Sébastien Lecornu und Boris Pistorius schreiten gemeinsam eine Ehrenformation ab.
© Bundeswehr/Tom Twardy
KategorieBilaterale Beziehungen

Pistorius in Paris: Eine starke Freundschaft für ein starkes Europa

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat sich am 23. Januar 2025 zu Gesprächen mit seinem französischen Amtskollegen Sébastien Lecornu in Paris getroffen. Im Fokus standen die Schwerpunkte der deutsch-französischen Zusammenarbeit für die kommenden Monate – dabei wurden bei gleich drei großen Kooperationsprojekten wichtige Vereinbarungen unterzeichnet. Am Abend erhielt Pistorius den französischen Orden der Ehrenlegion.

Pistorius und Lecornu waren sich einig, dass die Unterstützung der Ukraine und das neue Format zur Stärkung Europas – dieGroup of Five“ – auch künftig einen Schwerpunkt der deutsch-französischen Zusammenarbeit bilden werden. Doch auch darüber hinaus soll die jahrzehntelange herausragende Zusammenarbeit der beiden Länder weiter ausgebaut werden. In Paris erinnerte Pistorius an die Unterzeichnung des Élysée-Vertrags am 22. Januar 1963 durch den damaligen französischen Präsidenten Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer. Der Élysée-Vertrag gilt bis heute als ein Grundstein der Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich. Ganz in diesem Sinne wurden in Paris drei sehr wichtige Vereinbarungen zu gemeinsamen Kooperationsprojekten unterzeichnet.

Für die Zusammenarbeit beim Main Ground Combat System (MGCSMain Ground Combat System) unterzeichneten in  Anwesenheit der Minister Vertreter der vier beteiligten Unternehmen ein „Shareholders Agreement“. Auf dieser Basis kann nun eine Projektgesellschaft der vier Konzerne gegründet werden, die als alleiniger und zentraler Ansprechpartner der beiden Regierungen dient und Unteraufträge schließen kann. Die Vereinbarung ist ein großer Fortschritt für die Realisierung des Landkampfsystems der Zukunft.

Gleich danach unterzeichneten beide Minister eine Absichtserklärung zur Einmeldung der Deutsch-Französischen Brigade in das NATONorth Atlantic Treaty Organization Force Modell. In Umsetzung der Beschlüsse des letzten Deutsch-Französischen Verteidigungs- und Sicherheitsrats steht die Brigade damit ab diesem Jahr der NATONorth Atlantic Treaty Organization für Ausbildungs- und Übungsvorhaben zur Verfügung. Teile der Brigade werden beispielsweise an einer Übung des Multinationalen Korps Nordost teilnehmen. Deutschland und Frankreich stärken so die NATONorth Atlantic Treaty Organization-Ostflanke und die Verteidigungsfähigkeit Europas gleichermaßen.

Darüber hinaus wurde auch die Zusammenarbeit im Bereich Lufttransport weiter gestärkt. Für die deutsch-französische Lufttransport-Staffel in Evreux unterzeichneten die beiden Minister eine technische Vereinbarung, die weitere Details der Zusammenarbeit regelt – unter anderem in den Bereichen Infrastruktur und Finanzen. Deutsche und französische Soldatinnen und Soldatinnen arbeiten tagtäglich eng und vertrauensvoll zusammen, bewältigen gemeinsam anspruchsvolle Einsätze: „Ich erinnere nur daran, welche Rolle Evreux und die Staffel gespielt haben bei der Versorgung der Menschen im Gazastreifen“, unterstrich Pistorius in Paris.

Boris Pistorius und Sébastian Lecornu sitzen an einem Tisch und unterzeichnen ein Dokument.

Für ein starkes und sicheres Europa: Verteidigungsminister Pistorius und sein französischer Amtskollege Lecornu haben in Paris wichtige Kooperationsprojekte weiter vorangebracht

© Bundeswehr/Tom Twardy

Auf die deutsch-französische Freundschaft ist Verlass 

Die Fortschritte der drei Projekte stehen sinnbildlich für die enge und freundschaftliche Zusammenarbeit der beiden Minister in den letzten beiden Jahren, in denen zahlreiche Initiativen angestoßen oder fortgeführt wurden. Neben der gemeinsamen Unterstützung der Ukraine und der „Group of Five“ sind hier vor allem das Großprojekt Future Combat Air System (FCASFuture Combat Air System), das „Weimarer Dreieck“ – also die enge polnisch-französisch-deutsche Kooperation – und der European Long Range Strike Approach (ELSAEuropean Long-Range Strike Approach) zur Entwicklung weitreichender Abstandswaffen zu nennen.

Beide Minister unterstrichen, dass diese erfolgreiche und enge Kooperation entscheidend für die Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit Europas sei und der deutsch-französische Motor auf Hochtouren laufe. „Genau das braucht Europa – gerade jetzt“, so Pistorius in Paris.

Ein wahrhaftes „couple franco-allemand“ 

Den Abschluss in Paris markierte die Verleihung des französischen Ordens der Ehrenlegion. Pistorius erhielt diese Auszeichnung durch seinen französischen Amtskollegen Sébastien Lecornu, mit dem ihn, so Pistorius, mittlerweile eine enge Freundschaft verbinde. „Die deutsch-französische Freundschaft ist für mich weit mehr als eine schlichte politische Kooperation. Sie ist für mich ein außergewöhnliches Symbol für Versöhnung und Vertrauen“, unterstrich Pistorius in seiner Dankesrede und richtete das Wort an die Bürgerinnen und Bürger beider Nationen: „Vive l'amitié franco-allemande!“ – „Es lebe die deutsch-französische Freundschaft!“

Der Orden der Ehrenlegion, französisch l’ordre national de la Légion d’Honneur, ist die höchste Auszeichnung Frankreichs. Sie wurde im Jahr 1802 von Napoleon Bonaparte zur Anerkennung militärischer und ziviler Verdienste gestiftet. Unter den ersten Deutschen, die in die Ehrenlegion aufgenommen wurden, war Johann Wolfgang von Goethe, dem Napoleon 1808 persönlich den Orden verlieh.

von Lara Finke

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