Pistorius würdigt Fortschritte bei der Rüstungsproduktion
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Verteidigungsminister Boris Pistorius hat am 29. Oktober 2026 vier Unternehmen der Verteidigungsindustrie im Raum München besucht: Airbus Defence and Space, MBDA Deutschland, Helsing und Hypersonica. Im Fokus standen unter anderem hochmoderne Drohnen und Flugkörper – Waffensysteme, die einen wichtigen Beitrag zur Verteidigungsbereitschaft der Bundeswehr leisten.
„Viele von unseren internationalen Partnern beneiden uns um unsere großartige Mischung aus etablierten Großunternehmen, einem leistungsstarken Mittelstand und einer innovationsfreudigen Start-Up-Szene“, hob Pistorius bei seiner Reise zu den vier Rüstungsunternehmen hervor. Angesichts der verschärften Sicherheitslage in Europa muss Deutschland verteidigungsbereit werden. Konkret heißt das: die Bundeswehr modernisieren, Beschaffung beschleunigen und die Produktion von Rüstungsgütern massiv hochfahren. Dafür, das betonte der Minister in der Vergangenheit immer wieder, setze er auch auf die deutsche Industrie.
Wir haben in Deutschland eine unglaublich starke, innovative und kreative Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.
Im Mittelpunkt bei Airbus Defence and Space in Manching stand die Präsentation der neuen Jagdbomberdrohne Valkyrie. Die Valkyrie ist ein unbemanntes Kampfflugzeug des US-Herstellers Kratos, das für autonome Einsätze sowie den gemeinsamen Einsatz mit bemannten Kampfflugzeugen entwickelt wurde. Seit Juli 2025 kooperieren Kratos und Airbus bei der Weiterentwicklung der Valkyrie für den europäischen Markt. Verteidigungsminister Pistorius schaut sich aktuell mehrere dieser unbemannten Kampfflugzeuge an. Sie dienen der Bekämpfung von Bodenzielen in stark verteidigten Räumen und sind ab dem Jahr 2035 eine NATO-Forderung – auch an Deutschland.
Vom Eurofighter bis zum Transportflugzeugen A400M – als größter Auftragnehmer der Bundeswehr nimmt Airbus eine zentrale Rolle für die Ausrüstung und Funktion der deutschen Streitkräfte ein. Airbus Defence and Space ist das zentrale Unternehmen des Konzerns im militärischen Bereich in Deutschland. Am Standort Manching erfolgt unter anderem die Endmontage des Eurofighters mit Systemtests und Flugerprobung.
Bei Helsing in München standen Loitering Munition Systems, Drohnen und Künstliche Intelligenz im Fokus. Vor allem im Bereich der Loitering Munition – umgangssprachlich Kamikazedrohnen – ist Helsing ein wichtiger Partner der Bundeswehr. Durch das parallele Vorgehen bei der Beschaffung von Loitering Munition Systems ist die Bundeswehr aber nicht von nur einem Hersteller abhängig, sondern stellt die Versorgungssicherheit unter Wettbewerbsbedingungen und die Berücksichtigung von Innovationszyklen sicher.
„Wir sind bei der Beschaffung von Loitering Munition neue Wege gegangen“, unterstrich Pistorius bei seinem Besuch. „Wir warten nicht, bis uns Unternehmen Waffensysteme in Hochglanzbroschüren vorlegen. Sondern wir setzen Anreize, damit neue, innovative Ideen getestet und entwickelt werden.“ Klares Ziel sei es, die Brigade 45 in Litauen ab 2027 mit Loitering Munition auszustatten.
Außerdem ging es für den Minister nach Schrobenhausen zu MBDA Deutschland. Vor knapp zwei Jahren hatte Pistorius hier den ersten Spatenstich für ein neues Produktionsgebäude für Patriot-Lenkflugkörper ausgeführt. Nun konnte sich der Minister selbst vom Fortschritt beim Ausbau der Produktionskapazitäten überzeugen. Daneben bildeten auch die Themen Hyperschall und der Ausbau von Deep-Precision-Strike-Fähigkeiten bis 2029 inhaltliche Schwerpunkte des Besuchs. Der Rüstungskonzern MBDA mit Hauptsitz in Le Plessis-Robinson bei Paris ist weltweit führend für Lenkflugkörpersysteme und an diversen Bundeswehr-Projekten beteiligt.
Hypersonica ist ein Start-up mit technologischer Kompetenz bei der Entwicklung und Herstellung hypersonischer Flugkörper. Ein Thema, das auch für die Bundeswehr immer wichtiger wird. Denn um gegnerische Luftverteidigungssysteme zu überwinden, streben Deutschland und Großbritannien die Entwicklung eines hyperschallfliegenden konventionellen Flugkörpers an. Daher bekam der Verteidigungsminister bei Hypersonica eine Standortführung.
Pistorius würdigte auch das Ukraine-Engagement vieler Hersteller. Deutsche Unternehmen, unterstrich der Verteidigungsminister, leisteten einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der Ukraine. Sie entwickelten Lösungen, damit sich die Ukraine gegen die Angriffe der Russen verteidigen könne.
Zudem biete Deutschland sichere Produktionsstätten und profitiere gleichzeitig von der Innovationskraft der Ukraine und ihren Erfahrungen auf dem Gefechtsfeld, hob der Minister hervor: „Diese Zusammenarbeit liegt also im gegenseitigen Interesse – ausdrücklich auch in unserem. Wir lernen von der Ukraine. Das ist der Kern unserer strategischen Partnerschaft.“
Neben tiefgründigen Gesprächen mit der Geschäftsführung tauschte sich der Minister auch mit Mitarbeitenden und Arbeitnehmervertretungen der vier Unternehmen aus. Zum Abschluss seiner Reise betonte Pistorius noch einmal: Deutschland und seine Verbündeten seien auf eine starke, moderne und innovative Verteidigungsindustrie angewiesen.
von Lara Finke