Liegender Soldat mit Gewehr im Anschlag
© Bundeswehr/Jane Schmidt

Das Konzept der Inneren Führung

Die Grundsätze der Inneren Führung bilden die Grundlage für den militärischen Dienst in der Bundeswehr. Sie bestimmen das Selbstverständnis der Soldatinnen und Soldaten. Sie sind Leitlinie für die Führung von Menschen und den richtigen Umgang miteinander. Eine eingängige Definition der Inneren Führung gibt es nicht. Sie orientiert sich an Werten, Normen und Gesetzen.

Orientierung im Spannungsfeld zwischen Rechten und Pflichten

Die Innere Führung ist das unverzichtbare Fundament für individuelles und kollektives Handeln in der Bundeswehr, da sie das Gewissen jeder und jedes Einzelnen als moralische Instanz anerkennt. Im Spannungsfeld zwischen den persönlichen demokratischen Freiheitsrechten auf der einen Seite und den soldatischen Prinzipien von Pflicht und Gehorsam auf der anderen Seite bietet die Innere Führung Orientierung.

Denn für Soldaten der Bundeswehr gelten die Grundrechte wie für alle anderen Bürger. Allerdings sind einzelne Grundrechte aufgrund militärischer Erfordernisse durch Wehrgesetze eingeschränkt. Ein Beispiel ist das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Dieser Artikel wird durch die im Soldatengesetz verankerte Pflicht zur Duldung von Maßnahmen zur Gesunderhaltung, wie Impfungen, eingeschränkt.

Wertegrundlage für den Staatsbürger in Uniform

Pilot mit Nachtsichtbrille sitzt im Kampfjet Tornado

Staatsbürger in Uniform

Soldaten der Bundeswehr sind „Staatsbürger in Uniform„ und den Werten und Normen des Grundgesetzes besonders verpflichtet.

Die Innere Führung bildet die Wertegrundlage für verantwortliches Handeln in der Bundeswehr. Alle Angehörigen der Bundeswehr sind auch „Staatsbürger in Uniform“. Das bedeutet, sie haben die gleichen Rechten und Pflichten wie jeder Staatsbürger. Jedoch sind sie den Werten und Normen des Grundgesetzes besonders verpflichtet.

Die Innere Führung vermittelt diese Werte: Dazu zählen Menschenwürde, Freiheit, Frieden, Gerechtigkeit, Gleichheit, Solidarität und Demokratie. Sie sind stets fester Bestandsteil in der Aus- und Weiterbildung der Soldaten, setzen die Soldaten doch im äußersten Fall für diese Werte ihr Leben aufs Spiel.

Das Gewissen als letzte Entscheidungsinstanz

Die Konzeption der Inneren Führung ist für jeden Soldaten verbindlich. Sie dient ihm als Grundlage für sein Handeln. Darüber hinaus verpflichtet sie jedoch jeden Soldaten, selbst zu denken und nicht nur blind zu folgen: Die Bundeswehr kennt keinen unbedingten Gehorsam. Die letzte Entscheidungsinstanz bleibt das Gewissen jedes Einzelnen.

Das Prinzip der Inneren Führung ist weltweit einzigartig. Viele Länder haben Teile davon für ihre eigenen Streitkräfte übernommen. Die Innere Führung ist jedoch kein reines Lehrfach. Sie hängt mit der Persönlichkeit eines jeden Soldaten zusammen: Er muss sich selbst führen können. Das heißt, er muss historisch, politisch und ethisch gut informiert sein. Erst so kann er Entscheidungen treffen und andere führen.

Zentrum Innere Führung

Das Kompetenzzentrum für alle Fragen und Handlungsfelder der „Unternehmensphilosophie“ der Bundeswehr ist das Zentrum Innere Führung (ZInFüZentrum für Innere Führung) in Koblenz. Es bietet über 50 Lehrgangstypen mit über 220 Durchgängen im Jahr an. Die Themen sind vielfältig. Sie reichen von Menschenführung, Recht, Betreuung und Fürsorge bis zur interkulturellen Kompetenz, Ethik und internationalen Kooperation mit Soldaten aus anderen Streitkräften.

Hier werden Konzepte für die Bildungsarbeit geschrieben. Sie werden ständig angepasst, damit die Ethikausbildung in der Bundeswehr auch für junge Soldaten anschlussfähig bleibt. Im Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam sowie im Zentrum Innere Führung selbst werden die Inhalte der historischen und der politischen Bildung erarbeitet.

Programm „Innere Führung Heute“

Zur Stärkung der Inneren Führung wurde das Programm „Innere Führung Heute“ unter Leitung des Generalinspekteurs gestartet. Hier geht es zunächst darum, ein umfassendes Lagebild zu gewinnen, wie es um Führungsfragen in der Bundeswehr bestellt sei und wo Probleme oder Hemmnisse liegen. Dabei werden alle Führungsebenen der Bundeswehr von unten nach oben („bottom-up“) betrachtet. In einem weiteren Schritt sollen Maßnahmen entwickelt werden, die dann „top-down“ umgesetzt werden.

Der Politischen Bildung in der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Angehörigen der Streitkräfte soll auf allen Ebenen mehr Vorrang eingeräumt werden. Den Werten, für die die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr einstehen, soll noch mehr Bedeutung zukommen.

Mehr Informationen zur Inneren Führung

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