Verteidigungsminister Boris Pistorius empfing im Bendlerblock die spanische Verteidigungsministerin María Margarita Robles zum Antrittsbesuch in Berlin. Beide Seiten betonten, dass Deutschland und Spanien ihr eng abgestimmtes gemeinsames Engagement für die Stärkung der Sicherheit Europas fortsetzen.
Eingangs brachte Minister Pistorius seine Betroffenheit über die verheerenden Waldbrände in Spanien zum Ausdruck und würdigte die Anstrengung von Feuerwehrleuten auch aus Deutschland bei der Eindämmung. Margarita Robles dankte für die deutsche und internationale Hilfe bei der Bekämpfung der Brandkatastrophe.
Pistorius und Robles bekräftigten ihr ungebrochenes Engagement für die Ukraine und unterstrichen die Bedeutung einer nicht nachlassenden Unterstützung in dieser herausfordernden Zeit. „Wir haben natürlich über die Ukraine gesprochen. Hier liegt der deutsche Schwerpunkt nach wie vor auf dem Gebiet der Luftverteidigung“, sagte Pistorius.
Zudem verwiesen beide auf die erfolgreichen Rüstungskooperationen zwischen Deutschland und Spanien, die ein festes Fundament für eine vertiefte Zusammenarbeit bei der gemeinsamen Beschaffung bilden. Mit Blick auf die gemeinsam mit Frankreich beabsichtigte Entwicklung eines Kampfflugzeugs der 6. Generation zeigten sich beide zuversichtlich. Pistorius kündigte an, im Herbst ein trilaterales Treffen in Berlin organisieren zu wollen, um im Detail über noch offene Fragen im Projekt FCASFuture Combat Air System zu sprechen. Dabei sei klar, dass die bereits geschlossenen Verträge die Grundlage der Kooperation der beteiligten Industrieunternehmen bildeten.
Im Bereich Rüstung blicken beide NATONorth Atlantic Treaty Organization-Partner auf eine ebenso langjährige wie bewährte Zusammenarbeit zurück, beispielsweise beim Kampfjet Eurofighter, dem Transportflugzeug A400M, dem Mehrzweckhubschrauber NH90 sowie der Eurodrohne. Pistorius erklärte mit Blick auf gemeinsame Rüstungsprojekte, dass es nicht nur darum gehe, die Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Spaniens zu stärken, sondern auch zu einer leistungsfähigen und innovativen europäischen Verteidigungsindustrie beizutragen. Dazu wurden in den vergangenen Monaten gemeinsam in der EUEuropäische Union wesentliche Fortschritte zur Stärkung der Verteidigungsbereitschaft erzielt.
Weiterhin führte der deutsche Verteidigungsminister aus: „Ich freue mich sehr, dass Spanien erklärt hat, sich an der Beschaffung der nächsten Generation von Lenkflugkörpern, dem Taurus NEO, zu beteiligen. Margarita Robles sagte: „Wir glauben an unsere Verteidigungsindustrie, wir glauben, dass sie für Europa einen wichtigen Beitrag leistet.“
Darüber hinaus betonten Pistorius und seine spanische Amtskollegin ihre Entschlossenheit, die enge Kooperation ihrer Streitkräfte in multinationalen Einsätzen und Missionen fortzuführen. In der Vergangenheit beteiligte sich Spanien zum Beispiel am Air Policing im Baltikum, gemeinsam mit der deutschen Luftwaffe. Spanische und deutsche Kontingente arbeiten eng im Süden des Libanon bei der UNUnited Nations-geführten Mission UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon zusammen. Im Rahmen der Operation Inherent Resolve wirkt Spanien weiterhin Seite an Seite mit den Verbündeten und Partnern an der Bekämpfung der Terrormiliz Islamischer Staat im Irak und in Syrien mit.
Spanien trägt aufgrund seiner geografischen Lage in besonderer Weise zur Stabilität der südlichen Flanke der Allianz bei: Der Zugang zum Mittelmeer über die Straße von Gibraltar besitzt eine hohe strategische Bedeutung. Das Land engagiert sich darüber hinaus sicherheitspolitisch in der Sahelzone und unterstützt entsprechende Partnerschaften und Aktivitäten der Europäischen Union.
Verteidigungsminister Boris Pistorius sagte: „Zum Schluss will ich noch einmal danke sagen, zum Beispiel dafür, dass wir so eine hervorragende Kooperation zwischen den Streitkräften haben – in allen Belangen.“
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