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Bundeswehr/Marco DorowEntwicklung und Struktur des Verteidigungshaushalts
Der Bundeshaushalt ist gemäß dem Ressortprinzip in Einzelpläne und Kapitel unterteilt. Entsprechend dieser Systematik wird der Verteidigungshaushalt auch als „Einzelplan 14“ bezeichnet. Mit dem wachsenden Aufgabenspektrum der Bundeswehr und dem veränderten Sicherheitsumfeld ist der Etat in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Nur so können der Beschaffungsstau aufgelöst und die militärischen Fähigkeiten der Truppe erhalten und weiterentwickelt werden.
Der Bundeshaushalt ist gemäß dem Ressortprinzip in Einzelpläne und Kapitel unterteilt. Entsprechend dieser Systematik wird der Verteidigungshaushalt auch als „Einzelplan 14“ bezeichnet. Mit dem wachsenden Aufgabenspektrum der Bundeswehr und dem veränderten Sicherheitsumfeld ist der Etat in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Das wurde möglich gemacht durch die limitierte Bereichsausnahme für Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse. Nur so kann der Beschaffungsstau aufgelöst und die militärischen Fähigkeiten der Truppe erhalten und weiterentwickelt werden.
Struktur
Der Verteidigungshaushalt besteht aktuell aus 12 Kapiteln mit mehr als 300 Titeln. Die Ausgaben können in fünf grundlegende Kategorien unterteilt werden:
- Betriebsausgaben
Dazu zählen die Personalausgaben, Ausgaben für Materialerhaltung sowie sonstige Betriebsausgaben (zum Beispiel Bewirtschaftung der Liegenschaften, Betriebsstoff, Geschäftsbedarf). - Betreiberverträge zur Weiterentwicklung der Bundeswehr
Hierzu zählen unter anderem die Ausgaben für die im Geschäftsbereich des BMVg vorhandenen privatrechtlichen Gesellschaften. Diese decken zum großen Teil den Bedarf der Bundeswehr an Mobilität (BwFPS GmbH), an Bekleidung und persönlicher Ausrüstung (BwBM GmbH), an Instandsetzung landgebundenen Materials (HIL GmbH) sowie an Informationstechnik (BWI GmbH). - Investive Ausgaben
Hierunter fallen militärische Beschaffung, Forschung sowie Entwicklung und Erprobung, militärische Anlagen und sonstige Investitionen. - Versorgungsausgaben
Dabei handelt es sich um Ausgaben für ehemalige Soldatinnen und Soldaten sowie Beamtinnen und Beamte aus dem Geschäftsbereich des BMVg sowie deren Hinterbliebene. - Bündnisausgaben
Verpflichtungen im Rahmen der Mitgliedschaft zur NATO und zu anderen internationalen Institutionen sowie Maßnahmen im Zusammenhang mit internationalen Einsätzen.
Entwicklung
In den vergangenen Jahren ist der Verteidigungshaushalt schrittweise angestiegen. 2014 betrug der Soll-Etat noch 32,4 Milliarden Euro. 2017 erhöhte er sich bereits auf rund 37 Milliarden Euro. Im Jahr 2024 lag er bei 51,95 Milliarden Euro. 2025 stieg der Etat um rund 10 Milliarden Euro auf rund 62,43 Milliarden Euro. 2026 soll der Verteidigungshaushalt laut der Eckwerte auf rund 82,69 Milliarden Euro steigen.
Der Aufwuchs der Verteidigungsausgaben wurde seit dem NATO-Gipfel von Wales im Jahre 2014 durch das seinerzeit beschlossene 2-Prozent-Ziel vorangetrieben, wonach zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Verteidigung vorzusehen seien.
Angesichts der dramatisch veränderten Sicherheitslage einigten sich 2025 die Staats- und Regierungschefs beim NATO-Gipfel in Den Haag auf eine historische Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) bis 2035. Die Bundesregierung beabsichtigt allerdings, bereits 2029 die NATO-Zielquote von 3,5 Prozent im Wehretat zu erreichen.