Bundeskanzler Olaf Scholz mittig zwischen Minister Pistorius und dem Generalinspekteur Carsten Breuer
© Bundeswehr/Tom Twardy
KategorieAktuelles

Minister Pistorius nennt Olaf Scholz den „Bundeskanzler der Zeitenwende“

Die Bundeswehr hat sich vom scheidenden Bundeskanzler Olaf Scholz mit einem Großen Zapfenstreich verabschiedet. Mit dem Zeremoniell wurde Scholz am 5. Mai 2025 im Berliner Bendlerblock die höchste Würdigung der deutschen Streitkräfte zuteil. Die Festrede hielt Verteidigungsminister Boris Pistorius.

Ehrengast des höchsten militärischen Zeremoniells war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Neben Verteidigungsminister Boris Pistorius sowie dem Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer, nahmen insgesamt rund 750 geladene Gäste aus Politik und Gesellschaft an dem Großen Zapfenstreich für Olaf Scholz teil, darunter auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Bundesratspräsidentin Anke Rehlinger und der designierte Bundeskanzler Friedrich Merz. Sie verfolgten die Zeremonie am Abend im feierlichen Fackelschein von einem Podest auf dem Paradeplatz des Verteidigungsministeriums aus. Als erstes trat Minister Pistorius an das Rednerpult.

Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius schaut lächelnd für eine Portraitaufnahme in die Kamera.
Wir verabschieden uns heute von einem Staatsmann, der unser Land in stürmischen Zeiten mit Entschlossenheit, Klugheit und Besonnenheit geführt hat.
Verteidigungsminister Boris Pistorius Bundeswehr/Norman Jankowski

Dank und Anerkennung

Der Minister betonte: „Lieber Olaf, Du warst ein Bundeskanzler in stürmischen, schweren Zeiten.“ Nach dem völkerrechtswidrigen Überfall Russlands auf die Ukraine am 24. Februar 2022 habe Scholz mit schweren Entscheidungen ringen müssen – diese habe er stets mit Weitsicht und zum Wohle Deutschlands getroffen.

Minister Pistorius machte deutlich, dass der Große Zapfenstreich viel mehr als ein traditionelles militärisches Zeremoniell zu Ehren des scheidenden Bundeskanzlers sei. Der Große Zapfenstreich sei Ausdruck des Respekts, des Dankes und der Anerkennung für seinen Dienst für Deutschland. 

Paradigmenwechsel in der deutschen Sicherheits- und Verteidigungspolitik

Mit seiner Rede am 27. Februar 2022 im Parlament sei die „Zeitenwende“ neues Vokabular für den Deutschen Bundestag, für die Bürgerinnen und Bürger und die internationale Gemeinschaft geworden. Boris Pistorius nannte dies einen Paradigmenwechsel in der deutschen Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Scholz habe den Mut und die Entschlossenheit gehabt, zu sagen: Der Krieg ist zurück auf dem europäischen Kontinent. Und Deutschland muss in dieser Situation Verantwortung übernehmen, seine Rolle neu bestimmen. Bundeskanzler Olaf Scholz hat aus Sicht von Verteidigungsminister Boris Pistorius wichtige Weichen in dieser Zeit gestellt. Deutschland sei in dieser Zeit größter europäischer Unterstützer der Ukraine geworden.

Grundstein für eine leistungsfähigere Bundeswehr

Mit seinem Vorschlag für das 100 Milliarden-Euro-Sondervermögen Bundeswehr habe Olaf Scholz den Grundstein für eine leistungsfähigere Bundeswehr gelegt. Vieles wäre ohne die Unterstützung von Olaf Scholz für die Streitkräfte nicht möglich gewesen, unterstrich Boris Pistorius. Beginnend bei der schnelleren Beschaffung von Rüstungsgütern über die engere Zusammenarbeit von Industrie und Politik bis hin zu einer Vielzahl von Verbesserungen bei der Rekrutierung und Bindung des Personals.

Bundesminister Boris Pistorius am Rednerpult während des Zapfenstreiches für Olaf Scholz

Verteidigungsminister Boris Pistorius richtet persönliche Worte an den scheidenden Bundeskanzler Scholz

© Bundeswehr/Tom Twardy

Der Minister nannte Olaf Scholz den „Bundeskanzler der Zeitenwende“, der viele notwendige, wichtige und richtige Entscheidungen getroffen habe. Er dankte Scholz, dass er Deutschland durch stürmische Zeit geführt habe. Boris Pistorius sagte zum Abschluss seiner rund zehnminütigen Rede: „Olaf, vielen Dank für alles, was Du für uns und dieses Land getan hast!“ Der Minister dankte Scholz ausdrücklich persönlich und im Namen der gesamten Bundeswehr.

Scholz empfindet tiefe Dankbarkeit

Olaf Scholz erwiderte in seiner letzten Rede als Bundeskanzler, dies sei für ihn ein Moment des Innehaltens und des Blickes zurück. Der scheidende Bundeskanzler machte deutlich, dass er tiefe Dankbarkeit empfinde. Scholz nutzte in seiner Rede die Gelegenheit, um der Öffentlichkeit vor Augen zu führen, welche großen persönlichen Risiken die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr in ihrem Dienst mitunter in Kauf nähmen. Was dieser Dienst bedeute, gehe im hektischen Regierungsalltag vielleicht manchmal unter.

Im Hinblick auf den anstehenden Wechsel in der Bundesregierung erinnerte Olaf Scholz daran, dass in einer Demokratie Ämter nur auf Zeit verliehen würden. Deshalb sei der anstehende Wechsel Ausdruck demokratischer Normalität. Dieser Wechsel vollziehe sich zivilisiert, kollegial und anständig.

Scholz richtete in seiner Rede einmal mehr den Blick auf die Bundeswehr. Er zeigte sich beeindruckt von den Soldatinnen und Soldaten, die sich im persönlichen Gespräch mit ihm entschlossen gezeigt hätten, dieses Land verteidigen zu wollen, wenn es nötig sei. In diesem Kontext erinnerte Scholz daran, welche Kraft in Deutschland stecke, wenn das Land zusammenhalte.    

Scheidender Kanzler wünscht sich das Lied „Respect“

Das Stabsmusikkorps der Bundeswehr unter Leitung von Oberstleutnant Reinhard Kiauka und das Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung unter Leitung von Oberstleutnant Maik Teichgräber gestalteten den Großen Zapfenstreich. Das Stabsmusikkorps der Bundeswehr intonierte zu Ehren des scheidenden Kanzlers den Beatles-Titel „In My Life“ sowie einen Auszug aus dem Zweiten Brandenburgischen Konzert von Johann Sebastian Bach. Und weiterhin hatte sich Olaf Scholz zu seinem Abschied das Lied „Respect“ von Aretha Franklin gewünscht.

Beifall zum Abschied

Zum Ausklang der Veranstaltung verabschiedeten sich der scheidende Bundeskanzler und seine Ehefrau Britta Ernst unter dem Beifall der hochrangigen Gäste. Der Große Zapfenstreich wurde für die breite Öffentlichkeit im Fernsehen live übertragen und in den Sozialen Medien begleitet.

von Jörg Fleischer

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