Boris Pistoris spricht am Rednerpult vor Publikum.
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„Lasst uns zeigen, wozu wir Europäer fähig sind“

Verteidigungsminister Boris Pistorius betont auf der Münchner Sicherheitskonferenz am 14. Februar 2026 die Notwendigkeit einer stärkeren europäischen Verantwortung für die konventionelle Verteidigung.

Boris Pistorius hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz die Lastenteilung im Bündnis sowie die fortgesetzte Unterstützung der Ukraine hervorgehoben. „Holding the Line: Defending Europe and Supporting Ukraine“, so der Titel seiner Rede, in der er - mit Blick auf die kürzlich veröffentlichte US-Verteidigungsstrategie und die vergangenen NATONorth Atlantic Treaty Organization-Treffen - von einem Gefühl aus „realistischem und pragmatischem Optimismus“ spricht.

Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius schaut lächelnd für eine Portraitaufnahme in die Kamera.
Ich wünsche mir, dass Europa mehr ist als eine starke Wirtschaftsmacht. Es muss seine militärische Stärke ausbauen. Es muss mehr Verantwortung für seine eigene Sicherheit übernehmen.
Verteidigungsminister Boris Pistorius Bundeswehr/Norman Jankowski

Deshalb würde die gemeinsame Zukunft im Bündnis von einer klaren und fairen Verteilung der Verantwortlichkeiten abhängen: „Europa muss die Führung bei der Bereitstellung robuster konventioneller Streitkräfte übernehmen und mehr Verantwortung für seine eigene Nachbarschaft tragen, während die Vereinigten Staaten auch in absehbarer Zukunft weiterhin strategische und nukleare Unterstützung leisten.“

Der Minister führte dazu den 360-Grad-Ansatz der NATONorth Atlantic Treaty Organization an, denn das Bündnis muss auf Bedrohungen aus allen Himmelsrichtungen reagieren können. Neben der Bedrohung durch Russland an der Ostflanke des Bündnisses nannte Pistorius auch das Wiedererstarken des Islamischen Staates an der Südflanke. Darüber hinaus müsse mit Blick auf die Aktivitäten Russlands und Chinas in der Arktis auch die Sicherheit im Hohen Norden gewährleistet sein. Hier stelle die russische Nordmeerflotte eine Bedrohung für die Schifffahrtsrouten im Nordatlantik dar.

Pistorius skizzierte in seiner Rede, welchen Beitrag Deutschland leistet, um die europäischen Verteidigungsfähigkeiten zu stärken:

Auch wenn sich Deutschland von Entschlossenheit und Stärke leiten lasse bleibe klar: „Wir handeln nicht allein, sondern stets in enger Abstimmung mit unseren Verbündeten“, so Pistorius.  Die Reaktion auf internationale Krisen und Konflikte dürfe nicht darin bestehen, dass eine Großmacht im Alleingang handelt, sagte Pistorius mit Blick auf die Rede von Marco Rubio bei der MSCMunich Security Conference. Der US-Außenminister verkündete, dass die globale Ordnung nicht länger über nationale Interessen gestellt werden dürfe. „Kurzfristig mag das funktionieren, doch in einer Welt mit mehr konkurrierenden Großmächten wird dies langfristig definitiv nicht funktionieren“, entgegnete Boris Pistorius. Der bessere Weg seien Reformen und die Stärkung internationaler Organisationen. „Das können wir nur gemeinsam erreichen“, sagte Minister Pistorius.

Stärkung der europäischen Einheit

Von Europa wünscht sich Pistorius eine bessere internationale Koordinierung der Maßnahmen und mehr Transparenz. „Ich möchte, dass wir unsere Interessen verfolgen und unseren Kurs beibehalten können, auch wenn es schwierig wird“, sagte der Verteidigungsminister. Allerdings hätte die Debatte um Grönland bereits gezeigt, dass Europa dazu schon fähig sei. „Lasst uns zeigen, wozu wir Europäer fähig sind“, lautet deshalb der Appell des Ministers. „Es ist die Einheit, die uns Stärke verleiht.“

Deutschland setze sich deshalb für die Stärkung dieser Einheit ein, baut seine Sicherheitspartnerschaften mit den Verbündeten aus und werde in der Unterstützung für die Ukraine auch im fünften Jahr von Putins brutalem Angriffskrieg nicht nachlassen. „Wir werden weiterhin nach Wegen zu einem dauerhaften Frieden suchen, denn die Zukunft der Ukraine ist von grundlegender Bedeutung – nicht nur für die Sicherheit Europas, sondern auch für die globale Stabilität“, so der Minister.

Zur Verbesserung der europäischen Fähigkeiten wünscht sich der Minister eine effektivere und entschlossenere deutsche sowie europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Dazu müsse die militärische Stärke Europas ausgebaut werden und Europa müsse mehr Verantwortung übernehmen. „Verlässlichkeit ist dabei entscheidend“, so Pistorius. „Ich wünsche mir, dass Sicherheit nicht nur eine gesamtstaatliche, sondern eine gesamtgesellschaftliche Angelegenheit ist“, sagte Pistorius. Dies sei der Schlüssel zur Stärkung der Resilienz Europas.

von Florian Manthey

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