Group of Five trifft sich in Berlin
Pistorius empfängt seine Amtskolleginnen und -kollegen aus Frankreich, Großbritannien und Italien sowie Polens Staatssekretär in Berlin.
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Verteidigungsminister Boris Pistorius ist am 23. Januar 2026 anlässlich der Deutsch-Italienischen Regierungskonsultationen nach Rom gereist, wo er sich zunächst mit seinem italienischen Amtskollegen Guido Crosetto traf. Im Fokus ihres Gesprächs stand der Ausbau der sicherheits- und verteidigungspolitischen Zusammenarbeit der beiden Länder.
Im unmittelbaren und persönlichen Dialog beider Regierungen in der italienischen Hauptstadt ging es hauptsächlich um die bilaterale Beziehung der beiden Länder sowie um europa- und wirtschaftspolitische beziehungsweise sicherheits- und verteidigungspolitische Fragen. Ziel der Beratungen war es, bereits laufende Kooperationen zu intensivieren und darüber hinaus regelmäßige Gesprächsformate zu etablieren. Im Anschluss an die Beratungen zeichneten Bundeskanzler Friedrich Merz und die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ein Abkommen zur verstärkten Kooperation in den Bereichen Sicherheit, Verteidigung und Resilienz – das „Agreement on Enhanced Co-operation on Security, Defence and Resilience“
Minister Pistorius bezeichnete die Agenda insbesondere für die Verteidigungsministerien beider Länder als ambitioniert aber zugleich realistisch, um gemeinsam die Sicherheit, Verteidigung und Resilienz in Europa zu stärken.
Die geopolitische Situation und die Bedrohungslage in und um Europa fordert unser energisches und entschlossenes Handeln.
Angriffe auf kritische Infrastruktur, Manipulation im Informationsraum, gezielte Störungen und Falschmeldungen – die hybriden Bedrohungen für Europa nehmen täglich zu. Die Stärkung der Resilienz, so Pistorius in der anschließenden Plenarsitzung im italienischen Parlament, erfordere daher gemeinsame und abgestimmte Maßnahmen auf NATONorth Atlantic Treaty Organization-, EUEuropäische Union- und bilateraler Ebene. Resilienz bedürfe vor allem eines gemeinsamen Verständnisses. Mit Italien habe man dieses gemeinsame Verständnis und Vertrauen, um Krisen zu bewältigen.
Im Bereich der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik blicken Deutschland und Italien auf eine lange, tiefe und freundschaftliche Kooperation zurück – von gemeinsamen Übungen bis hin zu Einsätzen „Schulter an Schulter“ in Afrika, auf dem Balkan, im Irak oder Afghanistan. Seit Jahren arbeiten die beiden Länder zudem erfolgreich zusammen an Rüstungsprojekten wie dem Eurofighter, der Eurodrohne oder dem Hubschrauber NH90. Auch die Unterstützung der Ukraine ist beiden eine besondere Verpflichtung.
Deutschland und Italien schätzen einander als zuverlässige Partner und sind Schrittmacher der europäischen Sicherheit und Verteidigung – in enger Zusammenarbeit in NATONorth Atlantic Treaty Organization und EUEuropäische Union aber auch in neuen Formaten wie beispielsweise der Group of Five. Das nun durch die Regierungschefs gezeichnete Sicherheits- und Verteidigungsabkommen unterstreicht diese besondere Partnerschaft. Die Vereinbarung baut auf bereits Bestehendem und Bewährtem auf. Im Jahr 2026 und darüber hinaus sollen weitere konkrete Projekte – bilateral aber auch im multilateralen Rahmen – anlaufen, um Sicherheit, Verteidigung und Resilienz in Europa zu stärken.
von Lara Finke