Verteidigungsminister Boris Pistorius unterhält sich mit deutschen Soldaten.
© Bundeswehr/Tom Twardy
KategorieUkraine-Unterstützung

Abschreckung im Bündnis: Pistorius trifft deutsche Flugabwehrkräfte in Polen

Der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Stab für Sicherheitsunterstützung und Ausbildung für die Ukraine (NSATUNATO Security Assistance and Training Ukraine) koordiniert die Hilfe der Allianz für den Kampf des Landes gegen Russland. Dabei spielt die Logistikdrehscheibe Rzeszów in Polen eine zentrale Rolle – und wird in den nächsten sechs Monaten von Flugabwehrkräften der Bundeswehr geschützt. Boris Pistorius traf die Truppen vor Ort.

Der Verteidigungsminister hatte der NATONorth Atlantic Treaty Organization im November angeboten, zum Schutz der logistischen Ketten für die Ukraine Flugabwehrkräfte nach Polen zu entsenden. Das Angebot aus Deutschland wurde im NSATUNATO Security Assistance and Training Ukraine-Stab gerne angenommen: Seit Mitte Januar schützt ein Kontingent deutscher Soldatinnen und Soldaten mit PatriotPhased Array Tracking Radar to Intercept on Target-Waffensystemen den Luftraum um die Großstadt Rzeszów. Damit leisten Deutschland und die Bundeswehr einen weiteren Beitrag zur integrierten Luftverteidigung der NATONorth Atlantic Treaty Organization. Zuvor hatten die US-Streitkräfte diese Aufgabe erfüllt.

Schutz der Versorgungswege für die Ukraine

Der Verkehrsknotenpunkt Rzeszów liegt in Südostpolen, weniger als 100 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. Das Gros der militärischen Hilfen sowie die von der NATONorth Atlantic Treaty Organization ausgebildeten ukrainischen Truppen gelangen über Rzeszów in das angegriffene Land. Stockt der Nachschub, erschwert dies den Kampf der ukrainischen Streitkräfte gegen Russland. Deshalb arbeiten die Nachbarn Deutschland und Polen beim Schutz des NATONorth Atlantic Treaty Organization-Luftraums zum wiederholten Mal zusammen. 2023 wurden schon einmal Flugabwehrtruppen der Bundeswehr in der Region stationiert, nachdem zwei Menschen beim Einschlag einer Rakete aus der Ukraine getötet worden waren.

Kaltstart für die Flugabwehr

Der Verteidigungsminister war schon damals zu seinen Soldatinnen und Soldaten geflogen. Nun zog es Boris Pistorius erneut in die Region, um das deutsche Kontingent in Rzeszów zu treffen. Er ließ sich von Kontingentführer Oberstleutnant Christoph Schmaler die PatriotPhased Array Tracking Radar to Intercept on Target-Stellungen zeigen und wechselte einige Worte mit den Bedienmannschaften. Die Soldatinnen und Soldaten der Flugabwehrraketengruppe 21 aus Sanitz hatten mit ihren beiden Flugabwehrsystemen erst vor einer Woche nach Polen verlegt und damit die vom Verteidigungsministerium geforderte „Kaltstartfähigkeit“ unter Beweis gestellt. Ende Januar werden die deutschen Flugabwehrkräfte voll einsatzfähig sein.

Kosiniak-Kamysz und Pistorius schütteln sich die Hände, dahinter steht das Flugabwehrraketensystem Patriot

Verteidigungsminister Pistorius und sein polnischer Amtskollege Kosiniak-Kamysz: Wenn es um die Unterstützung der Ukraine und den Schutz des NATONorth Atlantic Treaty Organization-Luftraums geht, halten Deutschland und Polen zusammen

© Bundeswehr/Tom Twardy

Vor Ort traf sich Pistorius mit dem polnischen Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz, der sich die PatriotPhased Array Tracking Radar to Intercept on Target-Stellungen ebenfalls anschauen wollte. „Wir helfen, wo wir nur können“, sagte Pistorius, nachdem er mit seinem Amtskollegen bei der Inbetriebnahme einer Feuereinheit dabei gewesen war.

Der Schutz des Verkehrsknotenpunktes Rzeszów durch die Bundeswehr sei ein bedeutender Beitrag zur Ukraine-Unterstützung und zur Absicherung des NATONorth Atlantic Treaty Organization-Luftraums, so der Minister. „Die Feuereinheiten sind ein Ausdruck dessen, was in diesen Zeiten notwendig ist“, sagte er. „Gleichzeitig sind sie ein ermutigendes Zeichen, dass wir uns schützen können.“ Deutschland werde die NATONorth Atlantic Treaty Organization zudem mit einem Spezial-Tankflugzeug unterstützen, so Pistorius. Auch werde die Luftwaffe im Sommer zeitweilig eine Alarmrotte mit Eurofighter-Kampfjets in Polen stationieren, um sich am „Air Policing“ im NATONorth Atlantic Treaty Organization-Luftraum zu beteiligen. „Damit ist der durchgängige Schutz des Umschlagpunktes gewährleistet“, sagte der Verteidigungsminister.

„Wir unterstützen die Ukraine nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten“, ergänzte Kosiniak-Kamysz. Rzeszów sei der zentrale Umschlagpunkt für humanitäre und militärische Hilfslieferungen für die Ukraine, 95 Prozent der Ukraine-Unterstützung würden über die Stadt abgewickelt. „Wir schätzen das Engagement unserer Verbündeten, das ist eine große Sache für uns.“ Die Unterstützung aus Deutschland mache Polen, Europa und die NATONorth Atlantic Treaty Organization stärker, so Kosiniak-Kamysz. „Und freiheitliche Gesellschaften brauchen Stärke, um zu bestehen.“

Geplant ist, dass die Flugabwehrtruppen der Bundeswehr bis Mitte 2025 in Rzeszów bleiben. Direkt im Anschluss ging es für die Delegation aus Deutschland weiter nach Paris, wo der Verteidigungsminister am Donnerstagabend für seine Verdienste um die deutsch-französische Partnerschaft mit dem Nationalen Orden der französischen Ehrenlegion ausgezeichnet wird.

NSATUNATO Security Assistance and Training Ukraine
Im NSATUNATO Security Assistance and Training Ukraine-Stab mit Sitz in Wiesbaden werden die militärischen Hilfsleistungen der NATONorth Atlantic Treaty Organization zentral koordiniert. Insgesamt 30 Staaten beteiligen sich, neben den meisten NATONorth Atlantic Treaty Organization-Mitgliedern auch Australien, Neuseeland und die Ukraine. Zum einen geht es um Kriegsmaterial, das die Unterstützungsallianz an die Ukraine liefert. Zum anderen wird durch NSATUNATO Security Assistance and Training Ukraine auch die Ausbildung ukrainischer Truppen für den Kampf gegen Russland organisiert. Die NATONorth Atlantic Treaty Organization unterstützt so das Recht der Ukraine auf Selbstverteidigung gemäß der Charta der Vereinten Nationen. Mindestens 40 Milliarden Euro pro Jahr sollen künftig von den NSATUNATO Security Assistance and Training Ukraine-Partnern zur Unterstützung der Ukraine aufgewandt werden.

von Timo Kather 

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