Helmut Rauch und Boris Pistorius schauen sich gemeinsam ein Produkt des Rüstungsbetriebs Diehl Defence an.
© Bundeswehr/Susanne Haehnel
KategorieRüstung

Zünder im Fokus: Verteidigungsminister besucht DynITEC in Troisdorf

Während der Firmenbesichtigung sprach der Verteidigungsminister mit dem Management des Unternehmens über den Kapazitätsausbau bei der Fertigung von Munition und Munitionskomponenten. Neben resilienten Lieferketten ging es vor allem um die Beteiligung von mittelständischen Betrieben an der Stärkung der deutschen Verteidigungsfähigkeit.

Der Besuch von Verteidigungsminister Boris Pistorius bei DynITEC in Troisdorf in Nordrhein-Westfalen stand ganz im Zeichen der sicherheitspolitischen Entwicklungen der vergangenen Jahre. Angesichts der aktuellen Bedrohungslage müsse die Bundeswehr personell und materiell deutlich wachsen, betonte der Minister. Deutschland übernehme innerhalb der NATONorth Atlantic Treaty Organization eine noch wichtigere Rolle und werde bei der Unterstützung der Ukraine weiterhin stark gefordert sein. „Eine wichtige Arbeit, die Sie hier machen – Zulieferer im besten Sinne des Wortes – und darum umso bedeutender, dass wir auch in diesem Bereich über langfristige Verträge Planungs- und Investitionssicherheit schaffen“, sagte Pistorius während seines Besuchs.

Vor diesem Hintergrund rücke die Beschleunigung der Beschaffung von Ausrüstung und Munition ebenso in den Mittelpunkt wie der Ausbau der dafür notwendigen industriellen Basis. Ziel sei es, die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr dauerhaft zu sichern und gleichzeitig die Souveränität Deutschlands in der Rüstung zu stärken. Pistorius machte deutlich, dass es nicht nur auf die Endmontage von Rüstungsgütern ankomme, sondern insbesondere auf verlässliche und mitwachsende Lieferketten. „Wir können nicht so abhängig von Rüstungsindustrien anderer Länder sein, wie wir das in der Vergangenheit waren. Und gleichfalls bei Lieferketten müssen wir unabhängiger werden, wo immer es geht“, so Pistorius.

Mittelstand stärkt Verteidigung 

DynITEC ist ein mittelständisches Unternehmen, das auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Zünd- und Anzündmitteln sowie energetischen Materialien spezialisiert ist. Zum Portfolio gehören unter anderem Detonatoren, Sprengzünder, Anzünder, pyrotechnische Mischungen sowie Sprengstoffe. Das Unternehmen verfügt über eine besondere Fertigungstiefe, da es Explosivstoffe in Eigenproduktion herstellt. Damit trägt DynITEC dazu bei, stabile und unabhängige Lieferketten für die Bundeswehr und andere Partner auf- und auszubauen.

Die Unternehmensstruktur unterstreicht die Bedeutung des Standorts: DynITEC ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Diehl-Defence-Tochter Junghans Microtec GmbHGesellschaft mit beschränkter Haftung und Rheinmetall. Als zugelassener Betriebsbereich gehört der Standort Troisdorf zudem zur Troisdorfer Genehmigungshaltergesellschaft mbHmit beschränkter Haftung (TGHG), die die notwendigen Genehmigungen für die Herstellung und Verarbeitung explosionsgefährlicher Stoffe sichert. Pistorius nutzte seinen Besuch, um mit Helmut Rauch, dem CEOChief Executive Officer von Diehl Defence, und der Geschäftsführung von DynITEC über die anstehenden Herausforderungen zu sprechen. Für die Bundeswehr fertigt das Unternehmen vor allem Zündsysteme von Manöver- und Übungsmunition für Gewehre und Pistolen sowie Spreng- und Zündmittel. „Verglichen mit dem Stand vor fünf Jahren werden heute Spezifikationen für die Verteidigungsindustrie schnell erstellt und Aufträge schnell erteilt – wir sind in einer ganz neuen Welt angekommen“, sagte Rauch bei den Gesprächen.

Für eine verlässliche Munitionsversorgung 

Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage, wie sich Produktion und Lieferketten weiter ausbauen lassen. Pistorius würdigte das Engagement der Belegschaft und stellte klar, dass Standorte wie Troisdorf exemplarisch für die enge Zusammenarbeit zwischen Industrie und Bundeswehr stehen. DynITEC trage dazu bei, die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte zu gewährleisten und die nationale Sicherheit zu stärken. Laut Rauch wurden die Kapazitäten in Troisdorf bereits verdoppelt. Und bis 2026 wolle man diese erneut verdoppeln. Hierfür investiert Diehl derzeit rund eine Milliarde Euro in deutsche Standorte, darunter auch in die Firma DynITEC in Troisdorf. „Wir versuchen mit erhöhter Geschwindigkeit, bei der Zusammenarbeit mit der Industrie und bei der Beschaffung im BMVgBundesministerium der Verteidigung Zeit aufzuholen. Das Ergebnis: Die Produktionskapazitäten steigen beträchtlich“, so Pistorius.

von Egbert Sass

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