Ächtung der Zwangsarbeit

Die ILOInternationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen definierte Zwangsarbeit schon in ihrem Übereinkommen Zwangs- und Pflichtarbeit von 1930. Demnach ist Zwangsarbeit eine unfreiwillige Arbeit oder Dienstleistung, die unter Androhung einer Strafe (oft Misshandlung oder Nahrungsentzug) ausgeübt wird. Mit dem Übereinkommen von 1957 setzte sich die ILOInternationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen für eine Ächtung der Zwangsarbeit ein.

2014 publizierte die ILOInternationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen ihren neuesten Bericht zum Thema Profite und Armut. Dem Bericht ist zu entnehmen, dass die Situation sich grundsätzlich gebessert hat, weil zumindest staatliche Akteure nur noch selten in Zwangsarbeit-Strukturen involviert sind. Bis 2016 haben tatsächlich 173 von 187 Mitgliedsländern der ILOInternationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen das Übereinkommen ratifiziert.

Dramatische Umsatzsteigerung durch Zwangsarbeit

Die ILOInternationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen schätzt in ihrem Bericht, dass mindestens 21 Millionen Menschen (darunter 5,5 Millionen Kinder) weltweit zur Arbeit gezwungen werden. Von den Profiteuren würden dadurch Einnahmen von mindestens 150 Milliarden Dollar (rund 110 Milliarden Euro) im Jahr erzielt, so die ILOInternationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen. Dies stellt eine dramatische Umsatzsteigerung gegenüber dem ersten Bericht von 2005 dar, in dem Profite von 44 Milliarden angenommen wurden.

Zwei afrikanische Jungen bei der Minenarbeit

Produktion in Fabriken, Minen oder auf dem Bau lässt Verdienste von knapp 5.000 Dollar pro Zwangsarbeiter erwarten.

© picture-alliance/dpa/Kristin Palitza

Menschenhandel und Prostitution

Die ILOInternationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen stellte fest, dass 99 Milliarden Dollar oder zwei Drittel der Gesamtprofite aus der Zwangsarbeit mit dem Verkauf von sexuellen Dienstleistungen erzielt werden. Im weltweiten Vergleich unter Formen der Zwangsarbeit lässt sich in keinem anderen Betätigungsfeld mehr Geld als im Rotlicht-Milieu verdienen. Zwangsarbeit in der Landwirtschaft oder im Haushalt lässt jährliche Verdienste von unter 2.500 Dollar pro Person erwarten, während Zwangsarbeit in Fabriken, Minen oder auf dem Bau Verdienste in Höhe von knapp 5.000 Dollar ermöglicht. Dagegen werden laut ILOInternationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen mit Prostitution 21.800 Dollar pro Jahr und pro Zwangsarbeiter(-in) eingenommen.

Staatliche und zivilgesellschaftliche Strukturen stärken

Die mit Zwangsarbeit erzielten Gewinne unterscheiden sich sehr in den einzelnen Weltregionen. So geht die ILOInternationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen 2014 davon aus, dass ein Zwangsarbeiter in Afrika Erträge in Höhe von 3.900 Dollar im Jahr einbringt, während Zwangsarbeiter in entwickelten Ländern Gewinne von im Schnitt 34.800 Dollar generieren können.

Die Stärkung von Demokratie und wirtschaftlicher Entwicklung kann gleichzeitig zu einer Stärkung der Zivilgesellschaft und damit zu einer wirksamen Bekämpfung der Ursachen für Zwangsarbeit führen. Die Förderung rechtsstaatlicher Strukturen und guter Regierungsführung ist ein wichtiges Ziel der deutschen Afrikapolitik. „Eine an rechtsstaatlichen Grundsätzen ausgerichtete, funktionierende Sicherheitsarchitektur, die das Vertrauen und die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger an die Gewährleistung von Sicherheit erfüllt, ist ein tragendes Fundament jedes Staates“, heißt es in den Afrikapolitischen Leitlinien der Bundesregierung.

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