Unser Mann bei den Vereinten Nationen in New York
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In diesen Tagen jährt sich die erste Sitzung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen vor 70 Jahren. Die Redaktion der Bundeswehr hat dazu „unseren Mann in New York“ befragt – den Militärberater der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen in New York, Oberst i.G.im Generalstabsdienst Andreas Stoebe.
Oberst i.G.im Generalstabsdienst Andreas Stoebe
In diesen Tagen jährt sich die erste Sitzung des VNVereinte Nationen-Sicherheitsrates vom 17. Januar 1946 – was fällt Ihnen zu diesem Datum ein?
Mir fällt auf, wie sehr sich die Lage seither verändert hat. Damals waren es die Siegermächte des II. Weltkrieges, die sich als ständige Mitglieder des Sicherheitsrates zusammentaten, nicht zuletzt gegen die damaligen Aggressoren Deutschland und Japan. Inzwischen sind Deutschland und Japan den VNVereinte Nationen beigetreten, engagieren sich substantiell und zählen zu den wichtigsten Beitragszahlern. Angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen stellt sich heutzutage vielmehr die Frage, ob die Zusammensetzung des Sicherheitsrates überhaupt noch angemessen und zeitgemäß ist.
Was ist Ihre Aufgabe bei den VNVereinte Nationen?
Wir sind das Scharnier zwischen der ministeriellen Ebene in Berlin und der Internationalen Organisation der VNVereinte Nationen, vertreten deutsche Interessen bei den VNVereinte Nationen und informieren die zuständigen Ministerien in Berlin über aktuelle Entwicklungen in New York. Als Militärberater des deutschen Botschafters bei den VNVereinte Nationen kümmere ich mich vor allem um Fragen des VNVereinte Nationen-Peacekeepings. Dabei kommt naturgemäß dem Blauhelmeinsatz von Soldaten der Bundeswehr eine besondere Bedeutung zu.
Wie fühlt es sich an, unmittelbar vor Ort in New York mit dabei zu sein?
Das empfinde ich als ein großes Privileg. Die UNOUnited Nations Organization ist vor allem sehr international: 193 Nationen sind hier vertreten, ihre Kulturen und teils völlig unterschiedlichen Ansichten prallen in New York aufeinander. Weltpolitik zum Anfassen, sehr spannend und fordernd.
Wie dicht sind Sie an den politischen Entscheidungsprozessen?
An beiden politischen Entscheidungsprozessen, sowohl national in Berlin als auch international in New York, sind wir beratend unmittelbar beteiligt. Aktuelles Beispiel hierfür ist der bevorstehende Einsatz der Bundeswehr bei MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali in Mali. Es macht große Freude, hieran mitzuwirken, zu sehen, dass es tatsächlich funktioniert!