Ein mehrgeschossiges Containergebäude
© Bundeswehr/Jana Neumann
KategorieInfrastruktur

Schneller bauen für eine stärkere Bundeswehr

Das Bundesministerium der Verteidigung und das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr hatten zum 9. Oktober 2025 rund 130 Vertreterinnen und Vertreter der Industrie nach Berlin eingeladen, um über das Infrastrukturprogramm G-CAPGerman Armed Forces Contractor Augmentation Program Inland zu informieren. Ziel ist, Unterkünfte für den personellen Aufwuchs der Bundeswehr zu schaffen – und das so schnell wie möglich.

G-CAPGerman Armed Forces Contractor Augmentation Program steht für German Armed Forces-Contractor Augmentation Program. Dahinter verbirgt sich zunächst ein Verfahren, mit dem schnell, flexibel und durchhaltefähig in Auslandseinsätzen Infrastruktur wie zum Beispiel Unterkünfte für die Truppe bereitgestellt wird. Das soll nun auch für das Inland aufgesetzt werden.

Das Programm basiert auf Rahmenvereinbarungen mit der Industrie, die es den Bauverwaltungen des Bundes und der Länder sowie der Bundeswehr ermöglichen, sämtliche Leistungen – von der Planung über den Bau bis zum Betrieb der Einrichtungen – unmittelbar bei den Auftragnehmern abzurufen.

Weiterentwicklung: G-CAPGerman Armed Forces Contractor Augmentation Program Inland

Angesichts des geplanten personellen Aufwuchses und den Anforderungen der Landes- und Bündnisverteidigung wird das bewährte G-CAPGerman Armed Forces Contractor Augmentation Program-Konzept nun auch für den Ausbau der Infrastruktur im Inland weiterentwickelt (G-CAPGerman Armed Forces Contractor Augmentation Program Inland). Alexander Götz, Hauptabteilungsleiter Aufwuchs im Bundesministerium der Verteidigung, hob beim Industrietag hervor, der Faktor Zeit sei das wichtigste Kriterium dieses Programms. Götz und Roland Börger, Präsident des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr, informierten mit ihren Teams die Teilnehmenden – vor allem Vertreter der Baubranche – über das Programm, den Leistungsgegenstand und das anstehende Vergabeverfahren.

Wir brauchen für den Aufwuchs dringend mehr Raum und Potenzial in bestehenden Liegenschaften, aber auch in neuen Liegenschaften.
Alexander Götz, Hauptabteilungsleiter Aufwuchs

Die nach Russlands Überfall auf die Ukraine veränderte sicherheitspolitische Lage und die Konzentration der Bundeswehr auf die Landes- und Bündnisverteidigung erfordern eine massive Steigerung der Truppenstärke.

Insbesondere die geplante Einführung des Neuen Wehrdienstes würde einen kurzfristigen Bedarf von Zehntausenden zusätzlichen Unterbringungsplätzen schaffen. Die Zahl der Wehrdienstleistenden soll in den kommenden Jahren jährlich ansteigen auf bis zu 40.000 pro Jahr ab 2031. Das soll mögliche Angreifer abschrecken. „Je schneller wir das schaffen, desto glaubwürdiger ist es“, so Alexander Götz.

Rund 270 Gebäude für bis zu 40.000 Rekrutinnen und Rekruten

In der Stufe 1 liegt der Fokus des Programms beim schnellen Bau neuer Unterkünfte. An voraussichtlich über 120 Standorten in fast allen Bundesländern ist die Errichtung von rund 270 Gebäuden geplant. Die standardisierten Kompaniegebäude mit Funktions- und Unterbringungsmöglichkeiten, Lehrsaal und Waffenkammer werden grundsätzlich auf vorhandenen Bundeswehrgrundstücken errichtet. Beim Dialog mit der Industrie wurden die Rahmenbedingungen und der Leistungsumfang vorgestellt und diskutiert, welche Leistungen von den Auftragnehmern grundsätzlich erbracht werden können

Vorstellbar sind zunächst drei Gebäudegrundtypen, die Platz für bis zu 240 Rekrutinnen und Rekruten sowie das Kompaniestammpersonal bieten. Die Gebäude müssen schnell errichtet werden, aber auch den gesetzlich vorgegebenen Energiestandards und den bauordnungsrechtlichen Vorgaben entsprechen. Die Nutzungsdauer soll mindestens 25 Jahre betragen. Noch in diesem Jahr soll die Ausschreibung für die Rahmenverträge veröffentlicht werden. Im nächsten Jahr soll bereits das Vergabeverfahren abgeschlossen sein, damit im ersten Halbjahr 2027 die erste Infrastruktur bereitgestellt werden kann.

In G-CAPGerman Armed Forces Contractor Augmentation Program Inland Stufe 2 sollen Planung, Bau und Betrieb von ganzen Liegenschaften sowie von Ergänzungsbausteinen für Liegenschaften (z.B. Sporteinrichtungen, Verpflegungs- und Betreuungseinrichtungen, technische Bereiche usw.) aufgenommen werden. Die Rahmenverträge könnten dann auch dazu genutzt werden, Streitkräfte verbündeter Nationen im Rahmen der Bündnisverteidigung unterzubringen.

„Müssen schneller aufwachsen“

Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte das G-CAPGerman Armed Forces Contractor Augmentation Program-Modell kürzlich als zentrales Instrument für den massiven und schnellen Ausbau der Infrastruktur der Bundeswehr im Inland hervorgehoben. Bei der Fachministerkonferenz im Bundesministerium der Verteidigung mit den für den Bundesbau zuständigen Ministerinnen und Ministern sowie Staatssekretärinnen und Staatsekretären der Bundesländer am 7. Oktober sagte der Minister, dass das G-CAPGerman Armed Forces Contractor Augmentation Program-Programm „Kasernenbau vom Fließband“ ermögliche. „Wir wollen und müssen schneller aufwachsen“, so Pistorius.

von Florian Manthey

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