Ein Soldat sitzt in einem Fahrzeug und wertet auf einem Tablet Lagebilder aus.
© Bundeswehr/Falk Bärwald
KategorieAktuelles

Wehrforschung in der Zeitenwende: Jahresbericht 2022 veröffentlicht

Wehrwissenschaftliche Forschung für die Streitkräfte sichert deren Technologievorsprung. Das Verteidigungsministerium hat hierzu nun seinen Jahresbericht 2022 veröffentlicht. Auch die Wehrforschung hat sich an die Zeitenwende angepasst. Das stärkt die sicherheitspolitische Handlungs- und Strategiefähigkeit Deutschlands.

Der erfolgreiche Widerstand der Ukraine gegen Russlands Streitkräfte zeigt, wie wichtig es ist, in einem hochintensiven Gefecht militärtechnisch überlegen zu sein. Die Ukraine wird seit der russischen Invasion umfassend von Deutschland und seinen Verbündeten mit Waffensystemen und Ausrüstung unterstützt. Die Erfolge der ukrainischen Kräfte im Verteidigungskampf sind zumindest teilweise auch das Ergebnis jahrzehntelanger wehrwissenschaftlicher Forschung in den westlichen Staaten.

Das Deckblatt einer Broschüre, darauf zu erkennen ist eine Montage aus Bundeswehrgeräten.
© Bundeswehr

Wehrwissenschaftliche Forschung

Der Jahresbericht 2022 Wehrwissenschaftliche Forschung

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Dieser Technologievorsprung trägt wesentlich zur Abschreckung und damit zur Landes- und Bündnisverteidigung bei. Dementsprechend sind Erhalt und Ausbau der technologischen Souveränität Deutschlands und Europas eine übergeordnete Schwerpunktaufgabe der wehrwissenschaftlichen Forschung. Der Jahresbericht 2022 zeigt, wie wichtig die Forschung angesichts der Herausforderungen der Zeitenwende ist. Die Bandbreite der Forschungsthemen reicht „von der bedarfsgerechten Auswahl und Nutzung von leistungsfähigem und sicherem Wehrmaterial über die sorgfältige und qualifizierte medizinische Behandlung von Verwundeten bis hin zu Aspekten der Operationsführung“, heißt es in dem Bericht.

Broschüre mit über 50 Forschungsprojekten

So wird zum Beispiel in einem Projekt die automatisierte Geländeauswertung erforscht. Sie soll militärischen Führern die Entscheidungsfindung erleichtern. Hintergrund: Mit der Refokussierung auf die Landes- und Bündnisverteidigung ist es wieder wichtiger geworden, Landoperationen erfolgreich durchführen zu können. Bei der automatisierten Geländeauswertung soll ein digitaler Assistent für das jeweils ausgewählte Gebiet geeignete Stellungen für die Panzertruppe berechnen. Das entlastet das Führungspersonal bei Kartenstudium und Geländebegehungen.

Ebenfalls Soldatinnen und Soldaten entlasten soll eine effizientere Videobildauswertung durch blickbasierte Interaktion und Künstliche Intelligenz. Da Videobildauswertung eine andauernde hohe Konzentration erfordert, sind Leistungsverbesserung bei der Bildanalyse und Belastungsreduzierung das Ziel der Forschung. KIKünstliche Intelligenz-gestützte Spracheingabe und Blickmessung sollen zum Einsatz kommen.

Deutschlands Widerstands- und Wettbewerbsfähigkeit beruhen auf seiner hohen Innovationskraft sowie technologischer und digitaler Souveränität.
Nationale Sicherheitsstrategie

Neben den Innovationen, die die Überlegenheit im Einsatz sichern sollen, werden im Bericht auch Forschungsprojekte vorgestellt, die die gesellschaftliche und ökonomische Relevanz der Zeitenwende berücksichtigen. Das betrifft beispielsweise den Einfluss der Inflation auf den Verteidigungssektor. 

Forscher der Bundeswehruniversität München untersuchen die Folgen steigender Preise auf die Beschaffung von Rüstungsgütern. Ihr Ziel ist die Entwicklung eines strategischen Kostenmanagements, das die Situation von Produzenten und Lieferketten bewerten kann. Schließlich liegen diese Faktoren zwar außerhalb des Geschäftsbereiches des Verteidigungsministeriums, sie sind jedoch von entscheidender Bedeutung für die Versorgungssicherheit der Bundeswehr.

Über 50 Projekte werden in der Broschüre auf jeweils einer Doppelseite von den Forscherinnen und Forschern vorgestellt. Sie decken ein breites Forschungsspektrum ab, das von der klassischen Wehrtechnik über die Wehrmedizin und Militärpsychologie bis zur Geowissenschaft und den Cyber- und Informationsraum reicht.

von Florian Manthey

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