbewältigung bei. Sie arbeiten mit zivilen Experten und Polizisten zusammen, die den Einsatzländern zum Beispiel beim Wiederaufbau verlässlicher staatlicher Strukturen behilflich sind.

Weltweit sind derzeit rund 3.600 deutsche Soldaten im Einsatz – die größten Kontingente stehen in Afghanistan (Resolute Support, 1.085 Soldaten) und Mali (MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali, 1.075 Soldaten). Den „Tag des Peacekeepers“ gibt es seit 2002. Die Vereinten Nationen würdigen jedes Jahr am 29. Mai den Einsatz ihrer Friedenstruppen. In Deutschland wird der „Tag des Peacekeepers“ dieses Jahr zum sechsten Mal begangen. Seit 2012 werden jeweils drei Soldaten, Polizisten und zivile Experten ausgezeichnet – stellvertretend für alle Deutschen, die im Dienst für den Frieden weltweit im Einsatz sind.


von Timo Kather

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