Josep Borell am Rednerpult
© pichture alliance/Jörg Carstensen
KategorieSicherheitspolitik

Josep Borrell: EUEuropäische Union-Außenbeauftragter

Der Spanier Josep Borrell (72) ist seit dem 1. Dezember 2019 Außenbeauftragter der Europäischen Union. Er ist der Amtsnachfolger der Italienerin Federica Mogherini, die das Amt von 2014 bis 2019 inne hatte.

Robustes Profil und viele Herausforderungen

Zuvor war Borrell Außenminister Spaniens sowie von 2004 bis 2007 Präsident des EUEuropäische Union-Parlaments. Danach hatte er unter anderem zwei Jahre den Vorsitz des Entwicklungsausschusses des Europäischen Parlaments inne. Nun ist er der Chefdiplomat der Europäischen Union.

Borrell gilt als erfahren und selbstbewusst. Er ist ein Mann klarer Worte. So erklärte Borrell in Brüssel, er werde für „eine stärkere Rolle Europas in der Welt eintreten“. Die Ansicht, dass die EUEuropäische Union eine aktive Außen- und Sicherheitspolitik braucht, unterstützt auch die Bundesregierung. Weiter sagte Borrell: „Die EUEuropäische Union muss sich die Sprache der Macht zu eigen machen.“ Sein robustes Profil passt zu den Herausforderungen. Diese lauten: Europa in bewegten Zeiten als eigenständige Kraft und als starken Bündnispartner zu positionieren.

Europas Sicherheit und Verteidigung weiter stärken

Die Liste der Herausforderungen, die Borrell erwarten, ist lang. Ganz sicher gehört dazu, die Europäische Union auf dem Feld Sicherheit und Verteidigung weiter zu stärken. Das beinhaltet u.a. das Vorantreiben der EUEuropäische Union-Verteidigungsinitiativen wie beispielsweise die Permanent Structured Cooperation (PESCOPermanent Structured Cooperation), aber auch den Bereich Cyber, der zunehmend an Relevanz gewinnt. Darüber hinaus wird es darum gehen, die Afrika-Strategie der Europäischen Union zu vervollkommnen, etwa um ungeregelte Migration in Richtung Europa weiter einzudämmen.

Ein „Political Animal“

Der Katalane verfügt über vier Jahrzehnte Erfahrung in spanischer und europäischer Politik. Er gilt als weltläufig und klug. Er studierte in Madrid, Stanford und Paris Luftfahrttechnik und Wirtschaftswissenschaften. In jungen Jahren lebte er zeitweise in einem israelischen Kibbuz.

EUEuropäische Union-Außenbeauftragtem kommt wichtige Rolle zu

Der EUEuropäische Union-Außenbeauftragte steuert und setzt die Außen- und Sicherheitspolitik der EUEuropäische Union um und trägt durch seine Vorschläge und Konzepte zur Ausgestaltung und Entwicklung der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASPGemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik) sowie der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVPGemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik) bei. Dabei gilt es, im Kreise der EUEuropäische Union-Mitgliedsstaaten gemeinsame Positionen zu finden, gemeinsam Krisen und Konflikte zu bearbeiten und gegebenenfalls wirksam auf diese zu reagieren.

Zahlreiche Zuständigkeiten

Der EUEuropäische Union-Außenbeauftragte – umgangssprachlich auch „EUEuropäische Union-Außenminister“ genannt – heißt mit vollem Titel Hoher Vertreter der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik. Er ist zugleich Vizepräsident der Europäischen Kommission, Vorsitzender des Rates für Auswärtige Angelegenheiten und Außenbeauftragter des Europäischen Rats. Zudem steht er an der Spitze der Europäischen Verteidigungsagentur (EVA) / European Defence Agency (EDAEuropäische Verteidigungsagentur). Als solcher koordiniert er die zahlreichen außen-, sicherheits- und entwicklungspolitischen Instrumente der EUEuropäische Union.

Posten geht auf Vertrag von Lissabon zurück

Der Posten des EUEuropäische Union-Außenbeauftragten in seiner jetzigen Ausgestaltung geht auf den Vertrag von Lissabon zurück, der am 1. Dezember 2009 in Kraft trat. Der Kandidat für das Amt des EUEuropäische Union-Außenbeauftragten wird vom Europäischen Rat, dem die Staats- und Regierungschefs aller EUEuropäische Union-Mitgliedstaaten angehören, nominiert. Die Nominierung bedarf der Bestätigung durchs EUEuropäische Union-Parlament und der Zustimmung der Präsidentin der Europäischen Kommission. Der EUEuropäische Union-Außenbeauftragte ist für die Amtsperiode der Europäischen Kommission gewählt. Diese Amtszeit entspricht der fünfjährigen Legislaturperiode des Europäischen Parlaments.
 

von Jörg Fleischer

Mehr zum Thema

Inhalte teilen via

Anfang Footer Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

Auf dieser Website nutzen wir Cookies und vergleichbare Funktionen zur Verarbeitung von Endgeräteinformationen und (anonymisierten) personenbezogenen Daten. Die Verarbeitung dient der Einbindung von Inhalten, externen Diensten und Elementen Dritter, der eigenverantwortlichen statistischen Analyse/Messung, der Einbindung sozialer Medien sowie der IT-Sicherheit. Je nach Funktion werden dabei Daten an Dritte weitergegeben und von diesen verarbeitet (Details siehe Datenschutzerklärung Punkt 4.c). Bei der Einbindung von sozialen Medien und interaktiver Elemente werden Daten auch durch die Anbieter (z.B. google) außerhalb des Rechtsraums der Europäischen Union gespeichert, dadurch kann trotz sorgfältiger Auswahl kein dem europäischen Datenschutzniveau gleichwertiges Schutzniveau sichergestellt werden. Sämtliche Einwilligungen sind freiwillig, für die Nutzung unserer Website nicht erforderlich und können jederzeit über den Link „Datenschutzeinstellungen anpassen“ in der Fußzeile unten widerrufen oder individuell eingestellt werden.

  • Logo Bundesministerium der Verteidigung

    Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

    Detaillierte Informationen zum Datenschutz finden Sie unter Datenschutzerklärung