Schmid, Pistorius und Kiesewetter sitzen an einem Tisch während einer Veranstaltung.
© Bundeswehr/ Christoph Kassette
KategorieSicherheitspolitik

Neuer Beirat für die Bundesakademie für Sicherheitspolitik

Der mittlerweile zehnte Beirat der Weiterbildungsstätte der Bundesregierung hat sich am 19. Mai 2026 in Berlin zu seiner konstituierenden Sitzung getroffen.

Das Expertengremium berät das Kuratorium der BAKS, den Nationalen Sicherheitsrat, bezüglich der ressortgemeinsamen Fortbildung. Ihm gibt der Beirat Empfehlungen beziehungsweise Stellungnahmen zu Inhalt, Gestaltung und Fortentwicklung der Lehre an der Akademie. Auf dieser Basis kann das Kuratorium grundsätzliche Beschlüsse über die BAKS fassen.

„Integrierte Sicherheit ist kein Aggregatzustand, den man erreicht und halten kann, indem man nur auf eine konstante Temperatur achtet. Sie ist ein fortlaufender Lern- und Abstimmungsprozess zwischen unterschiedlichen Perspektiven, Kompetenzen und Zuständigkeiten“, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius zur Eröffnung der konstituierenden Sitzung. „Hier kommt der Beirat ins Spiel. Sie begleiten diesen Prozess nicht nur. Sie gestalten ihn mit.“ Die Konstituierung des neuen Beirats sei der „Beginn einer Arbeitsphase, die eng mit unserer sicherheitspolitischen Handlungsfähigkeit verknüpft ist“.

Regierungsgemeinsamer Ansatz für integrierte Sicherheit

Das Gremium besteht aus 16 Mitgliedern, die politisch, wissenschaftlich und gesellschaftlich relevante Stimmen für die integrierte Sicherheitspolitik sind. Sie bringen Perspektiven ein, die weder die Ministerien der Bundesregierung noch die Akademie selbst einnehmen können. Zudem kann der Beirat weitere Sachverständige zu seinen vertraulichen Beratungen heranziehen lassen.

Auf drei Jahre berufen, ist für die Mitglieder auch eine erneute Berufung möglich. So sind denn auch acht Persönlichkeiten des neuen, zehnten Beirats schon Mitglied im vorigen gewesen. Neuen wie auch alten Beiratsmitgliedern gab Pistorius mit: „Sie übernehmen heute eine verantwortungsvolle Aufgabe. Sie beraten nicht nur. Sie geben Orientierung. Sie sind ein strategischer Resonanzraum für die Weiterentwicklung unserer Sicherheitspolitik.“

Der Beirat und seine Mitglieder sind ehrenamtlich und vor allem unabhängig tätig. Entsprechend verteilte der Minister keine Aufträge an die Expertinnen und Experten, sondern trug Bitten und Wünsche für die Weiterentwicklung der BAKS vor. Drei Themen würden voraussichtlich ihre Arbeitsagenda prägen: die strategische Vorausschau, der Nachwuchs für die sicherheitspolitische Fachgemeinschaft und die ressortübergreifende Zusammenarbeit.

Drei Wünsche des Ministers

Die BAKS besitzt in ihrem Bereich Lehre ein dezidiertes Kompetenzzentrum Strategische Vorausschau mit einem vergleichsweise kleinen Team von Experten. „Die dort vermittelte Methodik gewährt uns einen Blick in die Zukunft und in denkbare Szenarien. So können wir langfristige Entwicklungen frühzeitig erkennen“, so Pistorius. Er forderte auf, die Akademie hier ressortübergreifend und nachhaltig zu stärken.

Was die Förderung einer neuen Generation von sicherheitspolitischen Fachleuten und Entscheidungsträgern betrifft, sagte der Minister den Beiratsmitgliedern: „Es liegt nun auch an Ihnen, diese Wege weiter auszubauen und die strategische Denkschule unseres Landes voranzutreiben. Wie also binden wir junge Talente dauerhaft an die sicherheitspolitische Community?“

Zuletzt griff Pistorius die ressortübergreifende Kooperation von Ministerien und nachgeordneten Behörden auf. „Wir müssen Wege finden, um zusätzliche Perspektiven einzubinden“, meinte er. Etwa im Bereich Digitalisierung und Staatsmodernisierung habe der scheidende Beirat bereits klare Empfehlungen formuliert. Er forderte das neue Gremium auf: „Ich bitte Sie: Bleiben Sie an diesem Thema dran. Erinnern Sie stets daran, was echte ressortgemeinsame Zusammenarbeit erfordert!“

Mitglieder des 10. Beirats der Bundesakademie für Sicherheitspolitik

Prof. Dr. Clara Brandi, Professorin für Internationale Wirtschaft/Entwicklungsökonomik an der Universität Bonn und Leiterin der Abteilung Transformation der Wirtschafts- und Sozialsysteme des German Institute of Development and Sustainability

 

Thomas Erndl, MdB, Bundestagsabgeordneter der CSU und Verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, zugleich: Sprecher des Beirats der Bundesakademie für Sicherheitspolitik

 

Matthias Heimer, ehemaliger Militärgeneraldekan des Evangelischen Kirchenamts für die Bundeswehr

 

Polizeioberrat Jochen Kopelke, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei

 

Dr.-Ing. Alexander Kopp, Managing Director der Polaris Raumflugzeuge 

 

Gönke Kraft, Leiterin des Control Tower der DB Cargo 

 

Jörg Lau, Außenpolitischer Korrespondent im Hauptstadtbüro der „Zeit“ 

 

Prof. Dr. Carlo Masala, Professor für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München

 

Sara Nanni, MdB, Bundestagsabgeordnete für Bündnis 90/Die Grünen und Obfrau ihrer Fraktion im Verteidigungsausschuss

 

Prof. Dr. Sönke Neitzel, Professor für Militärgeschichte/Kulturgeschichte der Gewalt an der Universität Potsdam

 

Prof. Dr. Beate Neuss, Professorin emerita für Internationale Politik der Technischen Universität Chemnitz und ehemalige Stellvertretende Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung

 

Dr. Sarah Pagung, Leiterin des Bereichs Internationale Politik der Körber-Stiftung

 

Dr. Jana Puglierin, Senior Policy Fellow beim European Council on Foreign Relations

 

Dr. Heike Spieker, Leiterin des Bereichs Nationale Hilfsgesellschaft im Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes

 

Prof. Dr. Funda Tekin, Direktorin des Instituts für Europäische Politik und Honorarprofessorin der Politikwissenschaft an der Universität Tübingen

 

Dr. Kira Vinke, Stellvertretende Forschungsdirektorin und Leiterin des Zentrums für Klima und Außenpolitik der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik

Das Kuratorium der Bundesakademie für Sicherheitspolitik

Die BAKS untersteht dem Nationalen Sicherheitsrat (NSR). Er ist ihr Kuratorium. Es entscheidet über die grundsätzliche Ausrichtung der Akademie sowie über ihre Weiterentwicklung. Somit verabschiedet es auch das Akademiekonzept dieser zentralen Bildungsstätte der Bundesregierung.

 

Die im NSR vertretenen Ministerien entsenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als sogenannte Studienreferenten an die BAKS. Sie übernehmen die Schwerpunktaufgabe, die Weiterbildung zu organisieren, und sind zugleich die fachlichen Expertinnen und Experten ihrer Ressorts in der Akademie.

 

Der NSR selbst ist ein Kabinettsausschuss der Bundesregierung unter Vorsitz des Bundeskanzlers, der die integrierte Sicherheitspolitik Deutschlands koordiniert. Er kann sowohl lagebezogene Entscheidungen treffen, als auch strategische Entscheidungen des gesamten Kabinetts vorbereiten. 

von Marcus Mohr

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