Boris Pistorius und weitere Personen applaudieren Christian Badia auf dem Paradeplatz des Verteidigungsministeriums.
© Bundeswehr/Tom Twardy
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Beeindruckende Karriere: Vom Mannschaftsdienstgrad zum Vier-Sterne-General

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat den scheidenden General Christian „Chris“ Badia mit einem Großen Zapfenstreich geehrt: Am 30. September 2025 fand die Zeremonie auf dem Paradeplatz des Berliner Bendlerblocks statt. General Badia erhielt damit die höchste Würdigung der deutschen Streitkräfte.

Der Minister ehrte mit dem Großen Zapfenstreich Christian Badias Leistungen für die Bundeswehr. Der General scheidet zum 1. Oktober 2025 aus der Bundeswehr aus. Neben dem Minister, General Badia selbst, Staatssekretär Jan Stöß und Generaloberstabsarzt Dr. Nicole Schilling, Stellvertreterin des Generalinspekteurs, nahmen rund 200 hochrangige geladene Gäste aus dem In- und Ausland sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Militär und Gesellschaft an der Zeremonie teil.

Eine beachtliche militärische Karriere

In Vertretung des Ministers sagte Staatssekretär Jan Stöß am Abend bei einem Empfang zu Ehren von Badia: „Ihre Vita ist beispielgebend – bis vor kurzem waren Sie stellvertretender Kommandeur des Allied Command Transformation in Norfolk. In dieser herausgehobenen Funktion berieten Sie alle 32 NATONorth Atlantic Treaty Organization-Mitgliedsstaaten, bis auf die Ebene der Staats- und Regierungschefs. Zuständig waren Sie dabei für die Weiterentwicklung der militärischen Strukturen, der Streitkräfte und deren Fähigkeiten sowie der Doktrinen der Allianz. Mit all Ihrer Expertise konnten Sie die Fähigkeitsplanung der NATONorth Atlantic Treaty Organization maßgeblich gestalten. Was für eine beachtliche Karriere.“

Vom Flieger zum Vier-Sterne-General 

Anschließend ließ Stöß General Badias Werdegang vom Mannschaftsdienstgrad bis zum Vier-Sterne-General Revue passieren. „In Ihrem Marathon an Dienstjahren haben Sie viele Eindrücke gewinnen können. Noch mehr Eindrücke haben Sie allerdings hinterlassen. Als Offizier, als Menschenführer und Konzeptionist, vor allem aber als Mensch haben Sie einen großen Fußabdruck hinterlassen. Ihre visionären Ideen haben Ihre Kameradinnen und Kameraden stets inspiriert, haben die Luftwaffe, die Bundeswehr und letztendlich die gesamte NATONorth Atlantic Treaty Organization nach vorne gebracht. Dabei haben Sie, egal in welcher Funktion, stets Ihren Willen zum Gestalten, zum vorausgewandten Führen demonstriert.“

General Badia bedankte sich für die hohe Ehrung: „Mit Rückblick auf die vergangenen 41 Jahre würde ich alles wieder genauso machen. „I don‘t regret anything! Ich bereue nichts. Nicht einen Tag. Ich bin unwahrscheinlich stolz darauf und dankbar, dass ich meinem Land dienen durfte. Was mir ebenfalls wichtig ist, auch der Bundeswehr zu danken: Vom Flieger-Offizieranwärter zum Vier-Sterne-General – welche Organisation ist so durchlässig, dass sie derartiges ermöglicht?“ Im Hinblick auf die Zukunft führte Badia aus: „Wir müssen es schaffen, dass Deutschland durch Innovation mehr Kampfkraft erzeugt. Dabei müssen wir auf effektbasierte Lösungen zielen, als Eine Bundeswehr.“ General Badia verdeutlichte, dass er seine visionäre Weitsicht auch über seine aktive Dienstzeit hinaus bewahren und weiterhin wertvolle Impulse für die Zukunft und Weiterentwicklung der NATONorth Atlantic Treaty Organization leisten wird.

Serenade mit Marschmusik und modernen Rhythmen

Nach dem Empfang fand am späten Abend der Große Zapfenstreich im feierlichen Schein der Fackeln auf dem Paradeplatz des Bendlerblocks statt. Das Stabsmusikkorps der Bundeswehr unter Leitung von Oberstleutnant Reinhard Kiauka und das Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung gestalteten das Zeremoniell. Zur Serenade intonierte das Stabsmusikkorps die Stücke „Richthofenmarsch“ von Hans Felix Husadel, „Great Balls of Fire“ von Jerry Lee Lewis und „My way“ von Jacques Revaux. Es ist Tradition, dass sich der Geehrte die Musikstücke der Serenade selbst wählt.

Zur Person

Christian „Chris“ Badia trat am 1. Juli 1984 als Flieger-Offizieranwärter in die Luftwaffe ein. Bereits zwei Jahre später begann seine Ausbildung als Strahlflugzeugführer auf der F-4F Phantom II in den USA. Anschließend sammelte Badia fliegerische Erfahrungen in verschiedenen Verwendungen im Jagdgeschwader 71 „Richthofen“ in Wittmund, bevor er 1996 das Kommando über die 1. Jagdstaffel als Staffelkapitän übernahm. Direkt von dort wurde er für die Teilnahme am 43. Generalstabsdienstlehrgang der Luftwaffe an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg ausgewählt. Es folgten Verwendungen als SO des Befehlshabers im Headquarters Allied Air Forces Northern Europe in Ramstein und Büroleiter der Parlamentarischen Staatssekretäre Walter Kolbow und Friedbert Pflüger. Danach wurde Badia zum Kommodore des Jagdgeschwaders 71 „Richthofen“ ernannt und stand drei Jahre an dessen Spitze. Er war insgesamt fast 25 Jahre aktiv fliegerisch tätig und absolvierte knapp 3.000 Flugstunden. 2008 leistete Badia sechs Monate Dienst in Afghanistan. 

 

In den Folgejahren begleitete er vor allem konzeptionelle Zukunftsthemen: als Referatsleiter im Führungsstab der Luftwaffe und – erstmals im Generalsrang – als Abteilungsleiter im Kommando Luftwaffe, später als Unterabteilungsleiter I der Abteilung Planung des BMVgBundesministerium der Verteidigung. Nächste Station war ab 2014 die Funktion als Kommandeur des European Air Transport Command in Eindhoven. Dann fungierte Badia als Amtschef des Luftfahrtamtes der Bundeswehr, bevor seine Expertise erneut an anderer Stelle gefragt war und er die Abteilung Planung im BMVgBundesministerium der Verteidigung übernahm. Verbunden mit der Beförderung zum General, dem höchsten Dienstgrad in der Bundeswehr, wurde Badia 2022 als Deputy Supreme Allied Commander Transformation in Norfolk verwendet.

von Egbert Sass

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