Mark Rutte, John Healey, Denis Shmyhal und Boris Pistorius sitzen nebeneinander. Dahinter die entsprechenden Flaggen.
© Bundeswehr/Anne Weinrich
KategorieSicherheitspolitik

UDCGUkraine Defence Contact Group: Deep-Strike-Fähigkeiten für Ukraine stärken

Bei einer Sitzung der UDCGUkraine Defence Contact Group am 9. September 2025 in London wurde die fortgesetzte militärische Hilfe für die Ukraine bekräftigt. Ebenfalls in London ist am Folgetag die Group of Five zu verteidigungspolitischen Beratungen in der britischen Hauptstadt zusammengekommen.

Die 30. Sitzung der Ukraine-Kontaktgruppe wurde von John Healey gemeinsam mit Boris Pistorius eröffnet. Deutschland und Großbritannien haben im April die Leitung der Ukraine-Kontaktgruppe von den USA übernommen. Es war bereits das vierte Treffen unter Leitung der beiden Verteidigungsminister. Rund 50 NATONorth Atlantic Treaty Organization-Verbündete und weitere Partnerstaaten haben an der Sitzung teilgenommen. Minister Healey machte zu Beginn deutlich: „Wir müssen noch mehr tun und unsere Unterstützung für die Ukraine beschleunigen.“ Die Sicherheit Europas brauche eine starke Ukraine. „Und unsere Sicherheit beginnt in der Ukraine“, so Healey.

Weitere Luftverteidigungssysteme auf dem Weg

„Russland zeigt kein ernsthaftes Interesse, den Krieg zu beenden“, erklärte Verteidigungsminister Pistorius in London. Er verwies auf die Luftangriffe vom vergangenen Wochenende. Es waren die massivsten seit Beginn der russischen Invasion. Die Ukraine wurde mit über 800 Drohnen und dutzenden Raketen angegriffen. Pistorius berichtete, dass Deutschland derzeit zwei PatriotPhased Array Tracking Radar to Intercept on Target-Flugabwehrsysteme an die Ukraine liefert, um die Luftverteidigung zu stärken. Der ukrainische Verteidigungsminister Denys Schmyhal bestätigte den dringenden Bedarf an weiteren Luftverteidigungssystemen.

Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius schaut lächelnd für eine Portraitaufnahme in die Kamera.
Die Ukraine kann auf uns zählen – heute, morgen und in Zukunft.
Verteidigungsminister Boris Pistorius Bundeswehr/Norman Jankowski

Deep Strike Initiative für die Ukraine

Pistorius sagte, dass Deutschland weiterhin Waffen und Munition für den Verteidigungskampf in der Ukraine liefern werde. Darüber hinaus arbeite Deutschland eng mit der ukrainischen Verteidigungsindustrie zusammen, damit das Land seine Drohnenproduktions-Fähigkeiten ausbauen kann, um Russland auch im Hinterland treffen zu können. „Deutschland wird eine neue Deep Strike Initiative starten und seine Unterstützung für die Beschaffung von weitreichenden Drohnen bei der ukrainischen Rüstungsindustrie vervielfachen“, betonte Pistorius. Hierfür stelle Deutschland rund 300 Millionen Euro bereit, um mehrere tausend weitreichende Drohnen verschiedenen Typs aus ukrainischer Produktion zu beschaffen. Weitere Länder seien eingeladen, sich an dieser Initiative zur Stärkung der Ukraine zu beteiligen.

Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022 hat Deutschland militärische Unterstützung in Höhe von insgesamt rund 40 Milliarden Euro geleistet beziehungsweise für die kommenden Jahre bereitgestellt. Dazu gehören Ausrüstungs- und Waffenlieferungen aus Beständen der Bundeswehr und Lieferungen der Industrie, die aus Mitteln der Ertüchtigungshilfe der Bundesregierung finanziert werden – insbesondere Flugabwehr-Systeme, Gefechtsfahrzeuge, Artilleriesysteme, geschützte Transportfahrzeuge, Handwaffen und Munition sowie Sanitätsmaterial und Bekleidung.

Group of Five: Nächstes Treffen in Berlin

Eine Frau und 4 Männer stehen als Vertreter ihres Landes an einem Tisch, dahinter die entsprechenden Flaggen.

Die Group of Five ist ein verteidigungspolitischer Zusammenschluss von Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien und Polen.

© Bundeswehr/Anne Weinrich

Staatssekretär Jens Plötner hat Verteidigungsminister Boris Pistorius beim Treffen der Group of Five vertreten. In der Group of Five tauschen sich die Vertreterinnen und Vertreter Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens und Polens über ihre sicherheits- und verteidigungspolitischen Positionen aus. Der Zusammenschluss geht auf eine deutsch-französische Initiative zurück.

Der britische Verteidigungsminister John Healey verurteilte die Verletzung des polnischen Luftraums durch russische Drohnen. Die Staaten der Group of Five seien „geeinter, entschlossener“, um Europa sicherer zu machen, so Healey. Die Verbündeten drückten ihre Solidarität mit Polen aus und verurteilen das Verhalten Russlands. Für Staatssekretär Jens Plötner ist die Aktion Russlands eine „gezielte Provokation“, die nicht nur auf Polen ziele, sondern auf die gesamte NATONorth Atlantic Treaty Organization.

Die Group of Five habe sich als Ideen-Katalysator erwiesen, erklärte Plötner in London. Er lud zum nächsten Treffen in Berlin gegen Jahresende ein. Schwerpunktthemen dieses Treffens waren die weitere Unterstützung der Ukraine, die Stärkung der europäischen Verteidigungsfähigkeit sowie weitere strategische Themen, wie zum Beispiel das Engagement auf dem Westbalkan.

von Florian Manthey

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