Verteidigungsminister Lettlands Andris Sprūds schreitet mit Boris Pistorius eine Ehrenformation ab.
© Bundeswehr/Tom Twardy
KategorieBilaterale Beziehungen

Pistorius empfängt lettischen Amtskollegen zu Antrittsbesuch in Berlin

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat am 16. März 2026 seinen lettischen Amtskollegen Andris Sprūds zu dessen Antrittsbesuch im Berliner Bendlerblock mit militärischen Ehren begrüßt. Nach der Kranzniederlegung am Ehrenmal der Bundeswehr sprachen die beiden Minister unter anderem über die Lage im Nahen und Mittleren Osten, ihr Engagement an der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Ostflanke, die Unterstützung der Ukraine sowie die bilaterale Zusammenarbeit.

Die bilateralen Beziehungen zwischen Lettland und Deutschland sind eng, vertrauensvoll und geprägt von gemeinsamen Interessen in NATONorth Atlantic Treaty Organization und EUEuropäische Union. Die Streitkräfte beider Länder arbeiten bei der Ausbildung, im Rahmen von Übungen und Einsätzen sowie verstärkt auch im Bereich Rüstung zusammen. In Berlin versicherte Pistorius noch einmal die uneingeschränkte deutsche Unterstützung im Baltikum.

Man sei sich einig, was die russische Bedrohung für die Sicherheit in Europa und insbesondere des Baltikums angehe. Deutschland, so Pistorius, sei weiterhin entschlossen, das Baltikum und die NATONorth Atlantic Treaty Organization-Ostflanke gegen eine Aggression durch Russland zu schützen. Die baltischen Staaten haben sicherheitspolitisch für Deutschland Priorität. Sicherheit im Baltikum bedeute Sicherheit für Europa und Deutschland, unterstrich der Minister in Berlin.

Zwei Länder – ein gemeinsamer Fokus

Mit Blick auf die besorgniserregende Lage in der Golfregion betonte Pistorius: „Wir werden alles daransetzen, um zu verhindern, dass die Lage im Nahen Osten sich verschlimmert.“ Es dürfe keine weitere militärische Eskalation geben. Deutschland sei bereit, eine sichere Passage durch die Straße von Hormuz diplomatisch zu erreichen. „Allerdings wird es keine militärische Einbindung geben“, so der Minister. Schwerpunkt sei und bleibe die NATONorth Atlantic Treaty Organization-Ostflanke. 

Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius schaut lächelnd für eine Portraitaufnahme in die Kamera.
Wir erfüllen unsere Verpflichtungen im Rahmen des Bündnisses insbesondere an der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Ostflanke und im Hohen Norden.
Verteidigungsminister Boris Pistorius Bundeswehr/Norman Jankowski

Man werde sich nicht von dem Fokus auf die Ukraine ablenken lassen, auch wenn das sicherlich im Sinne Moskaus wäre. Genau wie Lettland werde Deutschland der Ukraine weiterhin unverbrüchlich zur Seite stehen, versicherte Pistorius. Lettland und Deutschland eint ihr hohes Engagement bei der Ukraine-Unterstützung – und hier besonders die schnelle Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung. Lettland spürt die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges unmittelbar und hat daher früh und überproportional viel Unterstützung für das angegriffene Land geleistet. Im Rahmen der Ukraine-Kontaktgruppe hat Lettland die Führungsrolle in der Fähigkeitskoalition Drohne übernommen. Deutschland unterstützt das Projekt zur Beschaffung von Drohnen mittlerer Reichweite mit 200 Millionen Euro.

Deutschland und Lettland: Starke Partner für NATONorth Atlantic Treaty Organization und Europa

Zu Land, zur See und in der Luft – um Abschreckung und Verteidigung im Bündnis zu stärken, kooperieren die deutschen und lettischen Streitkräfte immer wieder in verschiedenen Dimensionen. An Land beispielsweise im Rahmen der europäischen schnellen Eingreiftruppe im Jahr 2025 (EUEuropäische Union Rapid Deployment Capacity). Zur See für die Sicherheit im Ostseeraum, ganz aktuell bei Baltic Sentry. Und in der Luft unter anderem mit Eurofightern beim Air Policing im lettischen Lielvārde im Jahr 2024 sowie mit zwei gemeinsamen Übungen der Luftwaffe in Lettland in 2026 – Ramstein Alloy und Steadfast Pyramid. In Zukunft, verkündete Pistorius in Berlin, wollen die beiden Länder vor allem bei Ausbildung und Übungen noch enger zusammenarbeiten. Gleiches gelte für die Beschaffung von Material.

In Berlin begrüßte Pistorius zudem ausdrücklich die enormen Bemühungen Lettlands bei der Landesverteidigung und der nationalen Resilienz. Damit leiste das baltische Land einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Abschreckung und Verteidigung an der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Ostflanke und EUEuropäische Union-Außengrenze, hob der Minister hervor. Bereits im Jahr 2026 wird Lettland beinahe fünf Prozent seines Bruttoinlandproduktes für Verteidigung ausgeben. 

Lettlands Verteidigungsminister Andris Sprūds bedankte sich bei Pistorius für die ertragreichen Gespräche und bezeichnete Deutschland als wichtigen, ja unerlässlichen Partner für Lettland. Angesichts der russischen Bedrohung sei eine starke NATONorth Atlantic Treaty Organization von höchster Bedeutung. Die führende Rolle Deutschlands sei dabei unerlässlich, so Sprūds. Er dankte Deutschland vor allem auch für den immensen Beitrag zum Sicherheitsgefühl der lettischen Bevölkerung.

von Lara Finke

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