Meilenstein für den Aufwuchs der Bundeswehr
Heute wurden die Rahmenverträge für das sog. „Projekt German Armed Forces – Contractor Augmentation Program Inland – Stufe 1“ unterzeichnet.
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Vor dem Hintergrund der verschärften Sicherheitslage, dem Fokus der Truppe auf die Landes- und Bündnisverteidigung sowie dem personellen und materiellen Aufwuchs der Bundeswehr müssen auch die Liegenschaften der Bundeswehr ertüchtigt und erweitert werden. Denn eine einsatzbereite Truppe benötigt die passende Infrastruktur.
Die Bundeswehr muss einsatzbereit und durchhaltefähig sein, um potenzielle Feinde abzuschrecken und so Frieden, Freiheit und Wohlstand für Deutschland und seine Partner zu schützen. Abgeleitet aus der aktuellen Bedrohungslage, den NATO-Fähigkeitszielen sowie den nationalen Bedarfen (unter anderem dem Operationsplan Deutschland) wird die Bundeswehr erheblich aufwachsen. Dies ist auch mit umfassenden infrastrukturellen Maßnahmen verbunden.
In den kommenden Jahren muss die militärische Infrastruktur – dazu gehören insbesondere Liegenschaften, Depots, Übungsanlagen, Pipelines und Verkehrsanbindungen – neu-, ausgebaut und modernisiert werden. Dafür müssen die Planung und Durchführung von Bauvorhaben beschleunigt und die Betriebs- und Funktionssicherheit der militärischen Liegenschaften sichergestellt werden. Neben einem Rückblick in das vergangene Jahr thematisiert der Infrastrukturbericht der Bundeswehr 2025 auch diese Herausforderungen.
Für das Haushaltsjahr 2025 setzt sich der Trend kontinuierlich steigender Ausgaben im Bereich der Bauinvestitionen fort. In 2025 wurden fast vier Milliarden Euro in den Erhalt und Ausbau der Infrastruktur investiert. Bei rund 2,35 Milliarden Euro davon handelte es sich um Bauinvestitionen, wobei 0,75 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen Bundeswehr für das System F-35A stammen.
Um die Infrastrukturbedarfe der Truppe möglichst schnell und unkompliziert zu decken, setzt die Bundeswehr auf verschiedene Ansätze. Das Wichtigste im Überblick:
Eine zentrale Rolle beim personellen Aufwuchs der Bundeswehr spielt der Neue Wehrdienst. Bis 2031 rechnet das Verteidigungsministerium mit einem deutlichen Zuwachs an Rekrutinnen und Rekruten pro Jahr. Diese jungen Männer und Frauen brauchen Unterkünfte und müssen ausgebildet werden.
Zur kurzfristigen Bereitstellung von Unterkunfts- und Funktionsräumen in containerbasierten Gebäuden wurde für ad hoc-Bedarfe des Neuen Wehrdienstes deshalb das Sofortprogramm Infrastrukturbedarf Personalgewinnungsorganisation (SIPGO) gestartet. Rund 8.600 Betten in 32 Liegenschaften stehen seit September 2026 kurzfristig zur Verfügung. Mit dem Programm G-CAP Inland - Stufe 1 wird durch Rahmenverträge ab 2027 die rechtzeitige Bereitstellung der Infrastruktur für den Neuen Wehrdienst sichergestellt. Geplant sind circa 300 standardisierte Kompaniegebäude mit rund 54.000 Betten für Wehrdienstleistende sowie rund 9.000 Betten für deren Ausbilderinnen und Ausbilder. Beide Programme nutzen die wenigen verbliebenen Entwicklungsflächen innerhalb der bestehenden Bundeswehrliegenschaften.
Das weitergedachte Folgeprojekt G-CAP Inland - Stufe 2 sieht schließlich die Errichtung neuer Liegenschaften, die infrastrukturelle Ergänzung bestehender Liegenschaften sowie deren Betrieb vor. Ein Abschluss der Rahmenverträge ist für Ende 2028 geplant.
Der Bericht zeigt, dass Verteidigungsministerium und Bundeswehr auch in 2025 wichtige Schritte gegangen sind, um den infrastrukturellen Aufwuchs weiter zu stärken. Neben den aufgeführten unmittelbaren Maßnahmen müssen aber auch die rechtlichen Grundlagen für die Schaffung der Infrastruktur angepasst werden. Der im Koalitionsvertrag 2025 vereinbarte und in gemeinsamer Federführung zwischen dem BMVg und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Klimaschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) erarbeitete Entwurf des Bundeswehr-Infrastrukturbeschleunigungsgesetzes soll eine schnellere Umsetzung von Bauvorhaben der Bundeswehr gewährleisten. Er befindet sich derzeit im laufenden Gesetzgebungsverfahren.
von Lara Finke