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imago stock&peopleVerteidigungsministerinnen Belgiens und Deutschlands treffen sich in Brüssel
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Am 19. April 2021 fand das erste persönliche Zusammentreffen der Verteidigungsministerinnen Belgiens und Deutschlands, Ludivine Dedonder und Annegret Kramp-Karrenbauer, statt.
Sie sprachen über die enge bilaterale Zusammenarbeit der beiden Länder sowie aktuelle politische Themen, darunter:
- Der geordnete Abzug der belgischen und deutschen Streitkräfte aus Afghanistan;
- Die Stärkung der europäischen Verteidigung in den vier „Körben“ des derzeit erarbeiteten zentralen Leitdokuments „Strategischer Kompass“: Krisenmanagement, Resilienz, Fähigkeiten und Partnerschaften;
- Die Zusammenarbeit im Rahmen von PESCOPermanent Structured Cooperation-Projekten der EUEuropäische Union, insbesondere in den Bereichen Sanität und Logistik;
- Die Bedeutung des aktuellen NATONorth Atlantic Treaty Organization-Reflexionsprozesses und der Verzahnung mit dem „Strategischen Kompass“ um Duplikationen zu vermeiden und die Zusammenarbeit weiter zu verbessern;
- Die nationalen Herausforderungen bei der Streitkräftemodernisierung, insbesondere in den Bereichen Personalgewinnung und -bindung, die Entwicklung eines Cyber-Kommandos der belgischen Streitkräfte, die Aktualisierung einer strategischen Vision zur Bewältigung neuartiger Bedrohungen und Herausforderungen.
Bundesverteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer sagte hierzu:
„Ich freue mich sehr, dass wir trotz der widrigen Umstände ein persönliches Treffen hier in Brüssel realisieren konnten. Das zeigt den wichtigen Stellenwert, den wir uns als Freunde, Nachbarn und Verbündete zumessen. Unsere gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit ist über Jahrzehnte gewachsen. Zusammen wollen wir die EUEuropäische Union und die NATONorth Atlantic Treaty Organization in den anstehenden Strategieprozessen stabil aufstellen. Unsere Streitkräfte sind zusammen im Einsatz und bauen tatkräftig auf der bewährten Kooperation und dem engen Kontakt auf.”
Verteidigungsministerin Dedonder erklärt:
„Unsere beiden Nationen arbeiten in vielfältiger Weise zusammen: auf bilateraler Ebene, aber auch im Rahmen europäischer Partnerschaften und des atlantischen Bündnisses. Ich begrüße diesen konstruktiven Dialog, der uns bei operativen Angelegenheiten gute Fortschritte ermöglicht, die unseren gemeinsamen Willen zur Zusammenarbeit unter Beweis stellen. Diese Zusammenkunft gibt uns Gelegenheit, unsere gemeinsame Vision einer globalen und multilateralen Krisenbewältigung neu zu bekräftigen und die Bedeutung starker Beziehungen zwischen Partnern und Verbündeten für eine starke kollektive Verteidigung zu unterstreichen.“
Deutschland und Belgien teilen viele fruchtbare Verteidigungspartnerschaften, im strategischen wie im operativen Bereich. Im Rahmen der Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit (Permanent Structured Cooperation – PESCOPermanent Structured Cooperation) kooperieren Deutschland und Belgien bei sieben Projekten. Beide Länder sind außerdem Eurocorps-Rahmennationen, beteiligen sich auf multilateraler Ebene am Programm NH90 und leisten Beiträge zu den acht MRTTMulti Role Tanker Transport-Luftfahrzeugen (Multi-Role Tanker Transport).
Gemeinsam mit der Bundeswehr beteiligten sich die belgischen Streitkräfte an der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Mission Resolute Support in Afghanistan. Ein koordinierter Abzug aus dem Land wird gemeinsam mit Deutschland erarbeitet werden. Beide Streitkräfte arbeiten zudem in Mali (MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali), in Litauen (NATONorth Atlantic Treaty Organization enhanced Forward Presence) und in Jordanien im Rahmen der durch die Anti-IS„Islamischer Staat“-Koalition durchgeführten Operation Inherent Resolve zusammen, in deren Rahmen vier belgische F-16 am Luftwaffenstützpunkt Al-Azraq in ein deutsches Feldlager integriert sind.