Norwegische Soldatin spricht mit deutschem und einem norwegischen Soldaten, im Hintergrund Zäune und zivile Fahrzeuge.
© Bundeswehr/Anne Weinrich
KategorieHintergrund

Vertrauensvolle Verbündete: Die deutsch-norwegische Militärkooperation

Deutschland und Norwegen sind enge Verbündete. Insbesondere an der NATO-Ostflanke zeigen beide Streitkräfte ein hohes Maß der Zusammenarbeit, um das Bündnisgebiet zu schützen. Auch in den Bereichen Ausbildung und Rüstung gibt es eine intensive Kooperation.

Norwegen ist Gründungsmitglied der NATO und damit seit 1949 in der Allianz aktiv. Aufgrund seiner Lage hat Norwegen eine besondere strategische Bedeutung: Norwegens Küste erstreckt sich von der Nordsee bis zum Nordatlantik mit einer direkten Grenze zu Russland und dem russischen Marinestützpunkt Murmansk in der Nähe. Knapp 23.000 Soldatinnen und Soldaten dienen in den norwegischen Streitkräften.

Die bilateralen politischen Beziehungen sind hervorragend. Sicherheitspolitisch verbindet Deutschland und Norwegen neben der NATO-Mitgliedschaft auch das Engagement in der Northern Group. In diesem Forum beraten zwölf nordeuropäische Staaten regelmäßig die Sicherheitslage im Nord- und Ostseeraum sowie in der Arktis. Nach Schwedens NATO-Beitritt werden alle Teilnehmerländer der Northern Group auch NATO-Mitglieder sein. 

Mit Cold Response findet in Norwegen alle zwei Jahre eine Winterkampfübung statt, an der auch die Bundeswehr regelmäßig beteiligt ist. Land-, Luft- und Seestreitkräfte trainieren die Verteidigung der NATO-Nordflanke mit ihren langen Küstenlinien und unter arktischen Witterungsbedingungen.

Gemeinsam für Europas Sicherheit

Deutschland wird von Norwegen als wichtigster Partner in Europa und Schlüsselland im Verhältnis zur EU gesehen. Obwohl Norwegen nicht in der EU ist, gibt es intensive militärische Beziehungen. So stellt Norwegen zum Beispiel Ausbilderinnen und Ausbilder für die europäische Trainingsmission EUMAM Ukraine, in der ukrainische Kräfte unter anderem in Deutschland ausgebildet werden.

Darüber hinaus beteiligt sich Norwegen am PESCO-Projekt Military Mobility, bei dem Verfahren beschleunigt und Verkehrsinfrastruktur modernisiert werden für Militärtransporte und Truppenverlegungen. PESCO ist eine EU-Initiative, mit der sich EU-Staaten verpflichten, Verteidigungsprojekte gemeinsam und verpflichtend voranzubringen und weiterzuentwickeln. Auch Drittstaaten wie Norwegen können an PESCO-Projekten teilnehmen – bei Interesse und wenn sie eine Einladung der EU erhalten. Auch Deutschland engagiert sich als logistische Drehscheibe ebenfalls im Projekt Military Mobility.

Eine sehr intensive Zusammenarbeit der deutschen und norwegischen Streitkräfte gibt es in Litauen. Seit 2018 ist in dem baltischen Staat eine NATO-Battlegroup unter deutscher Führung eingesetzt zum Schutz der Ostflanke. Norwegische Soldatinnen und Soldaten sind Teil des multinational zusammengesetzten Verbandes. 

Deutschland hat sich entschieden, dauerhaft eine Kampfbrigade im Baltikum zu stationieren. Die Vorbereitungen zur Aufstellung der Brigade Litauen laufen. Auch wenn die Brigade im Kern ein deutscher Verband sein wird, gibt es mit engen NATO-Partnernationen Gespräche über die künftige Struktur – hier vor allem mit Norwegen und den Niederlanden.

Beispielgebende Rüstungskooperation

Auf einem sehr hohen Niveau ist auch die deutsch-norwegische Rüstungskooperation. Ein Leuchtturmprojekt ist der Bau sechs neuer U-Boote der Klasse 212 CD. Das Gemeinschaftsprojekt umfasst neben der Entwicklung durch die beiden Partner auch die gemeinsame Wartung, Instandsetzung, Ersatzteilversorgung und Ausbildung. Es soll ein U-Boot werden, das problemlos durch die Soldatinnen und Soldaten verschiedener Marinen genutzt werden kann. Im Rüstungsbereich wollen beide Länder ihre Kooperation künftig noch weiter intensivieren.

von Florian Manthey

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