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imago stock&peopleBundeswehr legt den Grundstein für die Anpassung an den Klimawandel
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Als zentrale globale Herausforderung verändert der Klimawandel die Welt tiefgreifend. Dies betrifft unmittelbar auch den gesamten Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung.
Die heute veröffentlichte Strategie „Verteidigung und Klimawandel“ stellt durch die klare Formulierung von Zielvorgaben die Weichen für eine konzeptionelle Vorbereitung auf die entsprechenden Auswirkungen und ermöglicht ein frühzeitiges Anstoßen geeigneter Maßnahmen.
Der Klimawandel wird sich auf das gesamte Aufgabenspektrum der Bundeswehr auswirken – von der Landes- und Bündnisverteidigung über das internationale Krisenmanagement bis hin zu einsatzgleichen Verpflichtungen und anerkannten Auslandseinsätzen. Als Katalysator von Konflikten und Risiken schafft er nicht nur neue Handlungserfordernisse für Sicherheit und Verteidigung, sondern die veränderten klimatischen Bedingungen stellen auch hohe Anforderungen an Personal, Material, Ausbildung und Übung.
Diese Auswirkungen gilt es strategisch zu antizipieren, um unseren Kernauftrag der Landes- und Bündnisfähigkeit auch unter extremeren Klima- und Umweltbedingungen mit einsatzfähigen Streitkräften zukunftsfest erfüllen zu können. Dazu identifiziert die Strategie acht Handlungsfelder: Früherkennung und Vorausschau, Technologie und Forschung, Planung und Entwicklung, Einsatz der Bundeswehr im gesamten Aufgabenspektrum, Ausbildung und Übung, Verteidigungsrelevante Infrastruktur und Hilfeleistungen im In- und Ausland sowie Zusammenarbeit und Partnerschaften.
In allen Handlungsfeldern werden klare Ziele als Grundlinien für die Anpassung der Streitkräfte formuliert. Diese dienen in einem nächsten Schritt der Erarbeitung von Aktionsplänen zur weiteren Operationalisierung. Der Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung wird dabei auf bereits eingeleiteten Initiativen aufbauen und insbesondere Kooperationspotenziale mit Partnern identifizieren und verstärkt nutzen.
Verteidigungsminister Pistorius betont hierzu:
„Klimawandel heißt nicht nur, dass wir Infrastruktur und Ausrüstung den neuen Verhältnissen anpassen müssen, dass die Herausforderung für unsere Soldatinnen und Soldaten steigen, da sie trotz allen Veränderungen technisch und personell uneingeschränkt einsatzfähig sein müssen. Der Klimawandel kann auch zu einem drastischen Wandel unserer geopolitischen Grundlagen führen. Bei meiner Reise nach Norwegen, Schweden und Finnland vergangene Woche konnte ich hautnah erleben: Immer größere Teile der Arktis werden zu befahrbaren Gewässern. Wir müssen davon ausgehen, dass dies auch zu zunehmender militärischer Präsenz führen wird, vor allem durch Russland. Für uns als NATONorth Atlantic Treaty Organization heißt das, dass wir die Arktis stärker in den Blick nehmen müssen, um uns vor potentiellen Bedrohungen zu schützen.“
Die vorliegende Strategie dient vor diesem Hintergrund als Grundlagenkonzept zur Stärkung der Resilienz der Bundeswehr gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels und leistet gleichzeitig einen Beitrag zur Umsetzung des Strategischen Kompasses der EUEuropäische Union von 2022.
Die Strategie Verteidigung und Klimawandel für den Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung finden Sie auf der Seite Auf den Klimawandel vorbereiten.