Minister Pistorius und sein ukrainischer Amtskollege schreiten die Ehrenformation ab.
© Bundeswehr/Christoph Kassette
KategorieUkraine-Unterstützung

Ukrainischer Verteidigungsminister: Antrittsbesuch im Bendlerblock

Die Regierungskonsultationen zwischen hochrangigen Vertretern Deutschlands und der Ukraine am 14. April 2026 in Berlin sollen die bilaterale Zusammenarbeit stärken und die bestehende strategische Partnerschaft weiterentwickeln. Verteidigungsminister Boris Pistorius traf seinen Amtskollegen Mykhailo Fedorov.

Pistorius begrüßte Fedorov erstmals persönlich im Berliner Bendlerblock. Fedorov hatte sein Amt am 14. Januar 2026 angetreten. Erste Gespräche führten die beiden Verteidigungsminister bereits während des Ministertreffens der Ukraine Defence Contact Group (UDCG) am 12. Februar 2026 in Brüssel.

Neben der Lage in der Ukraine und den militärischen Unterstützungsleistungen für das von Russland angegriffene Land stand der Austausch über die Weiterentwicklung der gemeinsamen Rüstungskooperation im Fokus der Gespräche in Berlin. Dazu unterzeichneten die Delegationen eine Vereinbarung zur Datenkooperation sowie eine Vereinbarung zur gemeinsamen Produktion von Drohnen mittlerer und langer Reichweite. Weiterhin zeichnete die Ukraine mit den Firmen Raytheon und Diehl Defence Vereinbarungen zur Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung durch die Bereitstellung zusätzlicher Komponenten vom Typ Patriot und IRIS-T – finanziert werden beide Vorhaben von Deutschland.

Pistorius unterstrich die bisherige deutsche Unterstützung bei der Ausbildungsmission NSATU (Nato Security Assistance and Training for Ukraine) sowie beim Beschaffungsmechanismus zur Versorgung der Ukraine mit militärischer Ausrüstung aus US-amerikanischen Beständen im Zuge der Prioritized Ukraine Requirements List (PURL).

Darüber hinaus warb er für den Ausbau der deutsch-ukrainischen Rüstungskooperation auch im Rahmen des UKR-Support Loan der EU, dem geplanten Ukraine-Unterstützungsdarlehen der Europäischen Union in Höhe von rund 90 Milliarden Euro. Pistorius sprach sich dafür aus, dass weitere Joint Ventures unter anderem zur Drohnenproduktion eine Rolle spielen sollten – ein Bereich, in dem die Ukraine über viel Erfahrung verfügt. Ein erstes Joint Venture produziert bereits ukrainische Drohnen in Deutschland. Weitere sind beabsichtigt. 

Technologie-Vorsprung

Der neue ukrainische Verteidigungsminister Fedorov beabsichtigt, die Verteidigung der Ukraine durch einen noch intensiveren Einsatz unbemannter Systeme zu stärken und den technologischen Vorsprung seines Landes weiter auszubauen. Er dankte Boris Pistorius für dessen persönlichen Einsatz und Deutschland für die anhaltende Unterstützung der Ukraine.

Die EU-Sanktionen gegen Russland standen ebenfalls auf der Tagesordnung des Treffens. Sie zeigten Wirkung, betonte Pistorius. Er sprach sich deshalb dafür aus, auch das 20. Sanktionspaket schnellstmöglich zu verabschieden.

von Egbert Sass

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