Durch Blattwerk hindurch erkennt man den Schützenpanzer vom Typ Marder, aus der Turmluke schaut ein Soldat mit einem Fernglas.
© Bundeswehr/Marco Dorow
KategorieNATO

Brigadegefechtsstand als Voraussetzung für schnelle Reaktion an NATONorth Atlantic Treaty Organization-Ostflanke

In Litauen nimmt derzeit ein deutscher Brigadegefechtsstand seine Arbeit auf, um besser auf Bedrohungen an der Ostflanke des Bündnisgebietes reagieren zu können. Damit werden die Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeiten der NATONorth Atlantic Treaty Organization weiter ausgebaut – zusätzlich zu dem bestehenden Gefechtsverband der verstärkten Vornepräsenz eFPenhanced Forward Presence.

Sollte sich die Bedrohungslage an der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Ostflanke verschärfen, können weitere Soldatinnen und Soldaten der Panzergrenadierbrigade 41 „Vorpommern“ mit ihrem Gerät nach Litauen verlegt werden. Das bereitet der vorgeschobene Gefechtsstand der Brigade vor, der derzeit aufgebaut wird. Hierzu sind kürzlich rund 100 Soldatinnen und Soldaten in Litauen eingetroffen.

Der Gefechtsstand – im NATONorth Atlantic Treaty Organization-Jargon als Forward Command Element (FCE) bezeichnet – wird auch die Verlegung von Personal und Material vorbereiten. Diese Planungen sind Teil der enhanced Vigilance Activities (eVAenhanced Vigilance Activities) der Allianz zur Intensivierung der Verteidigungsfähigkeiten der osteuropäischen Bündnispartner seit dem völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine.

Das Kommandoelement wird dauerhaft in Litauen präsent sein, während sich die Verstärkungskräfte in Deutschland auf eine unverzügliche Verlegung und einen eventuellen Einsatz vorbereiten. Vorgesehen sind bis zu 2.500 Soldatinnen und Soldaten. Neben den Planungen für eine mögliche schnelle Verlegung der Brigade werden auch Übungen im Gastgeberland vorbereitet, wo sich optimale Trainingsmöglichkeiten auf hochmodernen Truppenübungsplätzen bieten. Außerdem können sich die Soldaten und Soldatinnen so vor Ort mit ihrem künftigen Einsatzgebiet vertraut machen.

Das Führungselement der Brigade wird in Rukla aufgebaut, wo bereits die deutschen Soldatinnen und Soldaten der eFPenhanced Forward Presence-Battlegroup stationiert sind. Die eFPenhanced Forward Presence – die verstärkte Vornepräsenz – wurde nach der Annexion der Krim 2014 und der anhaltenden Destabilisierung der Ukraine durch Russland bereits 2016 auf dem NATONorth Atlantic Treaty Organization-Gipfel in Warschau beschlossen. In den drei baltischen Staaten und Polen wurden multinational zusammengesetzte Battlegroups gebildet.

Deutschland führt seit 2017 die Battlegroup in Litauen, die wiederum der litauischen Iron Wolf Brigade unterstellt ist. Nach der russischen Invasion in der Ukraine im Februar hat Deutschland die eFPenhanced Forward Presence-Kräfte um 350 auf mehr als 850 Soldatinnen und Soldaten aufgestockt.

Wir werden das Gleichgewicht zwischen vor Ort stationierten Kräften und Verstärkung anpassen, um die Abschreckung und die Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses zu stärken. Wir werden sicherstellen, dass unser Abschreckungs- und Verteidigungsdispositiv so glaubwürdig, flexibel, maßgeschneidert und nachhaltig bleibt, wie es das Ausmaß der Bedrohungen, denen wir gegenüberstehen, erfordert.
Strategisches Konzept der NATONorth Atlantic Treaty Organization 2022

Die Entscheidung, nun eine Kampfbrigade in Deutschland für einen möglichen Einsatz in Litauen bereitzuhalten, beruht auf einer Vereinbarung, die beide Länder Anfang Juni getroffen haben. Deutschland sei bereit, „eine robuste und gefechtsbereite Brigade in Litauen anzuführen zur Abschreckung und Verteidigung gegen russische Aggression“, heißt es in dem gemeinsamen Kommuniqué von Bundeskanzler Olaf Scholz und dem litauischen Präsidenten Gitanas Nausėda. „Diese Brigade, angeführt durch ein permanent disloziertes vorgeschobenes Element eines Brigadestabes in Litauen, wird aus deutschen Kampftruppen bestehen“, erläutert das Dokument.

Das steht im Einklang mit den Beschlüssen vom NATONorth Atlantic Treaty Organization-Gipfeltreffen im Sommer in Madrid, wo sich die NATONorth Atlantic Treaty Organization ein neues strategisches Konzept gegeben hat. Ein wesentliches Ziel darin ist die Stärkung der glaubwürdigen Abschreckung und Verteidigung des Bündnisgebiets. Die Allianz will die „kollektive Reaktionsfähigkeit, Reaktionsschnelligkeit, Verlegbarkeit, Integration und Interoperabilität“ ihrer Streitkräfte erhöhen.

Mit dem auf dem Gipfel beschlossenen New Force Model (NFMNATO Force Model) wird die NATONorth Atlantic Treaty Organization nun eine neue Struktur bilden, um noch schneller und effizienter reagieren zu können. Dazu werden regionale Zuordnungen eingeführt: Die im Voraus bestimmten Ländern und Territorien zugewiesenen Verbände bleiben in ihren jeweiligen Heimatländern stationiert und werden, wenn nötig, in ihr jeweiliges Gebiet verlegt, für dessen Schutz sie verantwortlich sind. Der nun von Deutschland eingerichtete vorgeschobene Brigadegefechtsstand in Litauen ist ein Beispiel dafür, wie diese neue Verteidigungsstruktur funktionieren kann.

von Florian Manthey

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